Montag, 30. November 2015

Neue Self-Publishing-Erfahrungen

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Und weiter geht’s mit ein paar gesammelten Erfahrungen im Bereich Self-Publishing und dem allgemeinen Veröffentlichen. Nach wie vor, das ganz zu Anfang, finde ich besonders im Self-Publishing-Bereich alles wahnsinnig interessant, obwohl auch da nicht alles optimal läuft. Kann es ja aber auch gar nicht ohne Erfahrung; darum mache ich das ja – um rauszufinden, ob es mir insgesamt liegt, und um zu lernen.

Die schönen Nachrichten zuerst: Die Printversion von Sein Artist ist fertig und kann bestellt werden; meine eigenen Exemplare wurden am Samstag verschickt und müssten daher diese Woche noch bei mir ankommen. Dann kann ich Fotos davon machen und euch hier zeigen, sodass jene, die überlegen, sich das Buch zu kaufen, ein Bild davon bekommen, ob ihnen das Ergebnis den Preis von 6,99 € wert ist. Auf Amazon ist das Buch derzeit offenbar nicht verfügbar (war es aber zu Anfang mal laut Anzeige), über den sonstigen Buchhandel scheint das Bestellen aber kein Problem zu sein, auch wenn die Lieferung etwas dauert – ich habe als Distributor für die Printversion Books on Demand gewählt, was bedeutet, dass die Bücher in der Regel erst bei Bestellung gedruckt werden. Bei anderen BoD-Autoren werden aber auf Amazon verfügbare Exemplare angezeigt und bei mir anfangs ja auch; da weiß ich noch nicht recht, wie das läuft – Georg hat nun mal aus Neugier ein Exemplar via Amazon geordert, damit wir überprüfen können, wie lange es dort von der Bestellung bis zum Erhalt wirklich dauert.

Außerdem schön: Auch die Kindergeschichte Die Einhornrakete (Verlag in Farbe und Bunt) ist nun endlich als Printversion erhältlich. Alles in allem bereue ich die Verlagsveröffentlichungen aufgrund des ganzen Drumherum-Chaos zwar inzwischen, aber das Büchlein ist wirklich hübsch geworden und ich freue mich auf die zwei Folgegeschichten, die es derzeit zumindest schon jeweils als E-Book gibt.

So, und zum Schluss die kleinen Lektionen, die ich als Indie-Anfänger bislang gelernt habe. Vielleicht helfen sie ja jemandem weiter, der ähnliche Pläne hat. Und zwar hatte ich ja bereits geschrieben, dass das von neobooks automatisch generierte E-Book (Sein Artist) alles andere als professionell aussieht. Übermäßig gestört hat mich das nie, ich fand es halt schade, der Inhalt ist mir aber grundsätzlich weit wichtiger als die Optik. Nun aber, wo ich mir von Ka & Jott ohnehin schon die Printversion des Buches setzen ließ, dachte ich mir: Komm, lass sie das E-Book gleich auch mit setzen, du kannst es dir grad leisten und dann sieht das Ding ordentlich aus.

Das von Ka & Jott gesetzte E-Book sieht auch tatsächlich gut aus, wirklich schön – aber zuerst wurden auf neobooks die Formatierungen nicht übernommen, und dann, als das Problem gelöst war, wurde das E-Book nicht in dieser Version an den Handel übermittelt. Nach einigem Nachbohren habe ich heute nun endlich erfahren, warum: Laut Handel ist die Schriftart/die Verschlüsselung fehlerhaft/nicht zugelassen. Gemessen daran, dass das E-Book auf meinem und Georgs Reader fehlerfrei funktioniert und daran, dass Ka & Jott nicht ausschließlich Dienstleister sind, sondern inzwischen sogar einen eigenen Verlag haben, kommt mir die Aussage aber sehr seltsam vor.

Ich habe nach wie vor keine Ahnung, was nun ganz konkret das Problem ist, die Infos waren sehr schwammig, aber dafür weiß ich etwas anderes: Mit neobooks ist es ein bisschen wie mit unserer Krankenkasse: Solange ausschließlich Standardprobleme auftreten, läuft alles super; das Team ist sehr nett und meldet sich in der Regel schnell und zuverlässig auf Fragen aller Art zurück. Sobald aber speziellere Probleme entstehen, die nicht durch Standardhandlungen gelöst werden können, ist der Kunde relativ allein damit, weil das Team auch nicht weiß, was nun ganz konkret geändert werden müsste, damit das Ergebnis hundertprozentig sicher korrekt ist. Natürlich könnte ich mir das E-Book nun auf gut Glück noch mal setzen lassen, aber irgendwann reicht es halt mit dem Aufwand, finde ich. Es war einfach ein misslungener Teil des Experiments.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, bei neobooks zu kündigen und auch das E-Book von BoD vertreiben zu lassen, und darüber habe ich auch eine Weile nachgedacht, aber das würde Chaos verursachen, das ich im Augenblick nicht zusätzlich noch gebrauchen kann. Meine Haupttätigkeit ist nun mal nicht das Schreiben und das ganze momentane Drumherum, sondern häusliche Pflege und gesundheitliche Organisation. Bei Codewort: Puls werde ich es aber im nächsten Jahr mit dem BoD-Gesamtpaket versuchen. Dann berichte ich euch, ob dieser Weg insgesamt lohnender ist oder ob sich da ebenfalls Probleme ergeben; das kann ich ja im Vorfeld noch gar nicht wissen.

