Montag, 30. Mai 2016

Unterschlagene Lesezeichen

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Inzwischen habe ich so viele Lesezeichen gebastelt (und verschenkt, die haben ernsthaft alle ein Zuhause gefunden!), dass ich schon einige Male vergessen habe, sie zu fotografieren und auf den Blog zu stellen. Hier kommen dafür ein paar Lieblingsstücke, bei denen ich geistesgegenwärtig genug für Fotos war.

Ein bisschen hadere ich gerade mit unseren Bildbeschreibungen hier. Wir hatten uns ja vorgenommen, nur noch Bilder mit Beschreibung einzustellen, da wir vereinzelt auch blinde Leser haben, aber eine ausufernde Bildbeschreibung frisst viel Zeit und nimmt mir persönlich sogar ein bisschen den Spaß an den Bildern, da ich immer darüber nachdenke, wie um alles in der Welt ich sie ausreichend erläutern soll. Die liebe Blindfisch meinte, dass auch kurze, präzise Beschreibungen ausreichen, aber an einem Mittelweg, mit dem ich dann wirklich zufrieden bin, feile ich momentan noch. (Georg hat es da leichter, er kann schlichtweg nicht so viel tippen und tut es dann auch nicht. *gg*)

Ein Versuch:

1
 
Ein Gemeinschaftslesezeichen von meinem jüngeren Bruder und mir. Es zeigt unter anderem einen von ihm gezeichneten Wikinger, der dann von mir mit langen Wimpern und einem pinkfarbenen Helm beglückt wurde. Passend dazu trägt das Lesezeichen die von mir handgeschriebene Aufschrift: »Die Gedanken sind frei … und Du bist es auch!«



2
 
Ein Lesezeichen in Pastellfarben, das ich für Ash gemacht habe. Es zeigt neben Stuck- und Blumenmustern auch ein Haus, das mich an das alte Karlsbad/Karlovy Vary erinnert, von wo meine Familie mütterlicherseits stammt.



3
 
Ein Ozean-Space-Lesezeichen mit Motiven aus Geschichten und Gedanken von Lew und Ben, das ich für die beiden gemacht habe. Unter anderem beamt sich darauf ein Spaceboy einen kleinen Gefährten zu sich nach oben – ich hoffe, sie werden glücklich!



4
 
Ein Raben-Lesezeichen, das ich für abraxa gemacht habe. Es ist oben mit kleinen silberfarbenen Totenköpfen verziert, und der auf der Rückseite befindliche Rabe hat einen Mädchenkopf (Schwarz-Weiß-Foto von einer Postkarte) statt dem eines Raben.



5
 
Ein weiteres Raben-Lesezeichen, das ich für Jay gemacht habe. Die Kombination aus »dunklem Wesen« und fast grell wirkendem Hintergrund ist auf seinen Charakter Killua bezogen, von dem ich zwar noch nicht viel weiß, den ich aber extrem cool finde.



6
 
Ein Drachen-Lesezeichen, das ich für Lexi gemacht habe. Es sieht ähnlich aus wie mein erstes Drachen-Lesezeichen zu »Sein Artist« und hat auch ein Zitat aus der Novelle auf der Rückseite (und zwar aus dem Original-Fehldruck *gg*), ist aber wesentlich schlichter und in Lila, Grün und Rot gehalten.


Samstag, 28. Mai 2016

Silbertauben zu verschenken

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Ihr Lieben,

weil der selbst gebastelte »Frei wie verkrüppelte Tauben«-Schlüsselanhänger aus der Aktion »Brieftaube mit schwerer Fracht« SO toll angekommen ist, möchte ich heute gern noch mal drei davon verschenken.

So sehen sie aus:

Silberfarbene Taube an Silberkettchen mit Ring für den Schlüsselbund,
Reißverschluss oder woran auch immer das Täubchen baumeln soll. :)

Falls ihr gern so einen Anhänger haben möchtet, gebt einfach in den Kommentaren ein kurzes Piepen von euch – diesmal ist es allerdings keine Verlosung: Die ersten drei Menschen, die sich melden, bekommen einen und somit nächste Woche Post von mir. Ob ihr Georg und mich kennt oder schon einmal etwas anderes von uns bekommen habt, ist wie immer völlig unerheblich. :)

Ich hoffe, dass alle drei Silbertauben ein schönes Zuhause finden! ♥

Mittwoch, 25. Mai 2016

Ein Dankeschön

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Ich muss heute mal beschämt zugeben, dass ich allmählich ein bisschen den Überblick verliere, wo es inzwischen schon überall Feedback zu meinen Büchern gibt. Gestern habe ich durch Sallys Bewertung von »Frei wie verkrüppelte Tauben« auf Goodreads entdeckt, dass es auf der Plattform Rezensionen zu allen meinen Büchern (die kleinen Einhorn-Büchlein ausgenommen) gibt – das war total an mir vorbeigegangen, weil ich selbst nicht auf Goodreads aktiv bin und ich im Alltag selten Zeit habe, das Netz nach Posts zu meinen Sachen abzugrasen. Was mir gerade ein bisschen peinlich ist, denn da sind Rezensionen dabei, die mich einfach nur umhauen. Diese hier zu »Codewort: Puls« zum Beispiel.

Zitat:

Ich rezensiere eher selten. Eine Geschichte gefällt mir - oder eben nicht. Selbst bei denen, die ich außergewöhnlich finde, schreibe ich selten etwas darüber. Aber bei Alexandra Dichtlers ‚Codewort: Puls‘ ist etwas passiert, was mir als leidenschaftlichem Vielleser eher selten passiert.
Das letzte Wort war gelesen und ich sprang sofort zurück zum Anfang, um direkt neu zu beginnen. Mittlerweile habe ich diese ungewöhnliche Romanze mehr als nur zweimal gelesen und meine Begeisterung steigt eher, als dass sich die Geschichte irgendwie abnutzt.


Da saß ich wirklich vor dem Rechner und fasste es nicht. Lieber Mensch, ich weiß nicht, ob du hier reinschaust, aber du hast mich unglaublich geflasht. Danke!

