Freitag, 30. September 2016

Wie es nun weiter klopft

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Du bist allein in deinem Kopf und dein Herz klopft
Und hält dich am Leben
Und nun steh auf, geh raus, geh spielen und lauf
Deinem Traum entgegen

Thomas D | Neophyta


Gestern Nachmittag habe ich die letzten Zeilen von »Löwenherzen 2580« getippt. Es war eine gute Entscheidung, das Ding abseits des Öffentlichen fertigzustellen – knapp 100.000 Wörter sind es geworden, damit ist die Geschichte tatsächlich doppelt so lang wie »Codewort: Puls«. Fertig bin ich dadurch natürlich noch lange nicht – ich finde es immer sehr herzig, wenn Autoren nach dem Tippen des letzten Satzes »Fertig!« schreien, während noch diverse Korrektur- und Lektoratsdurchgänge anstehen. :D Für mich fühlt sich der nun kommende Teil noch viel mehr wie Arbeit an als das Schreiben selbst, und das war während der letzten Löwenherzen-Kapitel schon hart für mich.

Tatsächlich ist es so, wie ich es im Post »Ich weiß, das schaffe ich nicht« bereits schrieb: Ich empfinde keinen inneren Drang mehr, zu schreiben. Das sprichwörtliche Feuer, das ich früher beim Schreiben empfunden habe und das mich immer weiter trieb, existiert nicht mehr. Vielleicht, weil unser Pflegealltag immer mehr Kraft und Konzentration von mir fordert und gar nicht mehr viel übrig bleibt, was sich nach Feuer anfühlen könnte. Vielleicht aber auch, weil ich die Visualisierung meines Kopfkinos durch das Schreiben nicht mehr brauche: Früher musste ich Geschichten aufschreiben, um zu erfahren, wie sie enden. Inzwischen liefert mein Gehirn mir komplett fertige Welten inklusive Personal, und ich bin als Autorin eher eine Art Chronistin des Ganzen.

Ich habe mich während des Schreibens von »Löwenherzen 2580« mehrmals dem Abbrechen näher gefühlt als dem Fortfahren. Und irgendwann hat sich dabei auch ein Gefühl der Sinnlosigkeit eingestellt, dem ich aber nicht nachgegeben habe. Die meisten Autoren haben einen engsten Kreis, der fertige Kapitel schon vor allen anderen zu lesen bekommt. Menschen, die darauf brennen, zu erfahren, wie es weitergeht, und die den Schreibvorgang um ein Vielfaches lebendiger machen. Für mich gab es zum Ende hin keinen einzigen solchen Menschen mehr – außer Georg natürlich, aber Georg ist fester Teil des Entstehungsprozesses und nach wie vor vorrangig für die Kritik zuständig, auch wenn er die Geschichte liebt. ♥ Früher, als ich noch aus einem inneren Drang heraus geschrieben habe, hätte mich das nicht tiefergreifend gekümmert. Beim Schreiben von »Löwenherzen 2580« aber habe ich mich teilweise wirklich gefragt, wofür ich das eigentlich noch mache, wenn ich es für mich selbst doch gar nicht mehr brauche und mit Georg auch alles verbal teilen kann; so verfahren wir bei seinen eigenen vielen Geschichtenideen, die er behinderungsbedingt nicht alle tippen kann, ja auch schon seit langer Zeit.

Ich glaube, ich verstehe nun zum ersten Mal in meinem Leben, was die berüchtigten Reviewerpresser antreibt: Es ist bitter und macht traurig, das, was man schreibt, mit niemandem »live« teilen zu können, der noch nichts darüber weiß und für den das, was in einer Geschichte passiert, absolut überraschend kommt. Auch dann, wenn man weiß, dass es Menschen gibt, die irgendwann die fertige Geschichte lesen wollen – das Gefühl ist nicht dasselbe. ABER diesen Austausch zu verlangen oder gar zu erpressen, ergibt für mich keinen Sinn. Wirklich nicht. Genau wie ein Liebesgeständnis, das unter Druck stattfindet, nichts mehr wert ist. Daher hoffe ich, dass das niemand aus dem engsten Leserkreis, der anfangs noch mitgelesen hat, als Vorwurf auffasst – so was ist dann toll und motivierend, wenn es auf natürliche Weise passiert, und nichts, was man »liefern« kann. ♥

Zuletzt habe ich entschieden, dass die einzigen Menschen, für die ich diese Geschichte zu Ende schreiben kann und werde, Georg und ich selbst sind. (Und meine bezaubernden Charaktere, die mich aber auch dann weiter mit ihrer Anwesenheit beglückt hätten, wenn ich ihre Geschichte schreiberisch abgebrochen hätte. Grüße von Diego, er schnüffelt soeben an meinem Bastellack. :D)

Und nun bin ich also mit der reinen ersten Schreibarbeit fertig.