Mein vorläufiges Fazit: neobooks ist wirklich toll für absolute Anfänger und Autoren, denen die optische Gestaltung ihres E-Books nicht vordergründig wichtig ist. Auch Autoren, die selber in Bezug auf den Satz fit sind und gegebenenfalls so lange experimentieren können, bis alles passt, sind dort bestimmt gut aufgehoben. Falls aber jemand eine totale Technik-Null ist und zugleich Wert auf professionell aussehenden Satz legt, ist der Distributor eher mit Vorsicht zu genießen. Ich selber finde es nun nicht ernsthaft schlimm, dass das nicht geklappt hat – es ärgert mich natürlich, aber zugleich war mir auch von Anfang an klar, dass ich mich im Rahmen dieses Experiments auch mal ärgern würde und manches auch womöglich nicht funktioniert. Ich habe nun ja schon oft erzählt, dass das Ganze für mich wirklich Experimentiercharakter hat, und dazu zählen halt auch Fehlversuche. Wer sich allerdings viel von dem E-Book verspricht, sollte genau planen und sich vorab überlegen, an wen er sich wendet, wenn gravierende Probleme auftreten.

Soweit mal meine neuen Self-Publishing-Erfahrungen. :)

Samstag, 28. November 2015

Mord und Schöpfung

GD

Heute gibt es erneut eine Buchempfehlung von mir, die, finde ich, alles in allem sehr gut in die Vorweihnachtszeit passt: Treffpunkt Tatort (3 x 7 Zusagen des Glaubens) von Maurus Runge, dessen Twitter-Account ich noch aus meiner aktiven Zeit dort kenne. Über diesen Account ist Alex auf das Buch aufmerksam geworden, und da wir beide sowohl kleine Tatort-Junkies als auch gläubig sind, haben wir es uns in diesem Herbst endlich bestellt.

Mit 116 Seiten ist das Buch zwar nicht übermäßig umfangreich, weshalb ich zuerst über den Preis von 13,90 € staunte (Alex: »Schwabe!«), es ist allerdings sehr angenehm aufbereitet, hat eine tolle Haptik und enthält zahlreiche schöne Fotografien. Zuerst gibt es daher ein paar Bilder vom Buch, die ich leider etwas verwackelt habe, aber man erkennt trotzdem alles und kann einen ersten optischen Eindruck gewinnen:

Das Buch kuschelt mit meinem Jurij-Lesezeichen.

Seite 113 – Bild: kobold789, pixelio

Seite 79 – Wie könnte ich diesem Kapiteltitel widerstehen?

Nun zum Inhalt:
Der Klappentext: Am Sonntagabend wird im deutschen Fernsehen gemordet nach allen Regeln der Kunst. Ist das nun das richtige Umfeld für ein Glaubensbuch aus der Feder eines Mönches? Aber ja! Denn im „Tatort“ geht es um Leben und Tod, um Gerechtigkeit und Rache, um Liebe und andere Tragödien und vor allem um den Sieg des Guten über das Böse. Es geht also um die großen Themen des Lebens und damit auch um Themen der Bibel und des christlichen Glaubens. Außerdem ist der „Tatort“ ein sonntägliches Ritual, eine Art Fernseh-Hochamt, zu dem sich Millionen versammeln, sich über Twitter oder SMS miteinander verbinden und gemeinsam auf Mörderjagd gehen. Pater Maurus Runge ist einer von ihnen. In diesem Buch greift er einzelne Kommissare, Folgen und Aspekte des mörderischen Geschehens auf und erzählt, was daran Mut fürs Leben machen kann. So wird zum Beispiel aus seiner Sicht eine Pommesbude am Rhein zum Sinnbild für die gute Schöpfung.

Das Buch hat mich mehrfach zum Nachdenken angeregt und mich sogar in meinem eigenen Glauben bekräftigt. Die vielen zwischenmenschlichen Motive, die im Tatort zu finden sind, spiegeln in vielerlei Hinsicht auch die Themen des christlichen Glaubens wider, darum geht es vor allem in diesem Buch. Maurus Runge geht dabei häufig auf persönliche Eigenschaften der Ermittler sowie deren Spleens und Eigenheiten ein, sodass ich denke, dass auch glaubensferne Tatort-Fans sich gut von der Lektüre unterhalten lassen können, wenn sie dem christlichen Glauben nicht komplett ablehnend/feindselig gegenüberstehen. Weiterführend werden die Rituale des Tatorts gewürdigt, zum Beispiel eine gewisse Frittenbude am Rheinufer, die oft Raum zur Reflexion bietet. Mir als Seit-Jahren-fast-jeden-Tatort-Gucker hat das Lesen daher großen Spaß gemacht.

Besonders gut hat mir das letzte Kapitel gefallen, welches sich mit dem Thema Ende beschäftigt, sowohl in den Tatorten wie auch aus gläubiger und persönlicher Sicht. Die menschliche Natur kommt nie zu kurz in diesem Buch. Eine gelungene Kombination aus Tatort-Fakten und christlich geprägter Lebensbetrachtung. Gerne gelesen!

So, und diese kleine Rezension werde ich auch gleich auf Amazon stellen, falls ich mit dem Rezi-System dort klarkommen sollte. :D (Und sollte jemand sich berufen fühlen, darüber zu meckern, dass ich beim pöhsen Amazon bestelle: Ich habe in unseren beiden lokalen Buchhandlungen schon mehrfach erfolglos um die Anbringung einer Rampe gebeten, und mir irgendwo anders noch einen Account zu erstellen, sehe ich nicht ein. Wenn der lokale Buchhandel keine behinderten Kunden benötigt, soll es eben so sein. ;-))

Freitag, 27. November 2015

Prioritäten und Verluste

Blogideekasten-Thema 37: Verluste

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Prioritäten und Verluste – zwei Themen, die für mich im Kopf oftmals zusammengehören, zumindest zu weiten Teilen. Denn Entscheidungen zu treffen, bedeutet ja nicht ausschließlich, das zu gewinnen, wofür man sich entscheidet. Nein, man verliert zugleich auch das, wogegen man sich entschieden hat, und das auszuhalten, scheint vielen Menschen zunehmend schwerzufallen.

