Sonntag, 31. Januar 2016

Nehmt eure Stimme wahr und ernst!

Gedanken zu den aktuellen Nachrichten

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Wenn man AfD-Sympathisanten schon nicht mit Menschlichkeit erreicht: Wollt ihr WIRKLICH ein Land, das Richtung Krieg rutscht? In dem auch EURE Kinder, Eltern, Geschwister und Freunde nicht mehr sicher wären? Oder in dem ihr im Fall von Krankheit oder Arbeitslosigkeit absolut verloren wärt, weil keiner sich mehr um euch kümmert? Wenn nein, könnt ihr nicht für die AfD sein. Das ist völlig unvereinbar.

Man muss übrigens nicht Politikwissenschaften studiert haben, um sich zur gegenwärtigen Situation zu äußern. Hirn und Herz reichen völlig. Womöglich trauen sich viele nicht, sich zu äußern, weil sie Angst haben, dann als Politik-Laien dazustehen. Das ist fatal und gefährlich.

Es gibt so viele beliebte Personen im Netz (auf Facebook, Twitter oder privaten Seiten), mit Hunderten oder gar Tausenden von Followern, die NICHTS zur derzeitigen Lage sagen. Ihr könntet so viele Menschen erreichen. Sie folgen euch, hören euch zu, teilen eure Beiträge. Bitte nehmt eure Stimme wahr und ernst!

Es gibt Künstler, die meinen, sich nicht zu heiklen Themen äußern zu können, weil ihr Name eine Marke ist und Wohlfühl-Themen besser ankommen. Nur sind das dann für mich keine Künstler mehr, sondern reine Selbstdarsteller, die ihre kunterbunte Ego-Show über alles andere stellen.

Zugleich gibt es Menschen, die wenige Follower und damit keine große Reichweite haben; Menschen, die glauben, sie liest ja ohnehin kaum jemand. Aber kein Mensch ist zu unwichtig, keine Stimme zu unbedeutend. Ausnahmslos jeder, der sich gegen die rechte Stimmung im Land stellt, kann etwas bewirken.

Danke an alle, die mutig sind und sprechen!

(Bitte auch lesen: Georgs Eintrag Unabhängig denken, unabhängig sprechen!)

Samstag, 30. Januar 2016

Vom Fehldruck zum Schmuckstück: Verlosung!

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Waah, aufgrund der (weitgehend Nicht-)Reaktionen auf den ersten Post dazu bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob diese Verlosung eine soooo gute Idee war, aber da ich von zwei Personen definitiv weiß, dass sie gern mitmachen möchten, bringe ich das Ganze nun auch zu Ende – der »schlimmste« Fall wäre dann einfach, dass per Los nur entschieden wird, wer von den beiden welches Lesezeichen bekommt, was ja auch okay wäre.

Cooler wäre es aber natürlich, wenn sich noch ein paar weitere Teilnehmer fänden!

Zur Verlosung:


• Ich verlose zwei Lesezeichen zu meiner Novelle Sein Artist, die ich selbst gestaltet und gebastelt habe, wie ich es auch zu SGBAS schon mal gemacht habe.
• An der Verlosung teilnehmen darf jeder, der gern eines der Lesezeichen haben möchte. Es ist NICHT nötig, mich dazu persönlich zu kennen, es ist aber auch KEIN Hinderungsgrund.
• Ausgelost wird ganz schlicht: Ich schreibe die Namen der Teilnehmer auf jeweils einen kleinen Zettel, lege die Zettel zusammengefaltet in eine Schüssel, mixe einmal wild durch und ziehe dann zwei wieder raus. Den beiden Gewinnern lose ich dann die Lesezeichen zu.
• Es wird niemand bevorzugt oder benachteiligt. Da hoffe ich einfach, dass ihr mir vertraut; bei der SGBAS-Verlosung hat ja z.B. auch jemand gewonnen, den ich als Privatmensch nicht kenne. :)
• Wer gern an der Verlosung teilnehmen möchte, schreibt einfach »Piep«, »Ja, ich will!« oder etwas ähnlich Romantisierendes (…) in die Kommentare. Jeder kann kommentieren, es ist kein Account und kein Einloggen dazu nötig.
• Alle Teilnehmer sollten bereit sein, mir im Gewinnfall ihre Adresse an alexandra_dichtler@web.de zu mailen, da es mir aufgrund meiner nicht übermäßig stark ausgeprägten Intelligenz bislang nicht gelungen ist, einen Beamer zu erfinden. (In der Geschichte Löwenherzen 2580, die sowohl ein Spin-off zu Codewort: Puls als auch eine Fortsetzung zu Sein Artist ist, nähere ich mich dem Thema aber zumindest an.)
• Die Teilnahme ist bis einschließlich Mittwoch, den 3. Februar 2016, möglich. Am Donnerstag, den 4. Februar 2016, gebe ich die Gewinner hier auf dem Blog bekannt.
• Niemand außer meiner verpeilten Person ist für diese Verlosung zuständig. Falls ich etwas unverständlich erklärt habe, bitte melden! :)

Die Lesezeichen:

Verwendet habe ich dafür …

• Teile des krassen Fehldrucks von Sein Artist, den ich Ende 2015 bekommen habe und der hier zu bewundern ist. Den konnte ich wunderbar für diese Bastel-Aktion ausschlachten – wie, werdet ihr gleich sehen. (Inzwischen habe ich natürlich längst Ersatz bekommen und musste die Fehldrucke nicht einmal zurücksenden; da war BoD wirklich extrem kulant.)
• den Drachen, den Julius in Sein Artist aus einem Überraschungsei herausbekommt und mit dem Leonid in Kapitel 44 etwas Bestimmtes macht, das ich hier nicht näher beschreibe, weil das ein ziemlich krasser Spoiler wäre. Ein Teil dieser Szene hat es auch auf das betreffende Lesezeichen geschafft – spoilerfrei.
• den Beschreibungszettel, der im Drachen-Überraschungsei enthalten war.
• einen silberfarbenen Trachtenknopf, der älter ist als ich selbst.
• zwei goldfarbene Knöpfe, die in etwa das gleiche Alter haben dürften.
• eine Kette von mir, bestehend aus rosa Lederbändern und verschiedenen Anhängern, die teils inzwischen leider rostig sind, sodass ich die Kette nicht mehr tragen konnte. Zum Basteln eignen sich die meisten ihrer Teile aber großartig.
• Pappe, Glitter, Kleber, Wasserfarben … so Grundlagen-Zeug halt.

