Montag, 27. April 2015

Putzmittel-Slash

GD

Nach dem vielerorts verspotteten gestrigen Tatort, den wir entgegen der vorherrschenden Meinung wirklich gut fanden, sahen wir uns ein paar Discounter-Prospekte an, denn wie allgemein bekannt ist, sind wir spannende, vielseitig interessierte Menschen, die immer am Limit leben.

Im Netto-Prospekt begegneten wir unserem alten Bekannten Meister Proper, direkt daneben stießen wir jedoch auf ein uns bislang unbekanntes Gesicht: Mr. Maxx heißt der junge Mann und ist ebenfalls engagiert im Reinigungsgewerbe tätig.


»Des isch der Geliebte vom Meister Proper, der war bei dem in der Ausbildung«, informierte ich Alex prompt, denn bei solch einer gewichtigen Neuigkeit kann man schon mal in den Dialekt rutschen. Da Mr. Maxx ein Dschinn ist, wird es bei den beiden im Bett auch sicher nicht langweilig, befand Alex fachkundig.


Oder etwa doch? Direkt über Mr. Maxx war ein junger Adonis in Trachten-Badeshorts positioniert – Alex argwöhnte, er könnte Meister Proper und Mr. Maxx bereits als neuer gemeinschaftlicher Toy Boy ins Auge gestochen sein.

Sollte uns jemand eine FanFiction (Putzmittel-Slash!!) darüber schreiben wollen, ist er/sie herzlich willkommen! Aber vermutlich müssten wir das eher selber machen, und hierfür fehlt uns Menschen am Limit leider die Zeit. (Nein, im Ernst, das schaffen wir zeitlich und ich zudem tipptechnisch nicht. Aber wir würden es lesen! Augenblicklich!)

Freitag, 24. April 2015

Apfelblüte

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~ Fotografiert heute Abend kurz nach siebzehn Uhr ~










Lästig und yay

AD

Es ist ziemlich lästig, wenn man angezogen und berucksackt auf dem Sprung ist und einem dann plötzlich die komplette Kurzbeschreibung fürs aktuelle Projekt ins Hirn sickert. Noch lästiger ist es, wenn man ganz genau weiß, dass man sie sich nicht vollständig wird merken können, wenn man sie nicht sofort aufschreibt. Aber dass Sein Artist nun eine fertige Kurzbeschreibung hat, finde ich trotzdem ziemlich yay:

Sein Artist
Seit dem Tod seiner ersten Liebe Friedrich führt der Lehrer Julius Brück ein zurückgezogenes Leben in der Kleinstadt Waidbronn. Als er unerwartet dem jungen Leonid begegnet, einem ehemaligen Schüler, fühlt er sich auf merkwürdige Weise an Claudia erinnert – die einzige Person, der er nach Friedrich jemals nahekam und die unter ebenso tragischen Umständen starb. Schon bald macht Leonid Julius eine überstürzte Liebeserklärung, und auch Julius verliebt sich gegen alle inneren Widerstände in den viel jüngeren Mann. Kennt Leonid die Antwort auf eine Frage, die Julius sich seit Jahrzehnten nicht zu stellen wagt?

N'aww, warum liebe ich diese Geschichte so? Ich kann an sie denken, auch wenn rundum alles zusammenbricht, dabei wird sie nicht lang und ist definitiv auch kein Wohlfühlstoff.

Dienstag, 21. April 2015

Vorsommergedanken

AD

Heute hab ich Sallys Dienstagsfüller #6 mal alleine ausgefüllt:

Wenn der Sommer kommt, möchte ich am Liebsten sofort spät abends an Feldern und Wiesen entlang spazieren gehen und den schweren Duft der Blüten und der Erde atmen.

Mehr, als ich jemals aufzählen könnte, macht mich wütend.

Ich habe diese Woche ein noch geheimes Gedicht von Georg und ein neues, ebenfalls noch geheimes Seth-Kapitel von Lexi (ich bin voll privilegiert!! ♥) gelesen.