Im Post Gedanken zum Essen hat Georg davon berichtet, dass wir einen großen Teil des uns zur Verfügung stehenden Geldes für Lebensmittel ausgeben. Und dass dies das Ergebnis einer bewussten Entscheidung ist: Gute, gesunde, wohlschmeckende Lebensmittel sind uns meist wichtiger als Luxusgüter oder Statussymbole. Nach wie vor besitzt keiner von uns beiden ein Smartphone, nach wie vor kaufen wir uns nur neue Kleidung, wenn die vorhandene nicht mehr passt oder kaputt ist. Natürlich könnten wir darüber jammern und klagen, was wir uns alles nicht leisten können, und besonders den Verlust hervorheben, den Mangel dessen, wofür das Geld dann eben nicht mehr reicht. Aber wozu? Wir haben eine bewusste Entscheidung getroffen. Brauchen oder möchten wir etwas anderes dringender, müssen wir uns halt neu orientieren.

Eine ähnliche Entscheidung war es, Sein Artist als Printversion zu veröffentlichen. Der Satz und der Umschlag haben mich Geld gekostet, mit dem ich mir natürlich auch neue Herbstklamotten hätte kaufen können. Oder Kosmetika. Oder sonst irgendwas, was derzeit in ist. Brauche ich aber nicht. Bekleidung ist kein Wegwerfartikel für mich. Nichts, das ich im Alltag benötige, ist ein Wegwerfartikel für mich, von Dingen wie Klopapier, Taschentüchern etc. mal abgesehen. Ob ich die Entscheidung bereue, wird sich zeigen, wenn ich das erste gedruckte Exemplar in den Händen halte, denn bislang habe ich keine Erfahrungen mit dem Self-Publishing gedruckter Bücher. Falls mich das Ergebnis nicht überzeugt, werde ich mich natürlich total ärgern. Aber alles in allem habe ich mich dafür entschieden, das auszuprobieren, und es wäre Unsinn, die Dinge, die ich mir nun stattdessen nicht leisten kann, als Verlust/Mangel zu empfinden.

Das sind zwei sehr schlichte Beispiele aus unserem Alltag. Die Liste kann man aber beliebig erweitern. Und natürlich gibt es noch viele, viele andere Wege, das Verluste-Thema aufzubereiten und aufzuarbeiten. Sowohl Georg als auch ich haben bereits, als wir noch sehr jung waren, eine extrem wichtige Bezugsperson verloren, Georg seinen Vater und ich meine Tante Heidi, von der auch mein Beitrag zur Anthologie Tausend Tode schreiben handelt. Und bei diesen Todesfällen blieb es leider nicht, in der Zwischenzeit sind noch einige weitere Menschen (und auch Tiere, was teils ebenso schwer wog) verstorben, die uns viel bedeutet haben. Was das betrifft, möchten wir hier aber gar nicht so sehr ins Detail gehen im Moment. Diese Leute verdienen, sollten wir je hier ausführlicher über sie sprechen wollen, eigene Einträge, die sich dann tatsächlich ausschließlich mit der Erinnerung an sie befassen.

Andere Verlustarten, die wir beide kennen, sind zum Beispiel das Einschlafen alter Schul- oder Ausbildungsfreundschaften, bewusste, notwendige Kontaktabbrüche oder auch das Ende von Freundschaften, bei denen wir nie erfahren haben, was eigentlich das Problem war. Sprich, dass ein Mensch sich plötzlich einfach nicht mehr gemeldet hat, ansonsten aber durchaus (Online-)Aktivität gezeigt hat.

So etwas ist uns inzwischen insgesamt schon dreimal passiert, und beim bislang letzten Mal haben wir einvernehmlich beschlossen, dass wir diesmal gar nicht mehr nachhaken, was ist. Die ersten beiden Male haben wir uns ziemlich zum Horst gemacht, um herauszufinden, was mit der jeweiligen Person los ist, ob wir irgendwas Falsches gemacht oder gesagt haben, aber ehrlich – das brauchen wir nicht mehr. Wer sich ohne Angabe von Gründen nicht mehr meldet, weil ihm vielleicht irgendwas nicht gepasst hat, uns das aber nicht sagt, möchte es vermutlich so, und wir möchten dann inzwischen auch nicht mehr darüber nachdenken (müssen).

Um den Bogen zum Rest des Eintrags zu spannen: Auch das ist eine ganz bewusste Entscheidung, mit der wir nicht zu hadern versuchen. Ob etwas sich wie ein Gewinn oder ein Verlust anfühlt, hängt für mich im Rahmen des Bereichs, den man selbst beeinflussen kann, fast immer damit zusammen, ob man in der Lage ist, bewusste Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen. Und wenn man das Zu-ihnen-Stehen nicht mehr kann, die Entscheidung umzukehren, sofern das noch möglich ist, und es hinzunehmen, falls es eben nicht mehr möglich sein sollte.