Und hier die Ergebnisse:








(Denkt hier noch jemand außer mir an einen sprechenden Hintern? *hust*)

So. Teilnehmer bitte ab ins Kommentarfeld. :)

Freitag, 29. Januar 2016

Unabhängig denken, unabhängig sprechen

Blogideekasten-Thema 31: Unabhängigkeit

GD


Unabhängigkeit. Vieles, was ich aufgrund meiner Pflegebedürftigkeit zu diesem Thema ausführen könnte, habe ich bereits gebloggt. Kurz umrissen: Eine körperliche Unabhängigkeit besitze ich nicht mehr. Ich kann nicht selbstständig die Wohnung verlassen und noch nicht einmal von einem Raum in den anderen kommen, ich kann keinerlei handschriftliche Dokumente mehr verfassen und könnte damit nicht einmal selbstständig mein Testament schreiben, ich kann nicht mehr allein auf die Toilette gehen, mir kein Essen zubereiten, und ich darf noch nicht einmal mehr unbeaufsichtigt essen und trinken oder auch nur länger als wenige Minuten allein in einem Zimmer bleiben, da permanent die Gefahr besteht, dass ich mich (auch am eigenen Speichel) verschlucke und ersticke, da ich das Verschluckte nicht immer selbstständig aufhusten kann.

Das alles ist das Gegenteil von Unabhängigkeit, da gibt es nichts schönzureden, und ich gehöre auch nicht zu den Schönwetter-Menschen, die das versuchen würden. Unabhängig kann ich aber immerhin in meinen Gedanken und Überzeugungen sein. Das bedeutet beispielsweise, nicht auf die braune Scheiße reinzufallen, die derzeit in der Politik, der Bevölkerung und den Medien grassiert. Realistisch zu bleiben und zu differenzieren, zu widersprechen, wenn jemand im Bekanntenkreis rassistische Äußerungen von sich gibt oder Europa als »Scheiß-Idee« bezeichnet.

Wenn Europa auseinanderfällt, wenn die Nazis in Deutschland wieder Oberhand gewinnen (und Nazis sind für mich unter anderem Pegida, Pegida-Ableger, die AfD und Teile der CSU), wenn am Ende vielleicht noch tatsächlich Donald Trump Präsident der USA wird, halte ich einen weiteren großen Krieg auf der Welt für sehr wahrscheinlich. Und gerade die hilfebedürftigen Leute – jene, denen die Nazis einzureden versuchen, die Geflüchteten nähmen ihnen irgendetwas weg und müssten ferngehalten werden –, haben in diesem Fall verloren. Menschen wie ich haben im Falle eines Krieges verloren. Und zwar sehr viel mehr, als wir jemals durch Menschlichkeit gegenüber Notleidenden verlieren könnten.

Unabhängigkeit im Denken ist die einzige Form der Unabhängigkeit, die mir geblieben ist. Doch diese nehme ich wahr und spreche im Rahmen meiner persönlichen Möglichkeiten darüber, und ich wünschte, das würden mehr Menschen tun.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Überraschung für Sein-Artist-Leser

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Im Juni 2015 habe ich hier ja schon mal ein kleines Geschenk verlost: ein selbst gebasteltes und damit einzigartiges Lesezeichen zu Schwester golden, Bruder aus Stein, auf dem unter anderem eine meiner allerersten (und sehr dilettantischen) Charakter-Zeichnungen, nämlich die von Lotta, ihren Platz fand.

Und nun (konkreter: letzte Nacht) habe ich mir gedacht: Hey, warum gestalte ich nicht auch zu Sein Artist ein Lesezeichen und verlose es? Die Idee gefiel mir, also fing ich schon in der Nacht mit der ganz groben Gestaltung an. Heute Nachmittag ging es dann weiter – und wie schon zu Schwester golden, Bruder aus Stein kamen letztlich zwei Lesezeichen dabei heraus. Ganz fertig sind sie noch nicht, aber fast.

Das zweite SGBAS-Lesezeichen mit der (ebenfalls alten und sehr dilettantischen) Zeichnung von Jurij als Hauptmotiv habe ich damals nicht verlost – denn Jurij heißt deshalb Jurij, weil das die slawische Version von Georg ist, und ich hätte es niemand anderem schenken können als ihm.

Dieses Mal dagegen möchte ich gern beide Lesezeichen verlosen. Bis jetzt sind sie wirklich schön geworden, finde ich – und erneut absolut einzigartig. Ich hab ein Faible für einzigartige Sachen, die es so nur einmal auf der Welt gibt und die keiner Massenproduktion entstammen.

Möchtet ihr euch schon mal anschauen, was ich da gebastelt habe, ehe ich die Lesezeichen endgültig fertigstelle und die eigentliche Verlosung beginnt? Dann würde ich morgen einen Post mit dem Werdegang der beiden Lesezeichen hochladen, sodass ihr sehen könnt, was da im Detail überhaupt alles drauf ist.

Wer Lust hat, kann schon mal ein bisschen rätseln:
Hinweise auf die Motive findet ihr …
• in Kapitel 5
• in Kapitel 18
• in Kapitel 44
• und auf der Seite vor Kapitel 1.

Die Schwester golden, Bruder aus Stein-Lesezeichen könnt ihr euch hier anschauen, wenn ihr möchtet – zur ungefähren Vorstellung, was euch optisch erwarten könnte:


Und zum wunderschönen Abschluss gibt es ein Foto von Georg mit seinem Jurij-Lesezeichen, aufgenommen heute Nachmittag:

Freitag, 22. Januar 2016

Lektorat: Georg und Alexandra Dichtler

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Wer Codewort: Puls liest, mich ansonsten aber nicht kennt, hat sich zu Beginn des Buches vermutlich über die Angabe »Lektorat: Georg und Alexandra Dichtler« im Impressum gewundert. Zu Recht, denn damit, ihr eigenes Werk zu lektorieren, sind Autoren in der Regel schlecht beraten.