Weiter geht es so:

• In den nächsten Tagen werde ich die Kapitel, bei denen das noch nicht geschehen ist, zuerst allein, dann mit Georg korrigieren und ins Manuskript einfügen.

• Danach lasse ich das Ganze ein paar Tage vollständig ruhen und bis auf kurze Stippvisiten auch den Computer aus.

• Dann beginnen wir bereits mit dem ersten »richtigen« Lektorat, das ich bis Anfang November abgeschlossen haben möchte – was ziemlich hart wird, denn unser Oktober ist voll mit langwierigen, anstrengenden Terminen, aber mit einem festen täglichen Pensum ist das drin.

• Anfang November möchte ich die Löwenherzen an meine Testleser übergeben – und auch jene vier, die sich vor einiger Zeit für das Löwenherzen-Buch ausgesprochen haben, bekommen die Geschichte dann gerne schon vollständig und natürlich gratis als PDF. :) Drei Testleser habe ich bereits gefunden – falls noch jemand Lust hat, die Geschichte testzulesen, meldet euch gerne! :)

• Das Testleserfeedback sollte möglichst bis Anfang 2017 vorliegen; das ist an sich nicht viel Tipparbeit, weil ich einen kleinen Fragebogen dafür vorbereite. Die Anmerkungen daraus nehmen Georg und ich dann mit in den zweiten Lektoratsdurchgang, und sobald wir endgültig mit dem Ergebnis zufrieden sind, lade ich mir die Geschichte auf meinen E-Reader, lese sie noch ein letztes Mal und gebe sie dann frei. Ich hoffe, dass wir das bis März 2017 schaffen, möchte mich aber nicht endgültig festlegen. Pflegealltag, Arzttermine und allgemeine Gesundheit gehen wie immer vor. (Fragt nicht, wie viele Energy-Drinks ich während der letzten Kapitel getrunken habe. *hust*)

• Freigeben heißt in diesem Fall: Auch wenn mein Bauchgefühl (auf das ich mich in der Regel NICHT verlassen kann) noch immer zum reinen Privatdruck tendiert, habe ich nun endgültig beschlossen, »Löwenherzen 2580« als Buch zu veröffentlichen. Mir ist klar, dass es keine wirkliche Zielgruppe dafür gibt, aber eines haben mir die letzten Wochen definitiv genommen: die Ungewissheit bezüglich der Qualität der Geschichte. »Löwenherzen 2580« ist nicht schlechter als seine drei Waidbronn-Vorgänger, davon bin ich nach mehrmaligem Herumlesen in älteren Kapiteln überzeugt. Und hey, es ist mein allerletztes großes Projekt und Georg und ich lieben es unendlich, auch wenn die Fertigstellung hart für mich war – es soll, genau wie seine Geschwister, seine Chance bekommen. ♥

Was nun von all dem mein Traum ist?

Fertig zu werden, natürlich. :)

Montag, 26. September 2016

Reich und schön

GA

Uh, sehr origineller Titel mal wieder, aber: Auch im September ist »unser« Brombeerstrauch im Garten noch reich und schön. Außerdem konnten wir am vergangenen Wochenende endlich viele, viele reife Äpfel ernten – auch die gibt es auf einem unserer Rasenstreifen, und da wir den Baum im Winter auf eigene Kosten schneiden ließen, durften wir die Früchte komplett für uns pflücken. Beweisfotos:






Montag, 19. September 2016

Weihnachtsgedanken im September

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Gestern habe ich allen Ernstes meine ersten drei Weihnachtsgeschenke gebastelt, und zwar für Jade, Lexi und Raven. Die Idee kam mir vor wenigen Tagen ganz spontan, und als Grundlage habe ich (so viel sei schon mal verraten, ansonsten gibt es erst kurz vor Weihnachten Infos :)) unter anderem diese Blüten und gepresste Blätter verwendet:


Was dabei herauskam, ist wie gesagt noch geheim, aber ich bin gerade echt geplättet davon, dass ich IM SEPTEMBER schon coole, originelle Weihnachtsgeschenke habe.