Sonntag, 22. November 2015

Kerzenwarm

GA

Einen Adventskranz haben wir noch nicht, aber dafür das hier …







Samstag, 14. November 2015

Ephraim

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Ephraim ist ein Charakter aus dem Waidbronn-Kosmos und gehört zuordnungstechnisch zu Diego und El'eym, zeitlich wie auch persönlich (äh, Sprache tot, irgendwie):


Seit gestern weiß ich zudem, dass ihre Geschichte aller Wahrscheinlichkeit nach eine (inhaltlich zusammenhängende) Oneshot-Sammlung wird, die den Titel Löwenherzen 2580 tragen wird. Mehr verrate ich aber lieber noch nicht, nicht dass der Charaktertrupp doch noch alles umwirft. Das kennt man ja. *hust*

Donnerstag, 12. November 2015

Goldene Schwester, goldener Junge und mehr

Blogideekasten-Thema 108: Eure liebsten Bücher und warum

GD

Ein Lieblingsbuch im klassischen Sinne habe ich bislang gar nicht, also keines, das ich speziell über alle anderen Bücher erhebe, die ich mag. Von den bisher veröffentlichten Büchern kann ich am ehesten Alex’ Schwester golden, Bruder aus Stein als Lieblingsbuch bezeichnen, welches ich in der Entstehungsphase ja noch auf klassische Weise betagelesen habe, und auch das aktuelle Sein Artist. Ich sage oft, auch wenn ich Alex nie persönlich getroffen hätte, aber über ihre Geschichten gestolpert wäre, wäre sie meine liebste Autorin, weil ich es in anderen Büchern selten erlebe, dass jemand mit so viel Konsequenz Menschentypen in Geschichten einbaut, die sonst, wenn überhaupt, nur als unbedeutende Randfiguren ihr Dasein in Büchern fristen.

Ansonsten mag ich an Büchern z.B. Der Schwarm von Frank Schätzing sehr gern, das dieses Jahr von mir hier empfohlene Drohnenland von Tom Hillenbrand, So finster die Nacht von John Ajvide Lindqvist – allgemein Bücher, die sich etwas vom Gewohnten wegbewegen.

Ich lese an sich auch gern Jugendbücher, wie es SGBAS eines ist, aber gerade da gestaltet sich die Suche nach neuem Lesestoff zunehmend schwierig, da sich der deutsche Buchmarkt im Großen und Ganzen immer wieder mit denselben Themen beschäftigt. Wenn Sachverhalte gestreift werden, die von der Norm abweichen, passiert dies in den meisten Fällen nur am Rande und ist nicht in Gänze beleuchtet. Ich wurde auf der Suche nach imposanter Lektüre abseits des Mainstreams kürzlich aber ganz zufällig doch mal wieder fündig.

Es kann sich lohnen, den Blick über das Einheitsgrau zu heben. Bereits im Jahr 2013 ist im Londoner Verlag Weidenfeld & Nicolson ein lesenswerter, gut durchdachter, teils sozialkritischer und dabei doch auch unterhaltsamer Roman erschienen: Golden Boy von Abigail Tarttelin.

Leider scheint den deutschen Verlagen das Thema des Buches zu heikel zu sein, denn ich konnte keine Übersetzung des Romans finden. Also habe ich das Buch auf Englisch gelesen, und jetzt bin ich so begeistert davon, dass ich schon überlegt habe, selbst eine Übersetzung anzufertigen. Wann immer ich mit dieser auch fertig wäre …

In jedem Fall möchte ich das Buch hier gerne empfehlen, denn wenn es auch nicht im klassischen Sinne ein Lieblingsbuch für mich ist, das ich wieder und wieder lesen werde, hat es mich doch sehr beeindruckt und berührt.

Der Text ist perspektivisch erzählt, wobei sich nahezu jedes Kapitel einer anderen Perspektive widmet. Zunächst wären da der Blickwinkel des Hauptcharakters, Max Walker, und der seiner Eltern. Dann gibt es noch die Perspektiven von Daniel, seinem Bruder, einer Ärztin und einer Schulfreundin namens Sylvie Clark. Max’ Vater kandidiert für das Parlament, weswegen seinen Wahlkampfhelfern Lawrence und Debbie ebenfalls eine Perspektivrolle vergönnt ist.

Um direkt mit der Tür ins Haus zu fallen: Max gleicht äußerlich einem Jungen, doch besitzt er sowohl männliche als auch weibliche Genitalien. Er ist also intersexuell, noch dazu ein so genannter »echter Hermaphrodit«. Er hat sowohl einen Eierstock und eine Vagina als auch einen kleinen Penis. Den zweiten Eierstock hat man bereits entfernt, da er als so genannte »Zwitterdrüse« mit seinen Hoden verwachsen war. Max erfährt, dass entgegen dem, was er gedacht hatte, seine Mutter ihn nach der Geburt operativ dem männlichen Geschlecht zuordnen lassen wollte, und er auf Drängen seines Vaters diese Entscheidung behalten durfte, ob überhaupt eine Zuordnung, und wenn ja, zu welchem Geschlecht, vorgenommen werden soll.

Um noch einen draufzusetzen: Max wird sexuell genötigt, vergewaltigt und infolgedessen geschwängert. Das Buch beschäftigt sich damit, wie er diese Situation zu bewältigen versucht, wie seine Familie damit umgeht, wie sprachlos machend unsensibel manche Mediziner den Fall handhaben und wie Max sich in all diesen Wirren zum ersten Mal heftig verliebt.

Ein wirklich lesenswertes Buch, das nun zumindest eines meiner liebsten Jugendbücher ist, weil es sich etwas traut und dabei dennoch nicht einfach bloß schockieren oder erklären will, wie es Bücher, die sich um heikle Themen drehen, leider oft tun.

Zum Schluss sei noch verraten: Sobald Alex’ Codewort Puls erschienen ist, wird das mein Lieblingsbuch sein, da ich zu diesem Werk einen sehr innigen Bezug habe. ♥ Bis dahin müssen die genannten Werke als Lieblingsbuch-Ersatz genügen, aber das sind ja nun doch einige geworden.