Wer Codewort: Puls zu Ende gelesen hat und bei der Danksagung angekommen ist, erhält schon einen etwas konkreteren Einblick in die Art und Weise, wie das Buch von Georg und mir gemeinsam lektoriert wurde: Da Georg aufgrund seiner Erkrankung und Behinderung keine längeren Texte am PC mehr lesen kann, habe ich ihm die Geschichte mehrfach vorgelesen. Vom ersten bis zum letzten Kapitel. Manche Absätze haben wir in den letzten Monaten bis zu fünfzigmal durchgearbeitet.

Früher – von 2010 bis ca. Ende 2013 – war Georg mein klassischer Betaleser. Damals war er zwar bereits pflegebedürftig und auch schon in Pflegestufe III, seine neurologischen Einschränkungen waren zu dieser Zeit allerdings noch nicht so ausgeprägt wie heute. Am Computer lesen ging damals noch weitgehend problemlos, und er hat sich sehr gefreut, dieser Tätigkeit nachkommen zu können, da sie ihn geistig forderte, er sie aber bei starker Ermüdung (trat schon zu der Zeit nach etwa einer, spätestens nach zwei Stunden ein) selbstbestimmt unterbrechen konnte.

Georg war ein großartiger Betaleser. Gefundene Fehler und Unstimmigkeiten hat er mir immer direkt mündlich mitgeteilt und mir oft auch bei ihrer Behebung geholfen, und obwohl ich auch schon mit anderen Betas zusammengearbeitet und inzwischen sogar drei Lektorate (SGBAS, die Einhorn-Geschichten und Sein Artist) hinter mir habe, kann ich sagen: Niemand hat meine Texte je zuvor so gnadenlos auseinandergenommen wie Georg, und auch danach nie mehr. Nicht SO krass.

Bei der klassischen Tipp- und Rechtschreibfehlersuche kann Georg mir inzwischen leider nicht mehr helfen, so etwas sieht man schließlich nicht, wenn man einen Text vorgelesen bekommt. Und dennoch: In meinen bisherigen Lektoraten musste ich noch in keinem Text SO viel ändern, wie ich es während des persönlichen Vorlese-Lektorats mit Georg in Codewort: Puls getan habe.

Gestern bekam ich dann eine neue Rezension (zu finden hier und hier) des Romans. (Und überhaupt: Innerhalb einer knappen Woche habe ich zusammengezählt FÜNF Rezensionen auf Codewort: Puls und Sein Artist bekommen! Allesamt mit fünf Sternen und sehr ausführlich. Das finde ich unglaublich. Danke!) Und abgesehen davon, dass mich diese Rezension insgesamt umgehauen hat, hat mich besonders diese Aussage darin geflasht:

Nebenbei möchte ich noch etwas erwähnen: Self-Publishing ist teilweise nicht sonderlich angesehen und steht für Qualitätsminderung. Das ist hier allerdings absolut gar nicht der Fall! Mir ist nicht ein einziger Rechtschreib- oder Grammatikfehler untergekommen. Besser hätte ein Verlag dieses Buch nicht herausbringen können.

Und das ist … wow. Das hat Georg und mich unglaublich glücklich gemacht. DAS war es, was wir mit unserer monatelangen Arbeit an diesem Roman erreichen wollten. Er sollte qualitativ nicht schlechter sein als SGBAS und Sein Artist. (Klar, kein Buch ohne Fehler. Keines auf der Welt, vermutlich. Aber zumindest wollten wir auf gar keinen Fall offensichtliche Fehler jedweder Art in dem Text übersehen. Wir wollten uns selbst zeigen, dass wir das zusammen KÖNNEN. Und offenbar können wir es tatsächlich. Und auch meine zum Schluss doch sehr matschigen Augen scheinen ihren Fehler-such-Job gut gemacht zu haben.)

Mit Sicherheit wird es auch Leute geben, denen das Buch nicht gefällt. Ich warte eigentlich schon auf den ersten Verriss; ein so spezielles Buch ist im Grunde prädestiniert dafür. Aber da diese Rezension von einem Menschen kam, den ich erst seit wenigen Tagen via Twitter »kenne« und der noch dazu selbst schreibt und eine Verlagsveröffentlichung vorweisen kann, flasht sie mich wirklich total, ganz besonders eben auch die Aussage über die Qualität. Danke. Danke, danke, danke. (Gelernte Lektoren würden natürlich bestimmt noch Punkte finden, die man an dem Buch verbessern kann. Aber wir scheinen etwas abgeliefert zu haben, das Qualität BESITZT, und das allein macht uns wirklich, wirklich froh.)

Und mein ganz besonderer Dank geht dafür eben an Georg. Was wir da zusammen gemacht haben, war nicht nur vergleichbar mit einem Lektorat, es WAR ein Lektorat. Und deshalb steht im Impressum von Codewort: Puls »Lektorat: Georg und Alexandra Dichtler« – nichts anderes könnte dort stehen. Und es ist total schön, zu wissen, dass auch für Leser erkennbar ist, dass dieses Buch lektoriert wurde – wenn auch ganz anders, als es dem Standard entspricht.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Wenn wir Kinder hätten …

GA

Im November 2015 sind wir via Twitter auf eine tolle Interviewreihe aufmerksam geworden:


Inzwischen hat uns Jessi, die Autorin des Blogs Terrorpüppi | Eine besondere Spezies Kind, zum Thema »Wenn wir Kinder hätten …«/Kinderlosigkeit interviewt, welches bei uns natürlich einen klaren Bezug zu den Themen Krankheit und Behinderung hat.

Wir bedanken uns sehr, liebe Jessi! ♥

Das Interview hat uns viel Spaß gemacht und ist hier zu lesen: Klick!