Außerdem habe ich entdeckt, dass auch die liebe Dana von Bambinis Bücherzauber ihre Rezensionen zu »Schwester golden, Bruder aus Stein« und »Sein Artist« auf Goodreads wie auch auf Amazon eingestellt hat – wie cool, tausend Dank! SGBAS hat außerdem ebenfalls eine total tolle neue Rezension auf Amazon bekommen, FWVT sogar mehrere, und gestern gab es als Sahnehäubchen auch noch eine auf dem wunderschönen Buchblog Buchlabyrinth, dessen Autorin Fina letztes Jahr bereits SGBAS rezensiert hat, zu lesen hier. Hier findet ihr Finas aktuelle Rezension zu FWVT.

Zitat:
Zu dieser Geschichte kann man sehr viel schreiben, weil es auch sehr viel tiefgründiger war, als ich vorher annahm. Es gibt ganz viel zwischen den Zeilen zu entdecken, Metaphern und interessante Wandel in Persönlichkeiten, Einstellungen, Gefühlen und Gedanken. Gerade Tick ist ein spannender Charakter, mit dem ich auch erst warm werden musste, ihn am Ende aber wirklich sehr gern hatte. Wer natürlich auch sehr besonders ist, ist unsere Romy, die ich auch unendlich lieb gewonnen habe. Aber allen voran habe ich mich in Silas verliebt. Der kleine quirlige Kerl hat sich mit seinem Rumgehopse und seiner neunmalklugen Art in mein Herz geschlichen.


So viel WOW, vielen lieben Dank!

Unterm Strich kann ich sagen: Es gibt zu jedem einzelnen meiner bisherigen Bücher auch negative Rezensionen (teils sehr fair und objektiv formuliert, teils eher weniger), aber die meisten bisherigen Leser, die sich zu Wort gemeldet haben, mögen, was sie da gelesen haben. Das freut mich. Das freut mich wirklich sehr.

Zum Schluss verlinke ich euch noch einen Artikel, der heute über meine Bücher (und auch über Georg und mich) in unserer Stadtzeitung erschienen ist: Klick! Man ignoriere bitte, dass ich auf dem Bild betrunken aussehe, ich war stocknüchtern!! Und seht ihr, was da auf meiner Webcam klebt? Das sind ein Stück Buntpapier und so ein roter Klebestreifen von einer Taschentuchpackung, man will ja kein Material verschwenden, wenn man mit einem waschechten Schwaben verheiratet ist. *gg*

(Eine kleine Anmerkung: Nicht alles, was in dem Artikel steht, habe ich tatsächlich so gesagt und transportiert. Das gilt insbesondere für die gedruckte Version des Artikels, die mit »Alexandra Dichtler ist stolz« beginnt. Es gibt wenig, was mich so unpassend beschreiben könnte, und als ich das gesehen habe, dachte ich erst mal nur: ORR. Ich bin nicht stolz. Ich liebe nur. Und ich bin auch nicht diese märtyrerhafte Person, als die ich wie so oft erscheine, nur weil ich Georgs Pflege selbst mache. Und ich möchte auch gar nicht hören, dass ich stolz sein oder mich spezial-sozial fühlen soll. Ich weiß, dass das nett gemeint ist. Mein Selbstbild ist aber etwas, über das ich allein zu bestimmen habe, und es frustriert mich, wenn dann etwas völlig anderes transportiert wird. Aber ich glaube, solche Ungenauigkeiten sind etwas, was fast alle Zeitungsartikel auf der Welt gemeinsam haben, weshalb ich versuche, mich nicht zu sehr darüber zu ärgern. Zumal die Redakteurin wirklich, wirklich extrem nett war und es definitiv auch total tolle, zutreffende Passagen in dem Artikel gibt. ♥)

Und: Gerade sehe ich, dass meine Bücher auch auf Lovelybooks schon insgesamt 23 (!!) Bewertungen bekommen haben, auch davon die meisten positiv. Unfassbar. Ich brauche jemanden, der_die solche Dinge für mich sucht und mir dann verlinkt, mag jemand? *hust*

Aber im Ernst: An euch alle, die ihr mir Rezensionen geschrieben habt, die ihr über meine Bücher auf Twitter und/oder Facebook gesprochen habt, die ihr auf irgendeine Weise dazu beigetragen habt, sie zu verbreiten, ein großes, großes Dankeschön!

Dienstag, 24. Mai 2016

Hochspannend und märchenhaft: »Rehruf« von Julia Mayer

GD

Kennt ihr die Geschichte von Brüderchen und Schwesterchen? Das Buch »Rehruf« von Julia Mayer greift dieses Märchen auf und bettet es in eine detailliert beschriebene, spannungsgeladene Szenerie ein, die mich voll und ganz gefesselt hat. Auch aufgrund der sorgfältigen, sensiblen Charakterzeichnung bekommt der Roman eine absolute Leseempfehlung von mir.

Bildbeschreibung:

Ein blau gemustertes Cover mit weißer und schwarzer Schrift,
über dem Titel ein schwarzes tribalartiges Muster,
unten ein kleiner schwarzer Rehbock.

Bildbeschreibung:

Ich im Halbschlaf bei einer Lesepause auf dem Sofa,
auf der Lehne unser »Rehruf«-Exemplar und meine Brille,
dazu ein paar bunte Verzierungen aus Paint.

Der Klappentext:

»Tausend Leben will ich dir geben, nur wandeln kannst du nicht auf alten Wegen. Bist du mein, bist du’s für immer. Bist frei und wild vorm Himmelsschimmer. Komm und ich trage dich über den Fluss, doch kennen wirst du nimmer eines Menschen Kuss.«

Trink nicht vom Fluss, es sei denn du musst dem Tode entkommen. Inga ist dazu verflucht, ihr Leben als Rehdoppel zu verbringen. Fern von ihrer Familie, verwandelt sie sich beim ersten Morgenlicht in ein Reh und kann erst bei Anbruch der Dunkelheit in ihren Menschenkörper zurückkehren. Sie ist zwar dem Tod entronnen, aber ihre neue Existenz birgt Gefahren und Verlockungen, auf die Inga nicht vorbereitet ist.