Mittwoch, 11. November 2015

Was ich mit »Codewort: Puls« mache und andere wirre Infos

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Während ich heute furchtbare Warteschleifenmusik am Telefon hörte, wurde mir etwas klar. Etwas, das mich überrascht hat – und zugleich auch nicht.

Bevor ich mich an einen Erklärungsversuch mache, sollte ich erwähnen: Es ist mir nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr passiert, dass ich spontan ein gutes Sümmchen Geld mehr zur Verfügung habe als geplant. Wir leben in einem sehr alten Haus mit ebenso alten Ölöfen, und einmal im Jahr müssen wir unseren Heizöltank auffüllen lassen. Eine extrem kostspielige Angelegenheit, wie man sich vorstellen kann. Doch wir sparen immer recht paranoid, wenn es auf den Herbst zugeht; so auch in diesem Jahr, in dem wir eigentlich wesentlich weniger Geld zur Verfügung haben als sonst. Uneigentlich waren wir diesmal letztlich jedoch so sparsam, sowohl im Alltag als auch beim Heizen, dass wir jetzt Geld übrig haben. Nicht genug, um davon sehr lange Zeit zu leben oder auf die Malediven zu fliegen oder so, aber genug, um das Self-Publishing-Experiment von Sein Artist ein wenig weiterzutreiben: Irgendwann in den nächsten Wochen wird es nun doch eine Print-Version geben. Ist drin.

Es mag manchen vielleicht seltsam vorkommen, dass ich hier immer von »wir« spreche, aber Fakt ist wirklich: Solche Entscheidungen treffe ich nicht ohne Georg, da wir nicht nur unser Geld, sondern auch unsere Worte teilen. An Sein Artist war Georg zwar nicht so maßgeblich beteiligt wie an Codewort: Puls, aber nichtsdestotrotz ist auch diese Geschichte eine, die er gemeinsam mit mir liebt.

Und während ich nun also die ersten Schritte einleitete, gestern, und die furchtbare Warteschleifenmusik am Telefon hörte, heute, wurde mir klar: Dieses Projekt nun auf diese Weise zu planen, zu einhundert Prozent selbstbestimmt, gibt mir etwas. Mehr, als mir die Verlagsveröffentlichung von SGBAS gegeben hat, und mehr, als mir die reine E-Book-Veröffentlichung von Sein Artist gegeben hat. Nicht, weil Menschen das Buch dann gedruckt werden kaufen können, obwohl ich nun schon oft nach einer Print-Version gefragt wurde. Ich glaube nicht, dass ich damit nennenswert etwas verdienen werde. Aber ich weiß, dass dieses Buch letztlich bei allen Menschen im Regal stehen wird, die mir etwas bedeuten und denen ich etwas bedeute. Und dass ich es auch in zwanzig Jahren noch werde halten und anschauen können, egal welche digitalen Revolutionen es bis dahin gegeben haben mag.

Ich glaube nicht an »Erfolg«. Das festzuhalten, ist mir wahnsinnig wichtig: Ich glaube nicht an »Erfolg«, nicht in Bezug auf Geschichten, wie ich sie schreibe. Denn ganz ehrlich? Auch im Indie-Bereich sind Mainstream-Stoffe am besten verkäuflich. Das ist einfach so. Sich darüber zu beschweren, ist müßig, und wer den Mainstream-Schreibern ihren »Erfolg« neidet, ist doch eigentlich frei, sich ihnen anzuschließen. Es zwingt mich niemand dazu, Stoffe fernab dessen zu schreiben, was echten »Erfolg« verspricht. Wenn ich es doch tue, ist es mein Bier (Bier! Ich hab Bier im Kühlschrank, wieso trinke ich es nicht? Moment – so, Bier), und ich muss damit klarkommen, dass ich damit keinen nennenswerten »Erfolg« haben werde.

Warum nun die Anführungszeichen? Na jaa. Ein Buch, das 2012 erfolgreich war, findet man heute schon nicht mehr automatisch in der Buchhandlung. Es kommen neue erfolgreiche Bücher, mit denen Geld gemacht wird und die Menschen eine Zeit lang lieben, bis eben wieder neue erfolgreiche Bücher kommen. Wenn es nicht gerade um Giganten wie Harry Potter geht, haben fiktive Personen keine allzu lange Lebensdauer, nicht in den Regalen der Buchhandlungen und nicht in den Herzen der allermeisten Leser. Es ist bloß eine Theorie von mir, die von eigenen Emotionen geprägt ist, aber ich glaube, Mainstream-Leser lesen »anders« als jene, die sich unbequemere, ungewöhnlichere Geschichten aussuchen.

Noch heute twittern Menschen über Die beschissene Leichtigkeit des Scheins. Noch heute schreiben mir Menschen Mails zu Bittersüß ist süß genug. Keine der beiden Geschichten empfinde ich als veröffentlichungswürdig, da es einfach Frühwerke sind, aber sie haben ein paar wenige Menschen berührt. Nachhaltig. Und ich glaube, wenn diese Geschichten das können, können es meine neueren auch. Es wird ein paar wenige Menschen geben, die sich Sein Artist ins Regal stellen und immer wieder darin lesen werden; es wird ein paar wenige Menschen geben, die Julius und Leonid nicht vergessen. Und mir ganz persönlich, finanzielle Aspekte völlig ausgeklammert, ist das mehr wert als riesengroße Beliebtheit von insgesamt eher kurzer Dauer.

Klar, ganz ehrlich: Sollte mir jemals der ultimative Stoff für ein Mainstream-Werk einfallen, schreib ich ihn auf und versuche, Geld damit zu machen. Keine Frage, auch Geld ist wichtig. Aber das wäre dann eher wie ein ganz gewöhnlicher Job für mich und hätte mit »meinem Schreiben« nicht mehr allzu viel zu tun.