Mittwoch, 20. Januar 2016

Happy End 2.0

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Der Ka&Jott Verlag ist mein kleines gallisches Dorf in der Verlagswelt. Und hat nach dem ersten innerhalb kürzester Zeit auch für ein zweites Happy End für mich als Autorin gesorgt. Wisst ihr noch, Anfang Januar?
Die E-Book-Angebote habe ich deshalb nicht angenommen, weil ich das Gefühl habe, dass ich dieser Geschichte, wenn ich sie schon nach außen bringen will, mehr schuldig bin als ein E-Book. Obwohl eines der Angebote sehr, sehr toll war und von noch tolleren Menschen kam, ging das einfach nicht für mich.
Die noch tolleren Menschen waren Ka&Jott – und ebendieser junge Verlag hat den Mut, meinem Herzensprojekt doch eine Printausgabe zu schenken. Für den Anfang natürlich eine winzig kleine Auflage, die aber erweitert werden kann, wenn sich das Buch gut verkauft. Und das hoffe ich – zumindest werde ich alles in meiner Macht Stehende dafür tun. Diese Geschichte ist es mir wert. Und damit ist der Selfpublishing-Plan natürlich vom Tisch, denn eine solche Geschichte hat einen völlig anderen Stand, wenn sie von einem Verlag herausgebracht wird. Unterstützung in den sozialen Medien wäre aber weiterhin extrem toll und sehr erwünscht, denn je mehr Menschen mithelfen, diesen Roman zu verbreiten, desto besser. ♥

Der Roman trägt (voraussichtlich) den Titel Frei wie verkrüppelte Tauben. Von der Agentur, bei der er zuerst unter Vertrag war, wurde ein »harmloserer« Titel gewünscht, weshalb die Geschichte zwischenzeitlich auch Wer Flügel im Kopf hat hieß – nun erscheint sie aber aller Voraussicht nach unter ihrem ersten Titel, was mich total freut.

Und in meinem Kopf ist momentan ein einziges großes »OMG!! Meine Fresse!! Echt??«, und ich bedaure es sehr, gerade kein Bier da zu haben. Ich stoße jetzt einfach im Kopf mit meinen Charakteren auf diese unglaubliche, großartige Neuigkeit an und versuche, nicht mehr allzu lange so (positiv!) fassungslos zu sein, wie ich es gerade bin.

Mein riesengroßer Dank an den Ka&Jott Verlag! Ich freue mich auf alles, was kommt.

Dienstag, 19. Januar 2016

Sufftiere

GA

Huch, diese Fotos hatten wir ja schon fast wieder vergessen. Aufgenommen haben wir sie irgendwann letzte Woche (?), und im Grunde zeigen sie nur, dass Diego sich bereits hervorragend bei uns eingelebt hat, aber das ist ja auch was. Wie man sieht, schmeißt er gern die eine oder andere Runde. Als wären Foxy, Olav und Bibi-Olav nicht auch so schon verdorben genug.


Montag, 18. Januar 2016

Mein Verhältnis zu Preisaktionen und mein Anliegen dahinter

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Zuallererst habe ich tolle Neuigkeiten: Die Händler haben Codewort: Puls angenommen und der Roman ist seit gestern Abend bereits in den Shops erhältlich, zum Beispiel hier. Bis einschließlich 24.01.2016 wird er nur 99 Cent kosten, danach dann 3,99 Euro.

Mehrere Leute haben mir schon vor dem Einstellen gesagt, ich solle das Buch auf gar keinen Fall für 99 Cent anbieten, da das suggerieren würde, dass ich meine eigene Arbeit als wenig wert einschätze.

Das sehe ich anders. Zwar glaube ich nicht daran, dass man sich mit solchen Preisaktionen wirklich (und dauerhaft) einen größeren Leserkreis erschließen kann, dafür steckt für mich aber ein anderes Anliegen hinter dieser Aktion:

Ich komme aus einer finanziell extrem schwachen Familie. Ich weiß, wie es ist, nur an einer Klassenfahrt teilnehmen zu können, wenn der Elternbeirat die Kosten dafür übernimmt. Ich weiß, wie es ist, erst mal ein Jahr in einer Fabrik arbeiten zu müssen, bevor man eine Ausbildung antreten kann, in der man temporär nichts verdient. Und ich weiß, wie es ist, in der Mittagspause nach dem Verzehr des mitgebrachten Essens noch hungrig zu sein und zu überlegen, ob man sich jetzt noch für zwei Euro was vom Bäcker kauft oder ob man es lieber lässt, weil es eigentlich nicht drin ist. Und vor allem weiß ich, dass man ohne gewaltiges Glück und Beziehungen sehr schwer (oder eben auch gar nicht) rauskommt aus dem Existenzminimum, auch wenn man hart dafür kämpft. Ich habe hart dafür gekämpft, und wo bin ich? Existenzminimum. Georg und ich leben einfach nur so unglaublich sparsam, dass es für gelegentliche Extras (wie zum Beispiel ein tolles Buch-Cover oder einen Besuch im Restaurant) trotzdem reicht.

Darum gibt es Codewort: Puls anfangs für nur 99 Cent. Weil ich denke und hoffe, dass das ein Preis ist, der auch für Menschen, die vom Existenzminimum leben, erschwinglich ist. Ich kann dieses E-Book nicht im großen Stil verschenken wie Sein Artist am Anfang, weil ich hier definitiv den Experimentierbereich verlasse und schon versuchen möchte, im Laufe der Zeit zumindest die Hälfte der Kosten für Cover und Umschlag wieder reinzubekommen. Aber das zumindest möchte ich gern machen.

Natürlich muss auch sonst niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn er das Buch für 99 Cent kauft, dafür ist es ja da. Und ihr helft mir sogar damit, vor allem dann, wenn ihr Kindle-Leser seid, denn durch die Käufe rutscht das Buch im Ranking nach oben und wird somit für mehr Leser sichtbar. Schaut mal, wo wir schon stehen! Für den zweiten Tag ist das ziemlich cool:


Nur die Spezifikation »Gay-Romance« hat es irgendwie nicht übernommen, obwohl ich das bei neobooks angegeben habe – Codewort: Puls ist von all meinen Geschichten wirklich diejenige, die am deutlichsten diesem Genre zugeordnet werden kann. Mal schauen, ob man da noch irgendwas nachtragen kann, aber wenn nicht, ist es auch nicht übermäßig schlimm, denke ich.