Julia Mayers Schreibstil ist kunstvoll, teils geradezu magisch, und spinnt sich wie ein filigranes Netz um die übervolle Emotionspalette, derer die Autorin sich bedient. Mal humorvoll, mal dramatisch, aber immer tiefgründig hat Julia Mayer ein Buch erschaffen, das ich euch gerne ans Herz legen möchte. Ich bin behinderungsbedingt ein sehr langsamer Leser, wie ihr wisst, und es ist keine Seltenheit, dass ich ein halbes Jahr für ein Buch dieser Länge benötige. »Rehruf« dagegen hatte ich in etwas über zwei Monaten ausgelesen, was bei mir eher selten vorkommt.

Hier seht ihr noch ein bisschen Fankunst: ein »Rehruf«-Lesezeichen, das Alex für Julia Mayer gebastelt hat, obwohl sie das Buch selbst bislang erst etwa zur Hälfte kennt:



Ich empfehle dieses Buch allen, die Alex’ »Schwester golden, Bruder aus Stein« mochten, und bin mir sicher, ihr werdet auch an »Rehruf« Freude haben! Nun freue ich mich schon auf »Nachtsang«, eine Kurzgeschichte von Julia Mayer zu den Rehdoppeln aus »Rehruf«, und natürlich auch auf »Fuchsnacht«, einen ganz neuen Tierdoppel-Roman, an dem die Autorin derzeit arbeitet.

Montag, 23. Mai 2016

Differenzieren und hinterfragen

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Ich möchte gern noch einmal Bezug auf meinen Post »Weil ich lernen möchte« nehmen. Darin schrieb ich unter anderem:

In letzter Zeit fallen mir vermehrt Aktivist_innen auf, die zwar laut nach Barrierefreiheit und Gleichberechtigung schreien, die aber selbst in einem Ton sprechen/schreiben, dass mir ganz anders dabei wird. Übergriffig. Aggressiv. Respektlos. Teils beleidigend. Und solche Menschen möchten für Toleranz stehen? Das verstehe ich nicht. Das ist für mich genauso problematisch wie Gewalt von politisch Linksradikalen, die sich als besser wahrnimmt und inszeniert als die Gewalt der Rechtsradikalen. Aber man kann meiner Meinung nach nicht gegen Gewalt sein, wenn man selbst Gewalt ausübt. Und man kann nicht ernsthaft gegen Diskriminierung sein, wenn man selbst Übergriffigkeit, Aggression und Beleidigungen im Kampf für die eigenen Ziele anwendet.

Ich möchte »Gewalt von politisch Linksradikalen« gern etwas spezifizieren. Hiermit meinte ich insbesondere Gewalt gegen Unbeteiligte, wie Lexi sie beispielsweise in diesem Post beschrieben hat. Sinnlose Gewalt, Gewalt um des Radaumachens willen – denn auch die gibt es leider. Auch von links. Was ich damit ausdrücklich NICHT meinte, war, dass rechte Gewalt von links nach dem Motto »Halte auch die andere Wange hin« hingenommen werden soll. Dass geschwiegen werden soll, wie es die Mehrheit leider immer noch tut. Widerständische Bewegungen, die sich gegen rechts engagieren, werden immer wieder in Situationen kommen, in denen sie sich radikalisieren müssen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Das ist tragisch. Das ist das Gegenteil dessen, was ich mir eigentlich wünsche. Das macht es aber nicht weniger wahr. Und das zu leugnen, wäre Ausdruck einer Doppelmoral. Ich kann nicht gegen Gewalt sein, aber der Gewalt unbeteiligt zusehen. Wenn mein Aktivismus aber Bahnen einschlägt, die wiederum Unbeteiligte schädigen, stehe ich mit jenen auf einer Stufe, gegen die ich mich doch eigentlich richten möchte. Die Grenzen sind verschwommen, ein Patentrezept gibt es nicht, und mir ist in vollem Umfang bewusst, wie schwierig dieses Thema ist. Das Hinnehmen rechter Gewalt kann allerdings keine (gute) Lösung sein. Angesichts der derzeitigen politischen Lage hier und besonders auch in Österreich würde ich mir wünschen, dass alle großen TV-Sender vor jeder Sendung fünf Minuten Bildmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg zeigen. Zu viele von uns scheinen vergessen zu haben, dass wir all das schon einmal erlebt haben. Andere wiederum scheinen zu begrüßen, dass sich die Geschichte gerade wiederholt. Und dann gibt es noch jene, die durchaus merken, was passiert, die aber eben bequem schweigen.

Eine für mich sehr treffende Tweetkette von Claudius Holler zum Thema findet ihr hier: Klick!

Ganz ähnlich empfinde ich bezüglich Aktivismus für die Gleichberechtigung und Menschenrechte Behinderter. Mitte 2015 ging zum Beispiel ein enormer Aufschrei durchs Netz, weil die Journalistin Monica Lierhaus es wagte, öffentlich zu sagen, dass sie die Operation bedauert, die zwar ihr Leben verlängert, ihr aber zugleich auch ein Leben mit einer schweren Behinderung eingebracht hat. Wohlgemerkt: Sie sprach von sich, und nur von sich. Dennoch empörte sich eine gigantische Menschengruppe über Frau Lierhaus und fühlte sich von ihr herabgesetzt. Frau Lierhaus wurde öffentlich in einem Maße angegriffen, das mir Übelkeit verursacht hat. Von Menschen, die angeblich Aktivismus für Inklusion betreiben. FÜR Menschen mit Behinderung. Einen behinderten Menschen, der ohnehin schon mit seinem Leben hadert, derart anzugehen, widerspricht diesem Ziel meiner Meinung nach.

Die Aufregung um Monica Lierhaus hat sich längst gelegt, doch das Thema an sich bleibt aktuell. Den besten Post zu diesem Thema, den ich persönlich kenne, findet ihr auf dem Blog »Kuka – behindert und gut dabei | Aus dem Leben einer tauben Katze«: Klick!

Er sagt alles aus, was ich niemals in bessere Worte fassen könnte, weshalb ich ihn euch einfach verlinke, statt mich noch weiter aufzuregen. Diese verurteilende Art von Aktivismus kann ich nicht ernst nehmen – nicht im positiven Sinne. Georg sieht das ebenso, und anders als meine ist seine Behinderung extrem gravierend und einschränkend – »keine Ahnung vom Thema« kann uns also keiner vorwerfen.