Ich brauche Georg in der Wohnung, meine Familie in halbwegs erreichbarer Nähe und Amselgesang am Morgen, um mich zu Hause zu fühlen. Ganz im Ernst, ich möchte nie, niemals irgendwo wohnen, wo ich morgens keine Chance auf Amselgesang habe. Zum Frühling und Sommer gehören Amseln und ihr morgendliches Konzert für mich wie kaum ein anderes Tier.

Montag, 20. April 2015

Egoismus-Steak medium

GA

Blogideekasten-Thema #44:
Wir, du, ich – Egoismus und wie viel davon in euch steckt

Fuuuuh, die Sache mit dem Egoismus. Schwierig, ganz schwierig für uns. Weil wir, müssten wir unseren persönlichen Egoismus auf einer Skala von 0 - 10 angeben, für verschiedene Lebensbereiche die unterschiedlichsten Werte herausbekämen.

Georg ist ein im Grunde harmonieliebender Mensch, der für jene, die er liebt, auch gern und ohne Bitterkeit mal zurücksteckt. Kaum ein anderer Mann fände es wohl nicht nur okay, sondern auch noch toll, wenn seine Partnerin so viel von ihrer Freizeit schreibend verbringt wie Alex. Ein klein wenig Egoismus steckt hier allerdings auch drin: Auf Lesestoff, der ihn tatsächlich interessiert und berührt, wartet er eben auch dann gern, wenn es ihn um ein Stück Paarzeit bringt. Also klassische Paarzeit, zusammen sind wir aus bekannten Gründen ja ohnehin permanent.

Alex ist kein arg harmoniebedürftiger Mensch, aber dagegen hat sie natürlich auch nichts. Momentan macht Georg etwas, das man als Diät bezeichnen könnte (ohne Hungern und Kalorienzählen, aber mit sehr viel Rohkost und kaum Fett), und auch wenn sie selbst dank Onkel Hashimoto gewichtstechnisch nichts davon hat, isst Alex mit Georg ausschließlich das, was auch er isst. Egoistisch ist das nicht, während Georg umgekehrt eher nicht mitmachen würde, wenn es des Gewichts wegen nicht unbedingt sein müsste, weil Essen ihm einfach viel mehr bedeutet. Das wiederum hätte für uns auch nicht wirklich etwas mit Egoismus zu tun. Behinderungsbedingt fällt Bewegung für Georg mehr und mehr flach, sodass er das Essen extrem einschränken muss, um nicht irgendwann als Obelix 2.0 zu enden, aber zugleich ist Essen für ihn (für Alex auch, aber in weniger hohem Maße) auch einfach Lebensqualität.

Wenn wir uns irgendwo zu zweit vorstellen, so auch hier auf dem Blog, besteht Georg in der Regel darauf, dass Alex’ Name zuerst genannt wird, weil sich das für ihn einfach so gehört. Ausreden lässt er sie aber eher selten, zu groß ist das eigene Redebedürfnis, und sie redet ja eh nicht so gern, könnte man diesen Zug also nicht auch als zutiefst altruistisch bezeichnen? (Bitte bloß nicht ernst nehmen.)

Alex hat schon für viele Familienmitglieder und Freunde Bewerbungen und sonstigen Schriftkram verfasst oder korrigiert, natürlich ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Als kürzlich aber ein Korrektor des iFuB-Verlags aus Zeitgründen kündigen musste und sie vom Verlag gefragt wurde, ob sie diese Tätigkeit (zumindest befristet) übernehmen könnte, hat sie abgesagt, obwohl es dem Verlag sehr geholfen hätte. Das wäre, wenn auch nur zeitweise, erst mal ein Vollzeitjob gewesen, allerdings ohne nennenswertes Einkommen und ohne Krankenversicherung – das ist ihrerseits leider einfach nicht machbar. Darunter würde ihre eigentliche Aufgabe leiden, nämlich Georg bestmöglich zu versorgen. So gesehen war die Entscheidung im Grunde nicht ganz so egoistisch. Und zugleich war sie es doch. Es kommt auf den Standpunkt an.