Sonntag, 17. Januar 2016

Geschafft!

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Den gestern ursprünglich ins Auge gefassten dritten Post habe ich leider doch nicht mehr geschafft (ist aber seit heute in Arbeit) – dafür aber etwas anderes: Heute habe ich mir dem hier beschriebenen Buchprojekt zuliebe tatsächlich einen Facebook-Account sowie eine Autoren-Seite erstellt und einen ersten Post verfasst, ohne dass ich wirklich Hilfe dabei gebraucht hätte. Beim Füllen der Seite brauche ich das aber garantiert – bislang habe ich nur das Allernötigste angegeben und blicke noch nicht so recht durch. Die Seite könnt ihr euch in jedem Fall hier anschauen:

Klick!

Jetzt wünsche ich euch erst mal einen wunderschönen Sonntagabend – meine Augen sind Matsch und verabschieden sich für heute. ♥

Samstag, 16. Januar 2016

Wie es nun weiter pulsiert

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Mein zweiter Post heute. Vielleicht kommt sogar noch ein dritter. *hust* Aber es gibt gerade viel Schönes zu erzählen, und die zweite gute Nachricht heute ist: Codewort: Puls ist seit dem 14.01.2016 endgültig fertiggestellt und befindet sich bereits im Satz, die E-Book-Konvertierung ist sogar schon abgeschlossen.

Dass das so früh schon möglich ist, verdanke ich Marit (Profil nur für Poolys-Mitglieder einsehbar), die mir die Printversion kostenlos setzt, und Juls, die das Gleiche bezüglich der E-Book-Version getan hat – und das an einem einzigen Nachmittag und nur wenige Stunden, nachdem ich sie deswegen angeschrieben hatte. Ihr seid großartig, tausend Dank! Ohne eure Arbeit könnte ich die Veröffentlichung von Codewort: Puls gar nicht stemmen; einen ganzen Roman von einem Dienstleister setzen zu lassen, könnte ich mir nicht leisten, zumindest nicht so schnell.

Weiter geht es nun so:

Ursprünglich hatte ich ja vor, diesmal das E-Book auch über BoD zu vertreiben, die konvertieren das nämlich gratis aus der Druckdatei und ich wäre als Autor die Verantwortung los, ein Format abzuliefern, das die Händler dann auch tatsächlich annehmen; da hatte ich via neobooks ja trotz professionell gesetzter Datei arge Probleme. Dann aber habe ich erfahren, dass ich bei BoD als Autor keine Gratis-Version meines eigenen E-Books erhalte und es somit auch nicht kostenlos an potenzielle Rezensenten verteilen kann. Das fände ich extrem schade und doof, sodass ich es nun doch noch einmal mit neobooks versuche. Und da Juls dort schon mehrere E-Books veröffentlicht hat, die alle toll aussehen und problemlos angenommen wurden, hab ich mich einfach getraut und sie gefragt – und neobooks selber hat das E-Book sogar bereits angenommen. Jetzt fehlen nur noch die Händler – ich hoffe, hoffe, hoffe nun einfach, dass das diesmal auch klappt. Falls nicht, kann ich es immer noch so machen, dass ich zu BoD umschwenke und vorab die tollen Versionen unter lieben Menschen verteile, die Juls mir gesetzt hat.

Sollte es hier jemanden geben, der Lust hat, Codewort: Puls zu lesen und dann auf einer Plattform seiner_ihrer Wahl zu rezensieren – meldet euch gerne! Ob auf Amazon, anderen Plattformen oder dem eigenen Blog möchte ich nicht vorschreiben; wichtig ist mir nur, dass dann auch tatsächlich eine (natürlich ehrliche) Rezension kommt. Diesmal habe ich dank Juls sogar EPUB und MOBI zur Auswahl. Schreibt mir bei Interesse einfach (alexandra_dichtler@web.de), welches Format euch lieber ist, und ich sende euch das E-Book dann (natürlich kostenlos) zu.

Hier könnt ihr bereits die ersten zwei Kapitel vollständig und das dritte Kapitel zur Hälfte lesen, sodass ihr euch ein Bild davon machen könnt, ob der Roman etwas für euch ist oder eher nicht.

Und hier gibt es nun noch einmal das Cover und den Klappentext:

Nachdem Douglas auf einer Sahara-Expedition verloren gegangen und zwei Tage lang hilflos umhergeirrt ist, hält er ihn zunächst für eine Halluzination: den hübschen jungen Mann mit der graublauen Haut, der in einer fremden Sprache zu ihm spricht, die seine dann jedoch beängstigend schnell erlernt. Doch Douglas halluziniert nicht. Su'e-Vid ist ein Außerirdischer. Ein redseliger, nervtötender Außerirdischer noch dazu – und er bringt Douglas nach ihrer unerwarteten Rettung unwissentlich in Gefahr. Denn in Su'e-Vids Gehirn befindet sich etwas, in dessen Besitz skrupellose Wissenschaftler gelangen wollen, während er selbst bald nur noch eines will: Douglas …

Wenn die Printversion des Romans fertig gesetzt ist, gebe ich noch einen Umschlag bei Irina Bolgert von Bookdresses Buchcoverdesign in Auftrag, und dann kann ich das Buchprojekt bei BoD absenden. Bis dahin weiß ich hoffentlich, ob die Händler mein E-Book via neobooks diesmal akzeptiert haben, und kann im schlimmsten Fall dann noch umschwenken. Ursprünglich war ich mir sicher, dass die endgültige Veröffentlichung erst frühestens im März erfolgen würde, aber vermutlich wird es nun eher schon im Februar was, wogegen ich natürlich nicht das Geringste einzuwenden habe. :D

Sie sind da!

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Schöne Nachrichten: Auch meine zwei Kindergeschichten Der Einhorntrick und Das Einhornfest gibt es nun endlich als Printversionen. Bestellen könnt ihr sie bei Interesse im regionalen Buchhandel, bei allen bekannten Online-Buchhändlern und im iFuB-Shop.