Wer verurteilt, ohne zu differenzieren, wer Gewalt kritisiert, sie aber selbst munter gegen Unbeteiligte anwendet, steht für uns für vieles – aber nicht für einen Aktivismus, der unterstützt werden sollte.

Es ist unendlich wichtig, zu differenzieren. Selbst nachzudenken, zu hinterfragen. Das gilt für uns auch ganz besonders beim Thema Begrifflichkeiten. Nicht jeder, der (oft auch aus Unwissenheit) mal ein ableistisches Wort benutzt, ist behindertenfeindlich. Die Absicht sollte geprüft werden, nicht nur der Ausdruck. Und wenn die Absicht keine feindliche war, gibt es die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen. Keine Garantie, die gibt es niemals, aber eine Chance.

Es ist auch nicht jeder behindertenfeindlich, der Georg auf der Straße seltsam anstarrt oder betreten wegschaut. Nicht jedwedes verletzende Verhalten hat einen feindseligen Hintergrund. Das macht es nicht angenehmer, klar. Es bleibt trotzdem ätzend. Aber es hilft, zu differenzieren, sich nicht sofort von allem und jedem angegriffen zu fühlen. Und damit hilft man ganz besonders auch sich selbst. Leider vergisst man das zu häufig – da nehme ich mich selbst nicht aus.

Sonntag, 22. Mai 2016

Bitte nicht zu Hause nachmachen!

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Und das passiert, wenn mein Hirn sich allmählich aus der FWVT-Megawelle Richtung Waidbronn-Reread (der hat ab heute sogar ein eigenes Label) bewegt:

Bildbeschreibung:

Suey und Douglas aus »Codewort: Puls« als FWVT-Tauben, in der Mitte
ein krakeliges Herz, darunter die Hashtags #FWVT und #CodewortPuls.

Samstag, 21. Mai 2016

Überraschung zum Wochenende

GA

Gestern ist uns etwas extrem Tolles passiert. Und zwar haben wir im örtlichen Feneberg-Markt Lebensmittel eingekauft, und nach dem eigentlichen Einkaufsrundgang standen wir bei den Sonderangeboten in Kassennähe, wo Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, vergünstigt angeboten wurden. Wir schwankten zwischen einer Packung Gepa-Trinkschokolade und diversen Packungen mit Mozart-Kugeln von Reber und befanden schließlich, dass uns die Reber-Sachen auch reduziert im Moment zu teuer waren. An der Kasse stand schließlich eine ältere Dame hinter uns, die uns bat, kurz zu warten, als wir fertig waren – sie hatte unser Gespräch mitgehört, ein kleines mit Mozart-Kugeln gefülltes Herz gekauft und uns dieses einfach so geschenkt. ♥

Für euch haben wir heute auch eine kleine Überraschung. Und zwar hat uns der Ka&Jott Verlag die coolen Tauben, die eines der FWVT-Lesezeichen zieren, zur Verfügung gestellt, um daraus Avatare zu basteln – für Twitter, Blogger oder wo auch immer man sie sonst noch benutzen möchte. Diese Tauben-Bilder haben auch einen tollen persönlichen Hintergrund: Die Tropfen, die dann von Julia Kischkel als Tauben identifiziert wurden, sind aus eigens dafür angefertigten Aquarellen von Franziska Junghans (»oder eher meinen Aquarellversuchen«, sagt sie, aber wir finden sie unheimlich toll) entstanden und dann zu Tropfen am Computer ausgeschnitten worden. Julia Kischkel hat ihnen dann Füßchen gezeichnet und plötzlich waren sie da. Die Tauben haben also keine Vorlage aus dem Internet, sondern sind, wie wir es am liebsten mögen, selbst gemacht und persönlich. :)

Wir dürfen sie euch hier in verschiedenen Ava-Varianten zur Verfügung stellen – dafür vielen lieben Dank an den Ka&Jott Verlag! Wer möchte, darf sich die Bilder also sehr gerne abspeichern und in dieser Form verwenden. ♥ Wir würden uns sehr, sehr freuen, wenn außer uns bald noch ein paar weitere Tauben durch die Gegend flattern würden, und haben gemeinsam viele Avas in allerlei Farben und Konstellationen aus den Einzelbildern gestaltet:

Nutzt Alex. :)

Nutzt Georg. :)

Nutzen wir als Beziehungstat. :)





 














Wir hoffen, euch damit eine kleine Freude zu machen, und wünschen euch ein schönes Wochenende!

Freitag, 20. Mai 2016

Wohin unsere Brieftaube fliegt

GA

So, ihr Lieben, das Los hat entschieden!

Und wie bei jeder anderen Verlosung zuvor haben wir auch diesmal wieder ein schlechtes Gewissen, weil es eben nur eine_n Gewinner_in gibt. Aber wie bereits gesagt: Es werden noch weitere Verlosungen kommen. Und wir danken euch allen sehr für eure tollen Kommentare und Begründungen, was euch an dem Päckchen gefällt – das hilft uns im Hinblick auf diese künftigen Gewinnspiele wirklich total weiter und zeigt uns, dass wir da auf dem richtigen Weg sind. Wir möchten ganz bewusst weiterhin das Gegenteil von Mainstream-Fabrik-Goodies verschenken und freuen uns schon darauf, uns was Neues für euch auszudenken. ♥

Unsere keuchende FWVT-Brieftaube wird nun folgendes Ziel ansteuern:

Bildbeschreibung:
Ein fliederfarbener Zettel mit Blumendruck, darauf der Name Karo.

♥ ♥ ♥ Herzlichen Glückwunsch! ♥ ♥ ♥

Donnerstag, 19. Mai 2016

Weil ich lernen möchte

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Eine große Bitte vorab an alle Leser_innen, die auch nur im Entferntesten mit dem Thema Diversität (Vielfalt) etwas anfangen können: Bitte lest diesen Post, auch wenn er relativ lang ist, und lasst mir eure Meinung zu den Fragen am Schluss da. Das muss kein langer Text sein, eine kurze Antwort mit eurer persönlichen Sichtweise reicht vollkommen aus. Ganz egal, ob ihr selbst eine Erkrankung und/oder Behinderung habt, ob ihr dem LGBTQ*/LGBTIA-Spektrum angehört oder euch aus anderen Gründen für Vielfalt und Gleichberechtigung interessiert – eure Meinung zu diesem Eintrag interessiert mich sehr und würde mir total weiterhelfen.