So ist es mit vielen Entscheidungen und Handlungsweisen, vermutlich in jedem Leben. Der Standpunkt und die Kenntnis der Gesamtsituation sind wichtig, um halbwegs beurteilen zu können, ob ein Verhalten egoistisch ist oder nicht oder vielleicht sogar beides zugleich, irgendwie.

Als extreme Egoisten würden wir uns definitiv nicht bezeichnen, aber ebenso wenig als Altruisten. Egoismus-Steak medium, würden wir sagen.

Freitag, 17. April 2015

Zwischenmenschliches in einer schnelllebigen Welt

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Manchmal ist das Leben extrem widerlich, zum Beispiel, wenn man plötzlich Angst um einen Angehörigen hat, während gerade erst eine Angehörige verstorben ist, und manchmal weiß man, dass Schlaf sowieso nicht drin ist, und dann kann man auch einen Projektbeitrag schreiben, den man aufgrund von ... allem schon gar nicht mehr eingeplant hatte und zu dem einem plötzlich dann doch jede Menge komisches Zeug einfällt, zum Beispiel zum Blogideekasten-Thema #19 (Zwischenmenschliches in einer schnelllebigen Welt).

Vorsicht, wirr (glaub ich), aber das zumindest kann ich aufs Fieber schieben, das ich (samt zugeschwollenem Hals) schon wieder habe. Andererseits, nein. Fieberlos klingen meine Einträge hier auch nicht durchdachter.

Fünf Gedankenhaufen:

#1 Relikt


Manchmal kommt es mir so vor, als wäre Trauer ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Trauer um einen geliebten Menschen, der sterben musste. Trauer um eine Beziehung, die man gern fortgeführt hätte, der ehemalige Partner aber nicht. Trauer um die einstige Heimat, die man verloren hat. Trauer, das bedeutet Sehnsucht und Leid und Rückzug, manchmal auch für lange, lange Zeit – und lange, lange Zeit hat heute kaum noch jemand. Das Leben muss doch weitergehen, und schnell wird der Trauernde zu jemandem, der nicht ins Bild passt, der nicht funktioniert, der ja dauernd nur deprimiert in einer Ecke hockt, und was ist da das Naheliegendste?

Therapie, Baby. Und Tabletten. Was, du vermisst deine toten Angehörigen länger als zwei Wochen? Du bist depressiv. Es gibt doch so viel Schönes in der Welt, sei doch mal positiver, schau, ich kenne da einen tollen Therapeuten, die Ines, die Leni, die Vera und die Dominique sind totaaaal zufrieden mit ihm!

#2 Accessoire

Manchmal, da kommt es mir auch so vor, als wäre ein Therapeut für viele Menschen heute gar kein Arzt mehr, sondern eine Art modisches Accessoire. Das empfinde ich deshalb als besonders problematisch, weil er in der öffentlichen Wahrnehmung auch zuvor noch nie ein richtiger Arzt gewesen zu sein scheint, sondern jemand, zu dem man heimlich geht, der Dinge behandelt, die Tabu sind, die geheim bleiben müssen, für die man sich schämen muss.

Heute schämen sich viele Menschen nicht mehr dafür, zum Therapeuten zu gehen. Das finde ich gut. Weniger gut finde ich: Einige von ihnen prahlen geradezu damit. Mit ihren Therapiesitzungen, mit ihren Diagnosen, mit ihrem omnipräsenten »Mein Therapeut sagt [...]«, und Scheiße, das hat für mich nichts mit Enttabuisierung zu tun, das schafft für viele andere Betroffene, die nicht als aufmerksamkeitsgeil abgestempelt werden möchten, sogar neue Tabus. Weil sie so nicht sein möchten, weil sie nicht öffentlich seelenstrippen müssen wollen (ist das jetzt noch meine Muttersprache?), damit ihre Erkrankung anerkannt wird.

Wenn jemand sagt, dass er das Reizdarmsyndrom oder Rheuma oder Migräne hat, verlangt in der Regel niemand Details, bevor er die Erkrankung als bestehend annimmt. Wenn sich aber jemand öffentlich zu seiner psychischen Erkrankung bekennt, besteht oft regelrechte Sensationsgeilheit von außen. Als könne es nur denjenigen tatsächlich schlecht gehen, die mindestens einmal pro Woche ausführlich von den Ergebnissen ihrer letzten Therapiesitzung berichten.