Die groß angelegte (Vor-)Weihnachtspost, für die wir online bis 2013 so ein bisschen bekannt waren, werden wir aber auch in diesem Jahr nicht wieder aufleben lassen. Wir kennen mittlerweile besonders via Internet einfach so viele nette Menschen, dass es schwierig bis unmöglich wäre, eine Auswahl zu treffen, wer Post bekommen soll und wer nicht. »Mit dir haben wir 2016 zwei Sätze mehr gewechselt, du kriegst Post; von dir haben wir jetzt aber schon lange nichts mehr gehört, du kriegst nichts« – nee, das geht nicht.

Allerdings gibt es (zusätzlich zum oben genannten ganz harten Kern :)) vereinzelt schon liebe Personen aus dem Netz, bei denen wir richtig Lust haben, ihnen eine winzige Kleinigkeit zu schenken. Unsere »Weihnachtsmenschen«, das sind jene, mit denen wir tatsächlich regelmäßig im persönlichen Austausch stehen. Ich glaube, ganz viel vorweihnachtlicher Stress könnte vermieden werden, wenn das eine Art ungeschriebenes Gesetz wäre. Okay, oder auch nicht, manche kriegen auch schon beim Gedanken an ihr Geschenk für den Partner einen halben Nervenzusammenbruch. :D

Jedenfalls freue ich mich darauf, unsere wenigen (und wirklich kleinen, keine Angst) Päckchen zu gestalten, und auch wenn ich damit echt SEHR früh dran bin, wünsche ich allen, die sich auf Weihnachten vorbereiten, ähnlich Freude bringende Ideen, wie ich sie habe. :)

Freitag, 16. September 2016

Erste Ergebnisse

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Heute kann ich euch erste Ergebnisse meines Gepresste-Blüten-Vorhabens zeigen: vier Karten und zwei Lesezeichen, die inzwischen alle bei ihren Besitzern angekommen sind. Das ist zwar längst noch nicht alles, was ich mit den Blüten in Angriff nehmen will, aber es war ein toller Start für mich, da die Sachen allesamt gelungen sind und nicht das Geringste schiefging. Dass ich von einem der Lesezeichen nur eine Seite vollständig zeige, ist Absicht – da steht nämlich ein Gedicht drauf, das es offiziell noch gar nicht zu lesen gibt. :) In Kürze gibt es mehr Infos dazu, und hier kommen jetzt erst mal die Fotos:




 





Donnerstag, 8. September 2016

Gepresste Blüten

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Am 24. August habe ich verschiedene Blüten aus unserem Garten (aka Rasenstreifen) gesammelt und gepresst. Nach mehrmaligem Umlagern konnte ich die meisten von ihnen heute befreien – nur die Lampionblumen sind noch nicht fertig, die brauchen aufgrund ihrer Stärke mehr Zeit und man muss sie fast täglich umbetten, da sie sonst schimmeln. Hier ein paar kleine Einblicke (sogar mit eigenem Label »Gepresste Blüten«, da ich noch einiges mit den Blümchen vorhabe):

 





Mittwoch, 7. September 2016

September

GD

Der September ist einer unserer Lieblingsmonate, wie wir hier schon einmal schrieben (und ich habe gerade eine kleine Ewigkeit gebraucht, um diesen Post wiederzufinden). Ein Monat, den wir als Zeit des Übergangs empfinden, mal golden, mal grau, wobei das Gold für uns klar überwiegt. Und auch das Kalendergedicht meines Vaters für diesen Monat gehört zu meinen absolut liebsten:


Inhalt







September - Scheidung

Erntesegen - Erntedank

Noch leuchten die Geranien,
auch platzen die Kastanien.
Die Kinder holen bald
Bastelsachen aus dem Wald.
Pilze steh’n an manchem Ort,
die Schwalben aber ziehen fort.
Apfel, Birne, Zwetschge, Nuß:
Früchte gibt’s im Überfluß.
Altweibersommer, Herbstbeginn,
Erntedank für den Gewinn!

Nikolaus S.



Orangefarbene Sonnenbraut-Blüten
auf einem unserer Spazierwege.
 
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