Vielen lieben Dank im Voraus! ♥

Vor einiger Zeit habe ich in diesem Post schon einmal von Ash erzählt. Ash ist Aktivist_in und bloggt sehr aufschlussreich über queerfeministische Themen, vor allem über Gender und BeHinderungen. Außerdem hat er_sie im Februar auf Twitter den Hashtag #beHindernisse initiiert, zu dem ich mich unter anderem im anfangs verlinkten Eintrag ebenfalls geäußert habe.

Im seinem_ihrem Post Lernprozesse hat Ash den Hashtag und die damit verbundenen neuen Erkenntnisse reflektiert. Meine Antwort darauf könnt ihr bei Interesse hier nachlesen – alles für mich im Augenblick Wichtige kommt aber auch in den nun folgenden Eintrag. Zum Teil etwas abgewandelt und erweitert, weil seither ja schon einige Zeit vergangen ist, aber der Inhalt als solcher bleibt der gleiche. :)

In erster Linie hat sich #beHindernisse auf mein Selbstbild als Autorin wie auch auf meine Beschränkungen als solche und als Mensch ausgewirkt. In all meinen Geschichten, ob veröffentlicht oder nicht, spielt Diversität eine große Rolle. In diesen Geschichten leben behinderte Charaktere, LGBTQ*/LGBTIA-Charaktere, Charaktere, die in irgendeiner Art und Weise einer Minderheit angehören. Allerdings habe ich mir als Autorin lange Zeit nie große Gedanken über Begrifflichkeiten gemacht – aus dem schlichten Grund, dass sie mir selbst nicht wichtig sind.

Ein Beispiel: Es gibt in meiner Kernfamilie keinen einzigen Menschen, der noch nie in psychiatrischer Behandlung war. Mehr als die Hälfte der Mitglieder meiner Kernfamilie befanden sich bereits für längere Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung, mich eingeschlossen. Dennoch empfindet keiner von uns Aussagen wie »Wow, ist ja irre!«, »Das mache ich wahnsinnig gern!« etc. als ableistisch oder diskriminierend. Hier findet für mich persönlich eher eine Bedeutungsverschiebung statt. Ein ehemals negativ besetzter, inzwischen aber veralteter und in Bezug auf tatsächliche psychische Erkrankungen absolut unangemessener Begriff erfährt in beiden Fällen eine neue Bedeutung, die in der Regel eine positive ist. Und selbst wenn sie negativ gebraucht wird (»Bist du irre?!«), bezieht sich eine solche Äußerung in der Regel nicht auf reale psychische Erkrankungen.

Ähnlich empfinde ich bei Begriffen wie »verrückt«, schräg«, »dumm«, »Idiot« etc. – all das sollte heute nicht mehr als Bezeichnung für psychisch kranke oder wenig intelligente Menschen herhalten müssen. Die Neubesetzung dieser Begriffe ist okay für mich, weil ich nie, nie, niemals einen tatsächlich kranken/wenig intelligenten Menschen so bezeichnen würde. Wenn ich von einem Angehörigen erzähle, sage ich nicht: »Mein Angehöriger XY ist verrückt«, sondern »Mein Angehöriger XY hat die Erkrankung ETCPP«. Und daher: Für mich persönlich sind solche Begriffe völlig in Ordnung, wenn sie nicht missbraucht werden, und ein Missbrauch wäre für mich eben, tatsächlich Erkrankte so zu bezeichnen.

Aber natürlich geht es noch weiter: ICH sehe das so, aber durch #beHindernisse habe ich erstmals in vollem Umfang begriffen, wie viele Menschen sich von solchen Bezeichnungen eben doch herabgesetzt fühlen. Und nun ist da mein Autoren-Ich, das inzwischen vier veröffentlichte Bücher hat, die FÜR Diversität stehen sollen und GEGEN Ausgrenzung, die Vielfalt als Realität darstellen wollen – und die solche Begriffe beinhalten, weil ich so weit zur Zeit der Entstehung dieser Bücher noch gar nicht gedacht habe.

Was mich etwas beruhigt, ist, dass alle vier Bücher bereits von mehreren psychisch und/oder körperlich behinderten Menschen gelesen wurden und von diesen bislang durchweg positives Feedback bekamen. Mir wurde gesagt, dass ich sämtliche in den Büchern vorkommenden Erkrankungen und/oder Behinderungen realistisch und respektvoll dargestellt habe, und das ist schon mal sehr viel wert. Ich hoffe, dass das etwas ist, das grundsätzlich durchklingt – der Respekt, den ich besonders vor Menschen habe, die es eben nicht total leicht haben. Und dass ich eine Erkrankung und/oder Behinderung eben NICHT als Grund ansehe, jemanden in die Opfer-Ecke zu drängen oder innerhalb einer Geschichte ausschließlich über diese Erkrankung und die Probleme damit zu schreiben.

In »Codewort: Puls« gibt es beispielsweise Marc, Douglas’ jüngeren Bruder, der die bipolare Störung hat. Auf die Erkrankung in all ihren Facetten gehe ich in dem Buch überhaupt nicht ein; die Hauptfigur ist Douglas, früher »das gesunde Kind«, der sich nicht nur auf Marcs hin und wieder vorkommende Aussetzer konzentriert, sondern auch auf Marcs persönliche Haltung. Und darauf, dass die Großmutter der beiden Marc allein aufgrund seiner Erkrankung seit ihrer beider Kindheit permanent in Schutz nimmt, obwohl er durchaus in der Lage ist, selbstständig zu denken und Verantwortung für sich zu tragen. Es ist KEIN Buch über die bipolare Störung. Es ist ein Buch, in dem ein Nebencharakter die bipolare Störung hat, die ihn aber nicht auf- oder abwerten soll.