Meinem Eindruck nach besteht an den Schicksalen hinter den öffentlich thematisierten Diagnosen aber eher selten (ich sage nicht nie!) ehrliches Interesse. Es scheint mehr ums Informiert-Sein zu gehen, vielleicht auch ein merkwürdiges Stück weit um Unterhaltung.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre das nicht mehr mein Planet.

#3 Irgendwo dazwischen

Und dann kommt es mir wiederum manchmal so vor, als wäre ich zugleich der am besten und schlechtesten an unsere schnelllebige Welt angepasste Mensch, den ich kenne. Soweit ich überhaupt behaupten kann, dass ich mich kenne.

Ich schreibe nicht gern öffentlich darüber (nicht aus Scham, sondern weil das Thema automatisch nicht ausschließlich mich, sondern auch Angehörige betrifft), aber ich habe zusammengerechnet gut ein halbes Jahr meines Lebens in der Psychiatrie verbracht. Nicht wirklich freiwillig, und arg weit gebracht hat es mich auch nicht, aber zumindest weiß ich, wie Therapien ablaufen können.

Die »Erkenntnisse« aus meinen Therapien waren für mich relativ belanglos.

Eine Erkenntnis, die mir völlig von selbst gekommen ist, bringt mir aber viel:

Abschiede fallen mir (meistens) vergleichsweise leicht, darüber habe ich hier schon einmal kurz geschrieben. Das Bewusstsein, dass Menschen mal da sind und mal nicht und dass es auch in den Nicht-da-Zeiten immer irgendwie weitergeht, ist so tief in mir verankert, dass es mich (meistens) einfach nicht gänzlich umwirft, wenn es zu Brüchen im zwischenmenschlichen Bereich kommt. Viel schwieriger ist es für mich, mich durch von Einseitigkeit oder Unverständnis geprägte Beziehungsleichen zu quälen, Zeit und Gefühle in etwas zu pumpen, das im Grunde gar nicht mehr existiert. (Vielleicht übertragen von: Der [zumindest mental und emotional] abwesende Angehörige ist okay, es geht schon auch ohne ihn irgendwie. Der aggressive, mit diversen bewusstseinsverändernden Substanzen vollgepumpte Angehörige ist ein Problem, und genauso der Angehörige, der zwar im Grunde da ist, aber die Erwartungshaltung hat, versorgt zu werden, statt zu versorgen. Details gibt es dazu wie immer nicht, aber ich denke, es reicht, um sich vorstellen zu können, was ich meine.)

Ich habe das Gefühl, dass sehr viele Beziehungen heute so funktionieren, nur dass viele Betroffene das gar nicht merken. Dafür braucht es auch gar keinen bestimmten Hintergrund – ich glaube zwar, einen zu haben, aber wer weiß, wie ich ohne ihn wäre. Vielleicht gar nicht mal so anders, was das betrifft.

Es war noch niemals so leicht, mit einer Vielzahl von Menschen schnell und (zumindest im Anfangsstadium) völlig ohne Reisekosten in Kontakt zu treten und zu bleiben, ganz gleich, wie weit sie von einem selbst entfernt wohnen. Man ist nicht plötzlich komplett isoliert, wenn man umzieht oder wenn man sich mit dem ehemaligen Freundeskreis verkracht. Und das ist irgendwie Segen und Fluch zugleich – denn ich habe das Gefühl, dass »Um einen geliebten Menschen kämpfen« inzwischen nicht mehr besonders gefragt ist. Wenn eine Beziehung endet, ob liebes- oder freundschaftstechnisch, ist das »Wir haben uns auseinandergelebt« und die Akzeptanz dessen oft die Variante der Wahl. Es könnte(n) ja schließlich noch ein besserer Partner oder bessere Freunde auf uns warten.