Wie auch schon in Die Einhornrakete bin ich total begeistert von der liebevollen Illustration; die Büchlein sind wirklich richtig toll geworden. Drei kleine An-/Einblicke:



Donnerstag, 14. Januar 2016

Etwas Interessantes

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An alle lieben Menschen, die meinen letzten Post gelesen und mir darauf geantwortet haben: Hier gibt es ein Jugendbuch mit einem jungen Transmenschen in der Hauptrolle, frisch erschienen in einem deutschen Großverlag. Ich kenne es noch nicht, aber ich finde es großartig, dass es das Buch überhaupt GIBT.

Wer auch immer es gelesen hat oder noch lesen mag: Ich würde mich sehr über Meinungen dazu freuen. Es ist wahrscheinlich wesentlich »harmloser« als meine Geschichte, schon allein durch das sehr junge Alter der Hauptfigur (15), aber ich denke, wer sich grundsätzlich für das Thema interessiert, findet hier etwas Interessantes.

Als Lexi mir heute Morgen den Link zu dem Buch geschickt hat, dachte ich erst: Hm, okay, dann war meine Geschichte wohl doch einfach »nur« nicht gut genug und die Leute waren zu nett, mir das so auch zu sagen. Dann fiel mir aber ein, dass es einen einzigen Verlag gab, der abgesagt hat, weil er bald etwas Themenverwandtes im Programm hat, also hab ich nachgeschaut, und – ja.

Schade, dass nicht mehr Verlage so mutig sind.
Schade, dass man das überhaupt »mutig« nennen muss.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Einmal mehr: Bitte um Mithilfe!

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Zuallererst ist mir für diesen Post ganz wichtig: Er wird noch eine ganze Weile aktuell bleiben. Wenn ihr also erst Tage oder Wochen nach dem Erscheinungsdatum auf den Eintrag stoßt: Er gilt noch, bitte lesen! :)

Als Nächstes hab ich fast das Bedürfnis, mich zu entschuldigen. Erst sollt ihr über die Codewort: Puls-Kurzbeschreibung abstimmen, und nun kommt hier schon wieder was. *hust* Und das wird leider relativ lang – der Inhalt des Posts liegt mir aber sehr am Herzen, also werde ich mich auch bemühen, alles ordentlich zu erklären. Ich bedanke mich im Voraus bei allen, die ihn lesen, ihn teilen und mir vielleicht sogar darauf antworten. ♥

So. Einmal mehr geht es um etwas Schreiberisches. Wer unserem Blog seit längerer Zeit folgt, kennt so gut wie alle meine Geschichten zumindest namentlich und weiß, dass der Waidbronn-Kosmos, aus dem zum Beispiel Schwester golden, Bruder aus Stein und Sein Artist stammen, ein vergleichsweise junges Schreibuniversum für mich ist.

Aus dem Waidbronn-Kosmos wird es 2016 noch eine weitere Veröffentlichung von mir geben, nämlich den eben schon erwähnten Science-Fantasy-Roman Codewort: Puls. Ein absolutes Herzprojekt, das Georg und ich gleichermaßen lieben und das wie die Printversion von Sein Artist im Selbstverlag erscheinen wird – nichts anderes können wir uns für diese Herzgeschichte vorstellen. Sie ist unser Kind. Im Ernst.

Aber:

Es gibt einen auf Beziehungstat noch unbekannten Roman von mir, dessen Urversion aus den Jahren 2009 bis 2011 stammt, der jedoch im Lauf der Jahre mehrere Überarbeitungen erfahren hat, zuletzt im Mai 2015. Einen Roman, der mir zwar ähnlich wichtig ist wie Codewort: Puls, bei dem ich mir eine Verlagsveröffentlichung bis vor Kurzem aber durchaus vorstellen konnte. Ernst gemeint und von mir selbst ausgehend – kein Vergleich zu meinen halbherzigen Veröffentlichungsversuchen 2011 und 2013, zu denen mich mein Umfeld gedrängt hat und die ich dann einfach unternommen habe, um es den Leuten recht zu machen und danach wieder meine Ruhe zu haben.

Es handelt sich dabei um einen realistischen All-Age-Roman (man könnte auch einfach »Jugendroman ab 16« sagen, aber ich denke, auch Älteren würde er gefallen), dessen Botschaft mir so wichtig ist, dass ich 2015 erstmals ernsthaft versucht habe, mit einer Geschichte in einen Großverlag zu kommen. Zu diesem Zweck habe ich mir sogar gegen alles innere Sträuben erneut eine Literaturagentur gesucht – meine bisherigen Erfahrungen mit Agenturen waren grässlich und teils extrem unprofessionell, sodass ich so etwas eigentlich nie mehr wollte, aber ich musste einsehen, dass das der vielversprechendste Weg ist.

Erst mal lief das Ganze sogar großartig an: Eine große deutsche Literaturagentur schrieb mir bereits wenige Stunden nach meiner Mail samt Leseprobe, sie würde gern das gesamte Manuskript prüfen – und kurze Zeit später nahm sie mich mit dem Roman unter Vertrag. Die immer wieder aufgestellte Behauptung, es sei sehr schwer, in eine Literaturagentur zu kommen, kann ich also nicht bestätigen. Bei mir hat es nun schon das dritte Mal nach kurzem Kontakt geklappt, und die ersten beiden Male wollte ich das selber noch nicht einmal, sondern habe mich einfach dem Drängen meines Umfelds ergeben. Das, was danach kommt, ist eher ein Problem.

Vorneweg die Entwarnung: Mit der Agentur selbst lief diesmal alles gut. Vermittelt werden konnte der Roman allerdings trotzdem nicht, und hier komme ich erst zum eigentlichen Thema dieses Eintrags. Die Geschichte wurde von vielen deutschen Großverlagen geprüft und erhielt zum Teil großes Lob in Bezug auf Figurenzeichnung, Sprache und Erzählstil. Verlegen wollte ihn wie gesagt dennoch keiner dieser Verlage – mit der Begründung, das Thema sei »zu schwierig«.