Douglas ärgert sich oft über seinen Bruder, allumfassend. Natürlich schließt das die Erkrankung mit ein, zum Beispiel, wenn Marc sich in einer manischen Phase mal eben ein Motorrad bestellt, dann im subtil dystopischen Rahmen der Geschichte ruhiggestellt wird und zugedröhnt Lieder aus der Kindheit schmettert. Aber »Codewort: Puls« soll kein Problembuch sein, sondern einfach ein Science-Fantasy-Roman mit Gay-Romance-Note, in dem eben zufällig auch ein psychisch kranker Charakter vorkommt, ohne eine Hauptrolle einzunehmen. Ich wünschte, so etwas gäbe es öfter. Aber es scheint eine Art ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass ein Autor, wenn er kranke und/oder behinderte Charaktere in seine Geschichte aufnimmt, deren Krankheit und/oder Behinderung zu Tode thematisieren muss. Als wäre Krankheit und/oder Behinderung eine Charaktereigenschaft. Doch so denke ich nicht.

Wie auch immer: Douglas nennt seinen Bruder zuweilen beispielsweise »Idiot«, und das nicht aufgrund seiner psychischen Erkrankung oder weil er ihn für nicht intelligent halten würde. Wenn jemand aber solche Begrifflichkeiten in Bezug auf Ableismus kritisch sieht, könnte das einen falschen Eindruck von meinem eigenen Denken erwecken. Und das fände ich tragisch, denn es würde gegen alles gehen, was ich mit meinen Geschichten in Wahrheit will. Ich habe besonders »Codewort: Puls« vor der Veröffentlichung noch einmal auf fragwürdige Begriffe gecheckt (und zwar aufgrund von Ashs Tweets, die ich zuvor gelesen hatte), habe sogar Begriffe wie »wahnsinnig« und »irre« ausgetauscht (außer, sie kamen von absoluten Unsympathen in der Geschichte :D) – aber an »Idiot« haben Georg und ich beispielsweise nicht gedacht. Wir sehen das tatsächlich beide so, wie ich es oben beschrieben habe: Wir empfinden nur Begriffe als feindlich, die auch tatsächlich so gemeint sind, und das merken wir im Allgemeinen schon. Also, ob etwas herabwürdigend gemeint ist.

Bei meinem neuesten Buch »Frei wie verkrüppelte Tauben« war mir im Vorfeld klar, dass schon allein der Titel anecken würde. »Verkrüppelt«, dieses Wort benutzt man in der Regel heute nicht mehr. Es ist ein hässliches Wort und ich würde es, wenn man damit eine behinderte Person beschreiben würde, tatsächlich als sehr unpassend und diskriminierend empfinden. Nun ist es aber so, dass »Frei wie verkrüppelte Tauben« eine mitunter wirklich hässliche Geschichte ist. Mit einem Protagonisten, dessen Seelenleben, dessen Äußeres, dessen Denk- und Ausdrucksweise nicht mit einer allumfassenden Korrektheit vereinbar ist. Es ist sein Titel. Er kommt aus seinem Kopf und seiner Seele. Darum empfinde ich diesen Titel als passend, zumal das Wort »verkrüppelt« im Buch nirgendwo auf Menschen bezogen wird. Dennoch ist mir klar, dass manche Menschen das anders sehen werden und es da auch zu Anfeindungen kommen könnte. Einen subtilen Vorgeschmack dessen habe ich gestern bereits bekommen. Aber das nehme ich in Kauf. Kunst muss für mich nicht immer korrekt sein, und die Glaubwürdigkeit meiner Figuren ist mir unendlich wichtig. Das bedeutet aber NICHT, dass mich objektive Kritik dazu nicht interessieren oder ich nicht darüber nachdenken würde, ganz im Gegenteil.

Ich frage mich seit #beHindernisse immer wieder: Wie viel Ableismus steckt tatsächlich in meinen bisherigen Geschichten, insbesondere in den veröffentlichten Büchern, von dem ich möglicherweise nicht einmal etwas ahne? Begriffe, die ich nicht im Ansatz auf dem Schirm habe, weil sie für mich bislang einfach nichts dergleichen implizieren? Das würde ich gern herausfinden. Nicht, um die bereits erschienenen Bücher noch einmal völlig umzukrempeln, dafür habe ich weder das Geld noch bei allen die Befugnis, denn bis auf »Codewort: Puls« und die Printausgabe von »Sein Artist« sind sie ja in Verlagen erschienen und von diesen auch lektoriert worden. Das macht mich ein Stück weit sicherer, denn sprachlich haben Lektoren da einen wesentlich besseren Überblick und hätten wirklich krasse Sachen mit Sicherheit entdeckt. Und letztlich haben auch alle meine Charaktere ihre eigene Stimme; was sie sagen, denken und fühlen, entspringt nicht grundsätzlich dem, was ich selber richtig finde. Was erschienen ist, ist erschienen, das kann, will und werde ich nicht mehr umwerfen.

Aber: In künftigen Büchern (ein paar wird es noch geben vor 2018) möchte ich besser auf solche Dinge achten. Und darum möchte ich meine bisherigen Bücher von jemandem, der sich gut damit auskennt und intensiv damit beschäftigt, anhand der Kriterien Diversität und Ableismus beurteilen lassen. Von jemandem, der sie tatsächlich alle gründlich liest und für mich sammelt, was aus kritischer Sicht alles an diskriminierender Sprache zu finden ist. Das würde mir helfen. Sehr.

Und der Mensch, der das für mich machen wird und dem ich unendlich dankbar dafür bin, ist Ash. Und ich freue mich sehr auf seine_ihre Meinung zu meinen Büchern, denn Ash kann etwas, was manche andere Aktivist_innen nicht können oder zumindest nicht tun: Er_sie bleibt respektvoll und sachlich, auch wenn er_sie Kritik übt.