Und hier steige ich wiederum aus und komme nicht mehr mit. Ja, mir fallen Abschiede leicht – aber ein Mensch, der mir so viel bedeutet, dass ich mit ihm zusammenziehe, ihn heirate oder etwas anderes wirklich Großes mit ihm gemeinsam plane, muss auch einen Kampf wert sein, wenn es bröckelt. Bevor es zu einer einseitigen Beziehungsleiche kommt, um die ein Kampf nicht mehr lohnt, weil er einen nur kaputtmacht.

Zugleich glaube ich: Solche besonderen Beziehungen sind selten, und ein Mensch ist gar nicht fähig, mehrere von ihnen gleichwertig und gleich intensiv zu führen. Wir können nicht jedem Menschen, den wir mögen, einen so gigantischen Platz in unserer Welt zugestehen. Während aber in den sozialen Netzwerken eine hohe Anzahl an »Freunden« oder Followern alles zu sein scheint; während es irgendwie auch im RL zum guten Ton zu gehören scheint, viele gute Freunde zu haben.

Zusammenfassender Erklärungsversuch: Das kann nicht gut ausgehen. Zumindest nicht in allen Fällen. Weil vielen aber nicht bewusst ist, dass sie gar nicht allen diesen »Freunden« die gleiche Wertigkeit geben können (und umgekehrt), sind sie völlig von der Rolle und bitter enttäuscht, wenn ein großer Teil dieser Beziehungen plötzlich endet. Während andere allgemein nur mit den Schultern zucken, weil die Welt groß und virtuell problemlos erreichbar ist und Ersatz nicht lange auf sich warten lässt.

Ich bin irgendwo dazwischen. Ich kenne all das zu einem mal kleinen, mal großen Teil. Es trifft mich (meistens) nicht übermäßig hart, wenn eine zwischenmenschliche Beziehung zugrunde geht – aber es verstört mich, wenn Menschen es sogar im allerengsten Kreis munter so weit kommen lassen. Der engste Kreis ist, glaube ich, etwas, dessen Wert einem nicht in die Wiege gelegt sein muss. Den kann man auch von allein erkennen. Die größte Schwierigkeit dabei ist vielleicht, für sich selbst herauszufinden, wer dieser allerengste Kreis denn nun tatsächlich ist – und sich um diese Menschen auch dann zu bemühen, wenn es einfacher wäre, es nicht zu tun. Umgekehrt bedeutet das aber wiederum auch: Nicht jedem Menschen muss man nachlaufen, nicht jeden Menschen kann man halten. Und man ist kein egoistisches Arschloch, wenn man das für sich erkennt und annimmt.

#4 Wirklich so unfähig?


Tja, aber dann kommt es mir manchmal auch so vor, als wäre ich doch ein Arschloch. Vor allem Menschen gegenüber, die mir wichtig sind.

Wenn ich mich mit jemandem fest zum Chatten verabrede und mich ernsthaft und konzentriert mit ihm unterhalten möchte, kann ich nebenbei nichts anderes tun. Musik hören, das geht, ja, aber sonst nichts. Nicht konzentriert. Nicht so, dass ich was davon habe, und vor allem nicht so, dass ich dabei das Gefühl habe, den Menschen, mit dem ich mich gerade unterhalte, tatsächlich vor mir zu haben, ob virtuell oder real ist doch im Grunde egal. Ich kann nicht mal konzentriert mit zwei Personen parallel chatten, nicht so, dass ich beiden die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen kann, es geht nicht, funktioniert nicht, bin ich eigentlich wirklich so unfähig oder geht das im Grunde allen Menschen so, nur dass sie es nicht zugeben?

Es irritiert mich, wenn ich merke, dass der Mensch, der sich gerade mit mir unterhält, nebenbei noch mehrere andere Dinge tut. Wenn mir der Mensch tiefergreifend wichtig ist, verletzt es mich sogar. Selbiges, wenn ich mit einem solchen Menschen am Tisch sitze und er sein Smartphone einfach nicht weglegen kann. Wozu sprichst du mit mir, möchte ich dann fragen, wozu sprichst du überhaupt mit mir, egal ob virtuell oder von Angesicht zu Angesicht, wenn du verflucht noch mal nebenbei noch mindestens zwei andere Gespräche brauchst?