Was das »zu schwierige« Thema ist?

Meine weibliche Hauptfigur ist eine junge Transfrau.

Und dass Transsexualität 2015/2016 als »zu schwieriges Thema« betrachtet wird, möchte ich nicht hinnehmen.

In Jugendbüchern, die in den letzten Jahren erfolgreich waren, findet man unter anderem Mord, Vergewaltigung, sexuelle Ausschweifungen oder gar Pläne zum gemeinschaftlichen Selbstmord. Wenn all diese Themen als unproblematischer angesehen werden als eine transsexuelle Hauptfigur (und die Drogen-Vergangenheit des männlichen Protagonisten, die aber nicht das Hauptthema ist), stimmt aus meiner Sicht etwas Gravierendes nicht.

Lange Zeit hat mich das alles gar nicht übermäßig aufgeregt. Es war einfach so und ich habe es hingenommen, meine Geschichte und ihre Charaktere liebe ich schließlich trotzdem. Dann aber habe ich am 28. Dezember 2015 die Dokumentation »Der Bestseller-Code« gesehen. Darin meinte der Piper-Verleger Marcel Hartges unter anderem, der Großteil dessen, was er an Manuskripten zugeschickt bekäme, sei einfach nicht gut genug für eine Veröffentlichung. Was so vermutlich auch stimmt.

Doch plötzlich musste ich an all die Dinge denken, die Großverlage in Bezug auf meinen Roman geschrieben hatten. An das extreme Lob, das zuerst kam, und dann das »Zu schwierig«-Ding. Und dann wurde ich wütend.

Nicht aufgrund des persönlichen Misserfolgs. Hallo, Georg hat eine Zyste im Gehirn, deren Entwicklung kein Mensch vorhersehen kann, und wir befinden uns auch sonst in einer permanenten Ausnahmesituation – persönliche Misserfolge berühren mich kaum, weil es einfach so viel Wichtigeres in meinem Leben gibt.

Ich wurde wütend, weil mir plötzlich klar wurde: Hier ist ein Roman, dessen einziger »Makel« offenbar die Tatsache ist, dass seine Protagonisten nicht der Norm entsprechen.

Zwei Verlagsangebote gab es in jüngster Zeit zwar, allerdings ausschließlich für eine E-Book-Version, und diesen Weg zu gehen, hätte sich für mich angefühlt, als müsste ich meiner Protagonistin ins Gesicht sagen: »Du, tut mir leid – weil du nicht cis [= Gegenteil von trans] bist, habe ich leider keine Printversion für dich.«

Und das kann ich nicht machen. Ich kann nicht.

Gerade habe ich mir noch einmal die Absagen durchgelesen. In einer hieß es, man wäre sehr an mir als Autorin interessiert, wenn ich »meine eingängige Schreibkraft etwas massentauglicheren Themen schenke«.

Danach wurde ich noch wütender, und den Grund für diese Wut kann ich noch nicht einmal klar benennen. Am ehesten trifft es das, glaube ich: Massentauglich ist in der Regel das, was gesellschaftlich akzeptiert ist und was viele Menschen kennen. (Na ja, oder reine Sexgeschichten mit fragwürdiger Botschaft, aber um die geht es hier jetzt nicht.) Und die einzige Möglichkeit, etwas gesellschaftlich akzeptiert und es vielen Menschen bekannt zu machen, ist, sich damit zu befassen und darüber zu sprechen.

In der Literatur gelingt das meiner Meinung nach am besten, wenn man das »spezielle« Thema in eine lebendige Geschichte verpackt, statt ein »Erklärbär-Buch« daraus zu machen. Dann hat man die Chance, auch Menschen damit zu erreichen, die von dem betreffenden Thema nicht persönlich betroffen sind. Ich habe den Eindruck, dass manche Leute denken, eine Geschichte, in der ein Transmensch als Hauptfigur vorkommt, könnte ausschließlich von Transmenschen gelesen werden. Nach dieser Logik sollte Der kleine Prinz aber auch nur von Piloten gelesen werden, die schon mal in der Wüste abgestürzt sind. Und Krimis nur von Polizisten und Verbrechern. Und was Harry Potter betrifft …

Die E-Book-Angebote habe ich deshalb nicht angenommen, weil ich das Gefühl habe, dass ich dieser Geschichte, wenn ich sie schon nach außen bringen will, mehr schuldig bin als ein E-Book. Obwohl eines der Angebote sehr, sehr toll war und von noch tolleren Menschen kam, ging das einfach nicht für mich.

Und deshalb verlege ich auch dieses Buch 2016 selbst. Inklusive Printversion. Es wird eine Weile dauern, denn zuerst ist wie geplant Codewort: Puls dran, aber es wird kommen. Als grober Erscheinungstermin ist der Spätsommer/Herbst vorgesehen, während ich bei Puls hoffe, es bis zum Frühjahr zu schaffen.

An sich mache ich also nur etwas noch einmal, das ich 2016 ohnehin machen werde. Mit einem entscheidenden Unterschied: In Bezug auf diesen realistischen Roman ist es mir erstmals in meinem Autorenleben ernstlich wichtig, Leser zu gewinnen. Menschen, die sich vielleicht auf das Buch freuen; Menschen, die es lesen, kommentieren und verbreiten.

Codewort: Puls ist Georgs und mein Baby, viel mehr als SGBAS es jemals war, und ich glaube, ich würde heulen, wenn ich keine einzige Rezension darauf bekäme – aber es wäre auch dann noch meine Herzgeschichte, wenn kein Mensch sich dafür interessieren würde, und ich vermute, im eigentlichen Sinn verkäuflich ist dieser Roman nicht.

Bei dem realistischen Roman sehe ich das anders. Als Indie schaffe ich zwar garantiert keinen Bestseller oder auch nur etwas, das sich ernstlich gut verkauft – aber ich wünsche mir, dass dieser Roman seiner Aussage wegen zumindest in kleinen Kreisen bekannt wird. Dass Menschen, die auch nur im Ansatz ein Herz für ungewöhnliche Geschichten und Protagonisten haben, davon erfahren können und ich mich mit ihnen austauschen kann.