In letzter Zeit fallen mir vermehrt Aktivist_innen auf, die zwar laut nach Barrierefreiheit und Gleichberechtigung schreien, die aber selbst in einem Ton sprechen/schreiben, dass mir ganz anders dabei wird. Übergriffig. Aggressiv. Respektlos. Teils beleidigend. Und solche Menschen möchten für Toleranz stehen? Das verstehe ich nicht. Das ist für mich genauso problematisch wie Gewalt von politisch Linksradikalen, die sich als besser wahrnimmt und inszeniert als die Gewalt der Rechtsradikalen. Aber man kann meiner Meinung nach nicht gegen Gewalt sein, wenn man selbst Gewalt ausübt. Und man kann nicht ernsthaft gegen Diskriminierung sein, wenn man selbst Übergriffigkeit, Aggression und Beleidigungen im Kampf für die eigenen Ziele anwendet.

Darum bin ich so unendlich froh, dass Ash die Bücher prüfen möchte. Weil ich weiß, dass er_sie sachlich bleiben wird, selbst wenn es extrem viele Punkte in den Geschichten geben sollte, die er_sie als problematisch empfindet.

Dass ich ausnahmslos jede Kritik in den künftigen Büchern umsetze, kann ich zwar nicht versprechen, zumal es vorrangig um ein Gemeinschaftsprojekt mit Lexi geht. (Jaa, das ist endlich mal eine ansatzweise Info, was mit Ex-»AURA« und Ex-»Grenzwandler« passieren wird. *gg*) Aber wir möchten darüber nachdenken und die Kritikpunkte neu bewerten. Ich will mein bisher Geschriebenes reflektieren, und gerade dann, wenn es um bloße Begriffe geht, die man leicht austauschen könnte, an mir arbeiten. Gerade WEIL Diversität mir so ein großes Anliegen ist und weil im Hinblick darauf weitere Bücher kommen werden. Bücher, die FÜR Vielfalt stehen sollen. Da möchten wir wirklich noch mal mehr als bisher darauf schauen, was wir alles geschrieben haben und wie das bei Betroffenen ankommen könnte. Sich so auszudrücken, dass absolut alles hundertprozentig korrekt ist, ist für Autoren mit authentischen Figuren (die eben nicht immer alle korrekt sind) vermutlich unmöglich. Aber garantiert gibt es auch vieles, was problemlos geändert werden KANN und dann sogar präziser klingt.

Meine Frage an euch, die ihr euch ebenfalls mit Diversität beschäftigt, ist nun: Wie seht ihr das mit den Begrifflichkeiten? Welche Formulierungen empfindet ihr ganz persönlich als diskriminierend? Gab es hier auf dem Blog oder in einem meiner Bücher schon Begriffe, die euch gestört oder verletzt haben?

Ich würde mich extrem über ehrliche Antworten hierzu freuen. Weil ich lernen möchte.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Brieftaube mit schwerer Fracht: Blitzverlosung!

GA

Ihr Lieben,

hier kommt die angekündigte Blitzverlosung des »Frei wie verkrüppelte Tauben«-Päckchens!

Eine Übersicht über sämtliche Posts dazu:


Ankündigung

Ulm bei dir tragen

Und das müsst ihr tun, wenn ihr das Päckchen gewinnen wollt:

• Schreibt uns in einem Kommentar zu diesem Post, dass ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet.

• Schreibt uns in diesem Kommentar auch, WARUM ihr das Päckchen gern haben möchtet. Was gefällt euch daran? (Das muss natürlich kein halber Roman sein, aber wir fänden es toll, wenn die Antworten etwas mehr als »Alles« umfassen würden. Denn bis 2018 kommen ja noch so einige Geschichten, und eure Antworten würden uns total dabei helfen, auch zu diesen Verlosungen zu planen. ♥)

• Postet diesen Kommentar bis spätestens morgen, den 19. Mai 2016, 23:59 Uhr.

Am 20. Mai 2016 geben wir dann hier den_die Gewinner_in bekannt, der_die uns dann möglichst bald seine_ihre Adresse an alexandra_dichtler@web.de mailen sollte, falls wir sie nicht bereits haben, damit sich die keuchende Brieftaube zügig auf den Weg machen kann. :)

Bitte keine falsche Scheu – absolut JEDER, der das Päckchen gern hätte, ist willkommen und darf mitmachen, ganz egal, ob er_sie schon einmal etwas bei uns gewonnen oder von uns geschenkt bekommen hat oder nicht. Es ist auch völlig egal, ob ihr uns persönlich kennt oder nicht, das ist weder ein Vorteil noch ein Hindernis.

Eventuelle Fragen bitte gern stellen!

Wir freuen uns über viele Teilnehmer! ♥

Ulm bei dir tragen

GA

Und hier sind wir wieder mit »Brieftaube mit schwerer Fracht«, unserer »Frei wie verkrüppelte Tauben«-Aktion. Gestern gab es von Alex hier und hier bereits Infos zum Inhalt, und auch heute wird es zwei Einträge dazu geben: Einmal erfahrt ihr jetzt gleich, worauf wir gestern den Schlüsselanhänger platziert haben und was zugleich den größten Teil unserer schweren Fracht ausmachen wird. Im Laufe des Tages gibt es dann einen weiteren Post, in dem wir euch den Ablauf der Verlosung erklären werden.

Es sei schon mal verraten, dass es diesmal eine Blitzverlosung wird: Der Teilnahmezeitraum wird sehr viel kürzer sein als bei unseren bisherigen Verlosungen. Wer das FWVT-Paket gerne gewinnen möchte, sollte also den Blog im Auge behalten. Aber keine Angst: Es wird natürlich NICHT zu einem völlig schrägen Zeitpunkt ausgelost, der die Chancen von Berufstätigen, Studierenden etc. schmälert.

Was also haben wir noch für euch?

Im Stadthaus Ulm gibt es, wie gestern schon gesagt, jede Menge Souvenirs aus der Donaustadt. Und am selben Tag, an dem wir unsere Karte für den_die Gewinner_in geschrieben und abgeschickt haben, haben wir dort etwas ganz Besonderes für dieses Gewinnspiel entdeckt und gekauft.