Und das Schlimmste, das mit Abstand Schlimmste ist, wenn der Mensch, der sich gerade mit mir unterhält, plötzlich schreibt: Gibt Essen, Moment oder Bin kurz nebenan, Moment oder Ähnliches, und dann über eine halbe Stunde nicht mehr auftaucht, ohne sich noch mal auf irgendeine Weise bemerkbar zu machen, während ich da sitze und auf ihn warte, weil ich schließlich mit ihm sprechen möchte, und dann auch nichts anderes zu tun habe in der Zwischenzeit, weil ich schließlich mit ihm sprechen möchte, und dann warte und warte auf nichts und niemanden.

Und wenn ich Situationen wie diese andeute und dann zu hören oder zu lesen bekomme, mein Gegenüber sei halt multitaskingfähig, dann frage ich mich manchmal, ob diese Kontakte eventuell auch welche sind, die mir nicht wirklich guttun, und an sich ist das schon sehr arschlochhaft. Das Leben in unserer Zeit ist so. Letzten Endes kann niemand etwas dafür, dass ich da nicht hinterherkomme(n will).

#5 Nie vergessen

Es wird so oft von Online-Freunden und RL-Freunden gesprochen. Mache ich selber natürlich auch, ja. Als RL-Freunde bezeichne ich allerdings in der Regel auch Online-Freunde, deren reale Identität mir bekannt ist und mit denen ich mich bereits mehrfach offline getroffen habe. Darum geht es mir aber gar nicht – also nicht darum, wer die Bezeichnung RL-Freund »verdient« –, sondern darum:

Manchmal habe ich das krude Bedürfnis, die RL-Freunde mancher Online-Menschen in Schutz zu nehmen. Weil so viele Online-Menschen sagen, ihre Online-Freunde verstünden sie viel besser als ihre RL-Freunde, seien sensibler und herzlicher. Diese Erfahrung habe ich auch tatsächlich selbst schon gemacht. Aber: Reine Online-Freunde müssen auch viel weniger von unseren schlechten Eigenschaften aushalten. Die ganzen Reibereien, die sich im alltäglichen Umgang zwischen Menschen einschleichen und die man gar nicht verhindern kann, bleiben in reinen Online-Freundschaften meistens außen vor. Da sieht man vielleicht schon auch mal die echte Verzweiflung eines Menschen, aber eher selten die echten Wutausbrüche, das echte Ins-Wort-Fallen, den echten manchmal auch gelangweilten Gesichtsausdruck und so weiter.

Eine Wertung, ob RL-Menschen oder Online-Freunde einem näher sind, halte ich für falsch, das empfindet garantiert auch jeder Mensch anders. Aber ich glaube, dass RL-Menschen uns anders »erdulden« müssen als Online-Menschen, und möchte das bei meinen eigenen RL-Menschen auch einfach nie vergessen.

... So. Mir würde jetzt sicher noch mehr Zeug einfallen, mein Hirn ist gerade sehr ausspuckbereit, aber das sind nun knapp 2.000 Wörter Text, und damit soll es für diesen Tag und dieses Stichwort genug sein.

Beste Nacht, Welt!

Donnerstag, 16. April 2015

Krötenorgie

GA

»Schatz? Unser Sex ist in letzter Zeit so ... nun ja ... eintönig geworden.«
»Ja, Baby, ich weiß. Was hältst du von einem Besuch im Swingerclub?«

»... ... ... Also ... ich ... äh ...«
»Vorher sollten wir aber ein bisschen abnehmen, damit wir uns nicht blamieren. Vor allem du.«

»Schatz? Ich HASSE Sport!«

»Ich auch, Baby, aber es wirkt! Du bist schön wie nie!«

»Da wären wir, Baby. Oh, und ... halloooo ...«

»Schatz? SO hab ich mir das nicht vorgestellt!«
»Doch, es gefällt dir, Baby, du weißt es nur noch nicht ...«
 
»... Baby?! Jetzt warte doch!«

»Tsss, der kann mich mal mit seinem ›Jetzt warte doch!‹ ...«

»Was ich wollte, war mehr Romantik!«

»Das hätte mir dieser Hohlkopf ruhig von den Augen ablesen können!«

»Bloß weg aus diesem Sündenpfuhl ...«

»... Huch? Und von wem sind die jetzt, bitteschön?«

Mittwoch, 15. April 2015

Wie du dich jetzt anfühlst

GA

[ Arg lang war die Pause nun doch nicht. Aber das hier möchten wir gern machen. ♥ ]

Von uns beiden vielen Dank für alles. Ganz besonders fürs Nichturteilen, wo so viele andere glaubten, ihnen stünde ein Urteil zu.

