Und was ich mir nun eigentlich von diesem Post und euch erhoffe: Viele, viele Menschen sagten mir in den letzten Tagen, so etwas könne heutzutage nicht mehr ohne Facebook funktionieren. Dass ein Blog und Twitter für ein solches Vorhaben nicht ausreichen. Und ich fürchte, auch wenn es mir widerstrebt, dass diese Menschen recht haben. (Gegenmeinungen? Dafür bin ich wirklich offen.)

Ich hatte allerdings noch nie einen Facebook-Account und hatte auch nie vor, mir einen zu erstellen. Das »Freunde«-Ding auf Facebook ist etwas, womit ich nicht viel anfangen kann, und von der Privatsphäre-Politik fange ich besser gar nicht erst an. Georg hatte für kurze Zeit einen Account dort, war aber alles andere als glücklich damit und hat ihn letztlich wieder gelöscht.

Eine Möglichkeit wäre allerdings, einen reinen Autoren-Account anzulegen – das müsste ich sowieso, wenn ich Werbung machen würde, und letztlich ist ja auch das Berichten über das Projekt bereits als Werbung zu werten. Ich habe allerdings KEINE AHNUNG, wie das funktioniert. Also, das Anlegen werde ich hoffentlich noch schaffen, aber ich habe keinen Plan, wie man eine so genannte Fan-Page verwaltet, ob man darüber mit anderen interagieren kann (und wenn ja, wie), und, und, und. Ich weiß nicht mal, ob man sich überhaupt einen reinen Autoren-Account anlegen DARF, wenn man keinen Privat-Account hat und haben möchte.

Deswegen hier meine Frage: Gibt es unter euch jemanden, der bereits eine Fan-Page auf Facebook betreibt (egal ob als Autor_in, für einen Blog oder ein Buch), sich für mein Thema interessiert und Lust hat, mir das Ganze ein bisschen zu erklären und mich dabei zu begleiten?

Letzteres ist auch eine ganz allgemeine Frage: Gibt es unter euch Menschen, die ernsthaft und regelmäßig auf Facebook aktiv sind und sich vorstellen können, das Projekt zu verfolgen, Beiträge dazu zu teilen oder einfach ganz allgemein dort ein bisschen mit mir zu quatschen?

Wenn das der Fall wäre, würde es mir nicht so falsch vorkommen, dort aufzuschlagen, weil ich dort dann ja vielleicht tatsächlich Spaß haben könnte. Ich möchte nicht einfach eine Seite aus dem Boden stampfen und dann aggressive Werbung machen. Blindes Werben und krasse Selbstdarstellung kann und will ich nicht bieten.

In meinem Alltag gibt es zudem nach wie vor keinen Raum für groß angelegte Werbeaktionen, dafür habe ich weder genug Zeit noch genug Kraft. Aber dass das Teilen und Verbreiten mit und auf Facebook leichter wird – daran gibt es vermutlich nichts zu rütteln. Und ich denke, ein kleiner Kreis könnte auf jeden Fall erreicht werden, wenn es ein paar Leute gäbe, die mitmachen mögen.

Vielleicht habe ich mir da zu viel vorgenommen. Vielleicht falle ich damit richtig auf die Fresse, denn ich fand ja schon meine bisherigen Veröffentlichungen ziemlich stressig. *hust* Und mir ist natürlich bewusst, dass es auch schiefgehen kann. Dass sich vielleicht niemand findet, der das Buch lesen will, oder dass das Buch letztlich verrissen und total schrecklich gefunden wird. Aber dieses Risiko muss ich einfach eingehen, sonst komm ich ja nicht weiter.

Falls also jemand Lust hat, mir einen kleinen Crash-Kurs zu verpassen (Warnung: Ich werde mich DUMM anstellen) oder sich dort einfach mit mir auszutauschen, bitte melden! :) Dann probiere ich es wahrscheinlich mit Facebook.

Die einzige Bitte, die ich diesbezüglich habe, ist, dass mich niemand in Richtung »aggressive Werbung und Selbstdarstellung« zu drängen versucht; wenn ich das tun müsste, würde ich das Ganze direkt wieder hinschmeißen. Mehr als Interesse, Teilbereitschaft (äh?) und einfach ein bisschen Austausch wünsche ich mir nicht. Wenn dieses Buch zum Schluss mindestens zehn Leute kaufen und fünf davon es auf einer Plattform ihrer Wahl rezensieren, wäre das für mich schon ein Erfolg.

Falls es jemand bis hier runter geschafft hat: Tausend Dank! Ich freue mich wirklich über jede Meinung; auch kritische Anmerkungen sind jederzeit willkommen.

Was ich mache, falls es keiner bis hier runter geschafft hat oder allgemein einfach schon hier kein wirkliches Interesse da ist, weiß ich noch gar nicht. Das warte ich jetzt einfach ab.

Aktuell bleibt dieser Post wie gesagt eine ganze Weile – derzeit lesen Georg und ich Codewort: Puls noch ein allerletztes Mal als »Normal-Leser«, ehe es Mitte Januar in den Satz gehen soll, und zuvor werde ich vermutlich nichts fest entscheiden. :)

Freitag, 1. Januar 2016

Neun

GA

Heute ist unser neunter Jahrestag. Wir wissen nicht, wie lange eine Paarbeziehung heute im Durchschnitt hält, aber wir wissen, dass es in unserem gesamten Umfeld nur ein einziges Paar in unserem Alter gibt, das länger zusammen ist als wir.

Wenn wir daran zurückdenken, dass es zu Beginn unserer Beziehung Sprüche in die Richtung gab, dass es aufgrund von Georgs Erkrankung und Behinderung unwahrscheinlich ist, dass das mit uns langfristig anhalten kann, müssen wir heute ein bisschen schmunzeln.

Habt einen schönen Neujahrstag (und schaut euch unser cooles Silvesteressen an). ♥

Blaubeer-Pancakes!
Sehr viel mehr, als die zu essen,
haben wir gestern nicht gemacht. :D
 
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