Und warum mir das alles nun so wichtig ist: Ich möchte nicht als jemand gesehen werden, der glaubt, die Leserwelt hätte gerade auf ihn gewartet. Viele Indie-Autoren gehen mit SO großen Ambitionen an ihre Publikationen heran, werfen mit Werbung um sich, versteifen sich auf das Ziel, irgendwann allein vom Schreiben leben zu können – und das tue ich nicht. Ich glaube nicht daran. Selbst die meisten Verlagsautoren können das nicht, und so möchte ich nicht gesehen werden.

Ich vergleiche mich selbst, was das Self-Publishing-Experiment betrifft, am liebsten mit einem Modelleisenbahner. Mit einem erwachsenen Menschen, der eine Modelleisenbahnlandschaft besitzt, die er zwei-, manchmal auch dreimal im Jahr um ein nicht ganz billiges neues Teil erweitert, wenn er es sich gerade leisten kann. Und der sich darüber freut, diese Teile zu besitzen, seine Spielwiese zu vergrößern, ganz unabhängig davon, ob irgendwer von außen diese Begeisterung nachvollziehen kann. Ich habe einen völlig anderen Zugang zu der ganzen Thematik als jemand, der darauf hofft, den Durchbruch zu schaffen. Sollte der bei mir je eintreffen, freu ich mich natürlich, aber wenn nicht, ist nichts verloren für mich. Es ist einfach Liebe.

Das heißt nicht, dass ich es nicht großartig fände, vom Schreiben leben zu können. Es heißt nur, dass ich nicht daran glaube, dass das mit Geschichten wie den meinen möglich ist, und dass es für mich persönlich eine Art von Erfolg gibt, die dem »Beliebt und top verkäuflich«-Erfolg überlegen ist. Neulich habe ich getwittert:

Ich möchte bizarre Träume schreiben, auf deren Grund stets ein vertrautes Lachen erklingt. Vielleicht ist das schon alles.

Und das ist wahr. So empfinde ich meine Geschichten. Selbst die bizarrste Science-Fantasy-Geschichte kann (= will) ich nicht schreiben, ohne tiefgreifende zwischenmenschliche Schwierigkeiten und Interaktionen einzubauen, die dann wieder von humorvollen Aspekten relativiert werden. So schreib ich einfach.

Der emotionale Aspekt, der »Ich will es haben und Menschen schenken«-Modelleisenbahner-Spielkind-Aspekt – das ist alles, was mich dazu bringt, die Vorbereitungen auf die Print-Version toll zu finden. Es gibt nichts, was ich mir von dem Geld lieber kaufen würde; ich brauche keine Klamotten, keine Schuhe, kein Make-up, kein Smartphone, Kino stresst uns meistens nur noch unsagbar, die Anreise zu einem Urlaubsort würde uns in die Geschlossene bringen, ansonsten haben wir alles – und über »Erfolg« habe ich mich ja nun lange genug ausgelassen. Das ist alles. So möchte ich in Bezug auf diese Veröffentlichung gesehen werden. Als jemand, der nur seinem Hobby nachgeht und sich zusammen mit Georg darüber freut.

Hm, und jetzt das, was mir noch klar wurde, als ich die furchtbare Warteschleifenmusik am Telefon hörte: Ich glaube, ich werde emotional nicht damit klarkommen, wenn ich für Sein Artist nun so einen Aufwand betreibe und für Codewort: Puls überhaupt nicht.

Wären die beiden Geschichten meine Söhne, wäre Sein Artist der schmale, blasse Gymnasiast, den ich noch mal fest umarme, bevor ich ihn eine Straße vor der Schule absetze, weil er weiß, dass ich stolz auf ihn bin und ansonsten alles alleine kann. Codewort: Puls dagegen wäre der hyperaktive Erstklässler, den ich am liebsten gar nicht unbeaufsichtigt lassen würde, den ich nicht loslassen kann, bis die Lehrerin schließlich sagt, nun ist aber gut, und mich sanft, aber bestimmt aus dem Klassenzimmer schiebt. Und die ganze Zeit hätte ich Angst, dass die anderen den Kleinen missverstehen, ihm unrecht tun, ihn verletzen könnten. Wenn er einmal erwachsen ist, würde ich denken, wird er seinen Bruder wahrscheinlich um einen Kopf überragen, aber bis dahin muss ich gut auf ihn aufpassen, sonst zerbricht er. (SGBAS wäre in diesem Gleichnis übrigens meine älteste Tochter, die schon immer resolut und willensstark war und bereits seit ein paar Jahren aus dem Haus ist. Ich war überrascht, als sie diesen neuen Job angeboten bekam, und wusste nicht recht, ob das gut geht, aber ernstlich nervös war ich nicht, als sie zusagte. Das bin ich noch immer nicht, auch wenn ihr die Stelle nun nicht so gut gefällt wie gedacht. Sie kommt schon klar und braucht selten meine Hilfe, und würde ich sie ihr aufdrängen, hätten letztlich alle schlechte Laune.)

Ich glaube, Codewort: Puls ist die einzige unter den bisher fertiggestellten Waidbronn-Geschichten, bei der ich ernsthaft traurig wäre, wenn von außen GAR keine Reaktion auf sie käme. Und trotzdem merke ich schon jetzt: Falls das mit der Print-Version von Sein Artist gut klappt, werde ich nicht anders können, als mir das Gleiche auch für Puls zu wünschen. Es wäre sonst »falsch«, merkwürdig. Daher habe ich erstmals seit Jahren ein ganz konkretes Ziel fürs neue Jahr: die Veröffentlichung von Codewort: Puls zu realisieren. Im Ernst jetzt. Solche Pläne schmiede ich normalerweise nicht, ich habe das nicht kommen sehen, und ich möchte mich auch nicht auf einen Monat festlegen, aber das ist das Ziel. Wie schnell ich mit welchem Schritt sein werde, kann ich definitiv noch nicht sagen, das ist eine Frage von Zeit, Geld und Organisation.