Freitag, 10. April 2015

Pause

GA

Hallo ihr Lieben,

aufgrund eines familiären Todesfalls pausieren wir das Posten hier für eine Weile, unabhängig davon, was die letzten Tage geplant wurde. Auch bei den Projekten, an denen wir in letzter Zeit teilgenommen haben (Blogideekasten und Dienstagsfüller), werden wir so lange aussetzen. Wir kommen aber wieder, keine Sorge. Wir wollten hier einfach gern kurz Bescheid geben, damit ihr euch nicht wundert, wenn plötzlich eine Weile keine Posts mehr kommen.

Alles Liebe
Georg und Alex

Mittwoch, 8. April 2015

Chaoskopf mit Arbeitsplan

AD

Huh, das wird ein Chaos-Post, passend zum Chaoskopf. Egal. Na ja, und vielleicht wird es ja auch gar nicht so schlimm wie gedacht.

Mitte März hatte ich ja über Codewort: Puls geschrieben:

[...] jetzt geht es in meinem Hirn erst mal weiter vorrangig um Puls. Ich hätte die Überarbeitung am liebsten noch etwas hinausgezögert – je mehr Abstand zur Geschichte, desto objektiver erfolgt meine Auseinandersetzung damit –, aber ich kann nicht. Es verlangt mich danach, mich mit Douglas und Suey zu beschäftigen, und auch wenn ich in den nächsten zwei Wochen nicht soooo viel Zeit für sie freischaufeln kann, möchte ich die Überarbeitung in den kommenden Tagen starten, um inmitten der ohnehin stets präsenten Begeisterung auch mal was Sinnvolles für die Story zu tun.

Und ich wollte, wollte, wollte so gern mit der Überarbeitung anfangen – aber es hat zeitlich einfach nie hingehauen. Dann wurde Georg krank, dann wurde ich krank, dann war Ostern, und nun ist schon fast Mitte April und nach wie vor ist nichts überarbeitet.

Geplant war das nun fest ab heute, die kommenden Tage müsste ich immer mal wieder Zeit dafür haben – haha, nur dass gestern zwei neue Charaktere meinen Kopf gestürmt haben und nun zwingend ihre eigene Geschichte brauchen, die bislang nur als vage Idee existierte. Die Geschichte trägt nun den Arbeitstitel (und vielleicht auch den endgültigen Titel) Sein Artist und gehört ebenfalls in den Waidbronn-Kosmos – das ist aber kein geduldiger Stoff, der sich sanftmütig und ohne jede Eile in meinem Hinterkopf einnistet, sondern ein trampelndes Rumpelstilzchen, das jetzt sofort geschrieben werden will, weil sonst seine Lebendigkeit wahrscheinlich auf der Strecke bleibt.

Orr, Zwickmühlen-Alarm – aber okay, wahrscheinlich ist es ganz gut so. Wenn ich Sein Artist sofort beginne, kann Codewort: Puls doch noch ein klein wenig ruhen vor der Überarbeitung, und ich glaube, dass das der Geschichte guttun wird. Ich bin im Moment im Grunde noch zu »Mimimi, Herz«-mäßig drauf, um innerhalb von Puls wirklich kritisch den Rotstift anzusetzen.

Außerdem toll: Lexi hat bald Urlaub und wird dann intensiv an Seth (das jetzt vielleicht doch Seths Leben heißen wird, hihi, wie mich das freut) schreiben; dann können wir parallel schreiben und uns treten, das Zeug lesen zu wollen.