Seltsam, wenn man so eine Erkenntnis einer furchtbaren Warteschleifenmusik verdankt. Es war wirklich eine sehr, sehr hässliche Musik; Derartiges hatte ich noch nie zuvor gehört. Womöglich brauchen Gehirne so was manchmal.

Aber ich bleibe, was immer das nun gibt, wie ein Modelleisenbahner: Ich gehe meinem Hobby nach. Und ich denke auch nicht über Puls hinaus, was den Waidbronn-Kosmos betrifft. Es gibt ein in Rohversion fertiges Prequel (Puls), ein angedachtes Sequel (Artist, aber irgendwie auch Puls-Spin-off) und vereinzelte neue Sachen, aber noch nichts von all dem befindet sich in einem vorzeigbaren Zustand, und vielleicht wird das alles auch eher wie FanFiction zu meiner eigenen fiktiven Welt, die keiner Veröffentlichung bedarf. Darüber mache ich mir jetzt noch keine großen Gedanken. Ich denke immer: Morgen könnten wir alle tot sein, und daraus resultiert: Mach mal, was jetzt ist. Und jetzt sind also der schmale Gymnasiast und der hyperaktive Erstklässler, und ich sehe mal zu, dass ich sie heil groß kriege.

Sonntag, 8. November 2015

Verzweiflung!

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Ha. Ahahaha. Gerade eben hab ich auf dem Waidbronn-Blog die endgültige Puls-Kurzbeschreibung vorgestellt. Und jetzt? JETZT? Jetzt haben Georg und ich sie noch einmal gelesen, und PLÖTZLICH ist uns doch noch eine Alternative für die letzten beiden Sätze eingefallen. WARUM?

Ähm.

So würde die Alternativversion lauten, wenn wir sie nähmen (äh):

Nachdem Douglas auf einer Sahara-Expedition verloren gegangen und zwei Tage lang hilflos umhergeirrt ist, hält er ihn zunächst für eine Halluzination: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas nach ihrer unerwarteten Rettung unwissentlich in Gefahr. Denn in Su'e-Vids Gehirn befindet sich etwas, in dessen Besitz skrupellose Wissenschaftler gelangen wollen, während er selbst bald nur noch eines will: Douglas …

Meinungen? o.o Allmählich verzweifeln wir hier wirklich (und lachen uns nebenbei kaputt).

Aber ... doch, ja. Wir mögen das. Es ist kürzer, prägnanter. Vermutlich nehmen wir diese kleine Änderung noch rein; am Grundgerüst von Version A ändert das ja nichts. :)

Edit, ein bisschen später: Ich habe nun die Ehre, euch zu verkünden, dass wir bei dieser Version bleiben werden. Prost! ♥

Samstag, 7. November 2015

Codewort: Puls | Klappentext

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Zuallererst: Tausend Dank, dass ihr euch so zahlreich und ausführlich auf unsere Bitte um Mithilfe gemeldet habt! ♥ Sowohl hier auf dem Blog als auch auf Twitter, wo ich den Post geteilt hatte, sind einige Stimmen und Gedanken eingegangen, und Georg meint, SO viele Reaktionen haben wir noch nie zuvor auf einen Blog-Eintrag bekommen. Zwar bin ich entschieden zu faul, das nachzuprüfen (…), aber ich glaube, das könnte gut hinkommen.

Heute Morgen habe ich die Stimmen gezählt und in Fotoform festgehalten – die schwarzen Striche stehen für Stimmen auf dem Blog, die rosafarbenen für die auf Twitter:


Wie ihr seht, führt Version A mit zehn Stimmen, gefolgt von Version D mit acht, während B und C mit zwei bzw. nur einer Stimme ganz unten herumdümpeln.

Das Ergebnis hat uns ziemlich überrascht, mich ganz besonders – denn der Grundriss von Version A stammt bereits aus 2014 und wurde vor fast genau einem Jahr hier von mir gepostet. Den damals verwendeten Begriff »Fata Morgana« habe ich allerdings ausgetauscht (weil Fata Morgana faktisch falsch ist; der Begriff wird zwar umgangssprachlich auch für Halluzination verwendet, ist aber streng genommen keine) und auch sonst ein paar Kleinigkeiten verändert.

Hier in den Kommentaren könnt ihr euch die Anmerkungen und Kritikpunkte der Blog-Leser zu den einzelnen Versionen anschauen, hier die der Twitterer. Einiges haben wir uns sehr zu Herzen genommen und umzusetzen versucht, andere Kritikpunkte wiederum konnten wir nicht wirklich berücksichtigen bzw. haben sie selbst auch einfach anders gesehen. Zum Beispiel war uns die Wortwiederholung »Halluzination/halluziniert« letztlich doch lieber als der Begriff »Wahnvorstellung«, und die letzten beiden Sätze ganz rauszunehmen, kam für uns nicht infrage. Diese Geschichte enthält halt ganz klar auch eine Romanze (keine Schnulze, keine Angst), und darauf im Klappentext gar nicht hinzuweisen, fänden wir im Science-Fiction-Bereich eher unklug. Das könnte sonst Leser anlocken, die letztlich total enttäuscht von der Handlung sind. Wir danken euch trotzdem allen für eure Zeit und Mühe! ♥