Sein Artist wird allerdings vermutlich keine allzu lange Geschichte. Ich rechne mit maximal 20.000 Wörtern, garantieren kann ich das aber natürlich wie immer nicht. Eigendynamik ist immer möglich, auch wenn ich bereits einen Plan habe.

Über den Inhalt von Sein Artist verrate ich ... mal noch nichts. Was ich schon berichten kann, ist aber, dass die Geschichte bereits komplett durchgeplant ist – ohne mein bewusstes Zutun. Hat mein Hirn mir vor die Füße geworfen wie eine Katze einen erlegten Singvogel. Singt sogar ein bisschen, und mit dem Tod hat das Ganze auch zu tun.

Whee, ich freu mich. Auf alles.

Dienstag, 7. April 2015

Hooray for Tea!

GA

Post zu Sallys Dienstagsfüller #4

Da unsere Antworten diesmal komplett gleich sind (ja, wir sind langweilig, aber hallo, wir wohnen seit Februar 2007 zusammen), haben wir sie der Einfachheit halber in Wir-Aussagen umgewandelt und hoffen, dass das so geht und okay ist:

Wir können abends richtig gut ... Tee trinken. Oder Kaffee. Oder beides. Nicht, dass das jetzt eine große Leistung wäre, aber ... ähm.

Vor dem Einschlafen müssen wir unbedingt kontrollieren, dass alle Stromschalter aus sind, und dann so Pärchensachen machen.

Man kann uns sehr glücklich machen, indem man uns schwarzen, grünen oder weißen Aromatee schenkt.

Wir wünschen uns ... neue coole Teesorten? ... für unsere Zukunft. Nein, in erster Linie wünschen wir uns einfach eine Zukunft. ♥

Samstag, 4. April 2015

Ostergrüße

GA

Jetzt haben wir es doch noch geschafft: Die Eine hat sich beim Anderen angesteckt, hat einen zugeschwollenen Hals und es wird eifrig im Duett geschleimt. Der Ostersonntag und unser siebter Hochzeitstag, die morgen auf einen Tag fallen, werden daher extrem ruhig ablaufen.

Wir hoffen, um eure Gesundheit ist es besser bestellt und wünschen euch ...

Donnerstag, 2. April 2015

Gute Nachrichten

AD

Halloooo, ich bin Alex, ich werde gestern in zwei Monaten 32 Jahre alt (ein Alter, in dem Demenz beim Großteil der Bevölkerung eigentlich noch kein Thema ist), ich habe seit dem Wochenende nicht mehr ernsthaft geschlafen und hätte daher fast vergessen, dass gestern (das richtige Gestern, nicht das in zwei Monaten) Schwester golden, Bruder aus Stein erschienen ist. Der Link hier führt nun erstmals nicht zur Geschichte (bzw. zur Leseprobe der Geschichte) auf FanFiktion.de, sondern direkt zum E-Book auf Amazon. In wenigen Wochen folgt dann auch die Printversion.

Normale Leute freuen sich wie bekloppt in solchen Momenten und hüpfen rum, aber ihr wisst ja eh, dass ich nicht so der Hüpfer bin, und vor allem bin ich im Moment echt zu müde für tiefergreifendes Glücksempfinden. Freuen tu ich mich schon, doch, das definitiv, nur halt stiller als es vielleicht angebracht wäre.

Die richtig gute Nachricht ist nun aber, dass Georg langsam was abhusten kann (und Alter, was da aus seiner Nase kommt, hat Springbrunnenqualität), das ist in jedem Fall schon mal toll, und wir hoffen jetzt einfach, dass er über die Feiertage Husten und Schnupfen endgültig los wird, dann werd ich auch mal wieder mehr schlafen und so. Atemwegserkrankungen sind angesichts der ohnehin schon bestehenden (Ver-)Schluckproblematik bei ihm einfach immer richtig scheiße, aber es scheint nun tatsächlich besser zu werden.

Wow, diese Bandwurmsätze machen Georgs Sätzen Konkurrenz. Ich mach mir jetzt Kaffee. Lebt lang und streitet auch mal, wenn ihr wollt. Prost!
 
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