Die endgültige Kurzbeschreibung für Codewort: Puls fußt auf dem Grundgerüst von Version A; wir haben sie aber etwas gekürzt und präzisiert. Wir hoffen, dass sich dadurch auch jene, die Version A nicht so sehr mochten, mit dem Klappentext anfreunden können, der nun lautet:

Nachdem Douglas auf einer Sahara-Expedition verloren gegangen und zwei Tage lang hilflos umhergeirrt ist, hält er ihn zunächst für eine Halluzination: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas nach ihrer unerwarteten Rettung unwissentlich in Gefahr. Denn Su'e-Vid trägt etwas bei sich, in dessen Besitz skrupellose Wissenschaftler gelangen wollen – und das sich direkt in seinem Gehirn befindet. Dieses dient ihm zugleich als Herz und gerät zunehmend durcheinander, wenn es um Douglas geht …

Donnerstag, 5. November 2015

Bitte um Mithilfe! ♥

GA

Gestern Abend haben wir die finale Überarbeitung von Codewort: Puls abgeschlossen. Zum Schluss hin haben wir doch immer zwei bis drei statt nur ein Kapitel pro Tag gemacht – irgendwie läuft gegen Ende immer alles flüssiger. Was wir nun noch machen werden, ist, die Geschichte noch einmal als »normale Leser« zu lesen, ehe es für sie weitergeht. Sollte uns dabei noch etwas Gravierendes auffallen, das nicht passt, ändern wir es natürlich noch, aber im eigentlichen Sinne überarbeitet wird nun nichts mehr.

Außer … die Kurzbeschreibung. Inzwischen haben wir vier verschiedene Versionen und können uns einfach nicht entscheiden, welche von ihnen am besten wirkt. Vor allem, weil wir die Geschichte inzwischen fast auswendig können und gar nicht mehr richtig einschätzen können, welche Version auf »Fremde« am interessantesten wirkt – oder, um mal etwas weniger erwartungsfroh zu klingen, zumindest am wenigsten abschreckend.

Darum würden wir euch gern um eure Mithilfe bitten. Wir stellen die vier Kurzbeschreibungen nun hier ein, nennen sie A, B, C und D und bitten euch, denjenigen Buchstaben als Kommentar unter den Post zu setzen, dessen Text euch am besten gefällt. Wer mag, kann natürlich noch den Grund für seine/ihre Entscheidung dazuschreiben, das ist aber kein Pflichtprogramm; auch die Abstimmung allein hilft uns garantiert schon weiter. Wir hoffen, dass sich ein paar Menschen finden, die mitmachen, und bedanken uns schon im Voraus! ♥

A:
Nachdem Douglas während einer Sahara-Expedition verloren gegangen und zwei Tage lang hilflos umhergeirrt ist, hält er ihn zunächst für eine Halluzination: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas, der ihn nach ihrer unerwarteten Rettung vorübergehend bei sich aufnimmt, unwissentlich in Gefahr. Denn Su'e-Vid trägt etwas bei sich, in dessen Besitz machtvolle Institutionen gelangen wollen – und das sich direkt in seinem Gehirn befindet. Dieses dient ihm zugleich als Herz und gerät zunehmend durcheinander, wenn es um Douglas geht …

B:
Douglas geht auf einer Sahara-Expedition verloren. Nachdem er zwei Tage lang hilflos durch die Wüste geirrt ist, hält er ihn zunächst für eine Wahnvorstellung: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer, dessen Raumschiff abgestürzt ist. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas, der ihn nach ihrer unerwarteten Rettung vorübergehend bei sich aufnimmt, unwissentlich in Gefahr. Denn Su'e-Vid trägt etwas bei sich, in dessen Besitz machtvolle Institutionen gelangen wollen – und das sich direkt in seinem Gehirn befindet. Dieses dient ihm zugleich als Herz und gerät zunehmend durcheinander, wenn es um Douglas geht …

C:
Douglas geht auf einer Sahara-Expedition verloren, irrt zwei Tage lang hilflos durch die Wüste und hält ihn am Rande seiner Kräfte zunächst für eine Halluzination: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer, dessen Raumschiff abgestürzt ist. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas, der ihn nach ihrer unerwarteten Rettung vorübergehend bei sich aufnimmt, unwissentlich in Gefahr. Denn Su'e-Vid trägt etwas bei sich, in dessen Besitz machtvolle Institutionen gelangen wollen – und das sich direkt in seinem Gehirn befindet. Dieses dient ihm zugleich als Herz und gerät zunehmend durcheinander, wenn es um Douglas geht …

D:
Douglas geht auf einer Sahara-Expedition verloren. Nachdem er zwei Tage lang hilflos durch die Wüste geirrt ist, steht plötzlich ein junger Mann vor ihm, den er aufgrund seiner graublauen Haut zunächst für eine Wahnvorstellung hält. Er spricht in einer fremden Sprache zu ihm, erlernt die seine dann jedoch beängstigend schnell, und Douglas wird klar, dass er nicht halluziniert. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer, dessen Raumschiff abgestürzt ist. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas, der ihn nach ihrer unerwarteten Rettung vorübergehend bei sich aufnimmt, unwissentlich in Gefahr. Denn Su'e-Vid trägt etwas bei sich, in dessen Besitz machtvolle Institutionen gelangen wollen – und das sich direkt in seinem Gehirn befindet. Dieses dient ihm zugleich als Herz und gerät zunehmend durcheinander, wenn es um Douglas geht …

Edit am 8. November 2015: Hier geht's zum Ergebnis der Abstimmung, hier zur endgültigen Kurzbeschreibung!
 
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