Silas aus FWVT ist bekannt für seine grellblaue Umhängetasche. Etwas Grellblaues wollten wir euch zwar nicht zumuten (obwohl uns persönlich das schon gefallen hätte), und so was hätten wir vermutlich auch gar nicht gefunden – dafür fanden wir eine exklusive Ulm-Umhängetasche von Robin Ruth. Exklusiv, weil es die einzige Tasche dieser Art war, die es im Souvenir-Shop noch gab, und weil sie auch auf der Herstellerseite ausverkauft ist. Und sie ist so, so schön – schaut mal (Bildbeschreibung und Infos zur Größe, zum Material etc. folgen unten; hier gibt es die Tasche nun aus verschiedenen Perspektiven zu sehen):





Der Grundfarbton der Tasche ist schwarz und sie ist rundherum mit einem Ulm-Fotomotiv in Schwarz-Weiß bedruckt. Zu sehen sind das Ulmer Münster, die pyramidenförmige Stadtbibliothek, einige Häuser entlang der Stadtmauer, die Mauer selbst und der Metzgerturm. Sogar auf dem Schulterriemen ist das Münster abgebildet. Die untere Fläche ist rot, darauf steht in verschiedenen Schriftgrößen in mehreren Reihen immer wieder »ULM« und »THE CITY OF ULM«.

Die Maße: 38 x 32 x 13 cm

Das Material: 100% Leinen / Canvas

Die Tasche hat einen Reißverschluss; im Inneren gibt es neben dem großen Hauptfach mehrere kleine Fächer, eines davon ebenfalls mit Reißverschluss. Der Schulterriemen ist größenverstellbar – ob Tick, Romy oder Silas, sie alle könnten diese Tasche tragen, auch wenn wir zugegebenermaßen Schwierigkeiten haben, uns Tick mit einer Umhängetasche vorzustellen.

An der Tasche hängt seitlich an einem kleinen Kettchen das Robin-Ruth-Logo – und irgendwie hatten wir die Idee, dass sich an dieser Stelle (zusätzlich oder stattdessen) auch der selbstgebastelte FWVT-Schlüsselanhänger gut machen würde – das überlassen wir aber ganz dem_der Gewinner_in:

Anhänger auf der Tasche über dem Logo liegend.

Diese Umhängetasche ist also der Hauptteil unseres FWVT-Pakets. Und wie schon gesagt: Im Laufe des Tages erfahrt ihr auf dem Blog, was ihr tun müsst, wenn ihr es gewinnen möchtet. ♥

Dienstag, 17. Mai 2016

Meister der Ungeduld: Basteln mit Tick

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Hier habe ich es ja bereits angekündigt: Tick aus »Frei wie verkrüppelte Tauben« droht Übles, zumindest aus seiner Perspektive. Er muss nämlich heute mit mir basteln, und zwar ein persönliches Lesezeichen-Unikat zur Geschichte, welches dann in unser FWVT-Päckchen wandert – dabei ist er so gar kein Feinmotoriker und hat auch kein Interesse an Design jedweder Art.

Ich gestehe, er tut mir ja irgendwie jetzt schon leid.

»Alter, was ist?«, will er wissen. »Du weißt schon, dass ich ’nen Job hab? Kann ich nicht mal mehr kurz duschen, bevor du mich herzitierst?«

»Ach, komm«, antworte ich. »Wir beide wissen ganz genau, wie das abläuft, wenn du zuerst zu dir nach Hause gehst: Du duschst, trinkst ’nen Kaffee, steckst dir ’ne Kippe an, und dann ist der restliche Tag gelaufen.«

»Tss«, macht Tick. »Dann stink ich hier halt rum.«

»Ist okay, ich riech das ja nicht. Sonst hätte ich dir längst gesagt, dass du in meiner Wohnung gefälligst nicht rauchen sollst.«

»Tss«, macht er wieder. Allmählich scheint ihm endgültig aufzugehen, dass mein heutiges Anliegen etwas zeitintensiver wird als früher, als ich ihn lediglich nach Details zur Geschichte gefragt habe. Er starrt die Bastelsachen auf meinem Schreibtisch an: Buntpapier, verschiedene Satinbändchen und Kordeln, Schere und Kleber und die kleine Dose, in der ich meine potenziellen Lesezeichenanhänger aufbewahre. »Alter? Was wird das hier? Kommt Romy auch noch? Eigentlich kann sie heut nicht, da ist so ein IDAHOT-Dings. Da reden sie aber nicht bloß über den Tag, sondern auch darüber, dass man zum Beispiel nicht Transphobie sagen soll, sondern Transfeindlichkeit, weil Phobie ja auch eine Angststörung ist und alles.«

»Nein, Romy kommt heute nicht hierher. Also, sie hätte garantiert Spaß an dem, was ich heute mit dir vorhabe, aber ich dachte mir, dass du mal an deine Grenzen gehen solltest. Du bastelst heute mit mir ein Lesezeichen zu eurer Geschichte, das dann Teil eines Pakets wird, das Georg und ich unter unseren Lesern verlosen. Es wird wahrscheinlich das allerletzte Lesezeichen sein, das es hier auf dem Blog zu gewinnen gibt, also streng dich an, ja?«

»Was?!« Ticks Gesichtszüge entgleisen. Ich vermute, er hatte seit der Grundschule keine Bastelschere mehr in der Hand, zumindest nicht freiwillig.

»Jawohl. Du wirst es schon überleben. Ich will mal was ganz anderes, verstehst du? Was, das eine andere Art von Charakter hat als die bisherigen Lesezeichen.«

»An meine Grenzen gehen. Eine andere Art von Charakter. Alter, dir hat man wohl ins Hirn geschissen.« Tick schnaubt. »Ich geh andauernd an meine Grenzen zurzeit. Da Stress, da Generve, und ständig will jemand irgendwas von mir.«

»Na, vielleicht kannst du das ja in deine künstlerische Arbeit mit einfließen lassen«, schlage ich vor. »So zum Druckabbau.«

»Alter.« Erneut schnaubt er. »Eher geh ich duschen und hol mir dabei einen …«

»… Na, das will jetzt aber keiner wissen«, falle ich ihm ins Wort. »Tick, je eher du aufgibst, desto stressfreier wird das Ganze hier für dich. Ich meine, ich bin die Autorin und damit der Boss.«

»Ha. Haha. Ahahahahaha.«

»… Okay, nicht immer. Aber jetzt. Du kommst hier heute nicht mehr weg, solange das Lesezeichen nicht fertig ist.«

»Alter!«

»Alte, wenn schon.«

»Du wirst nicht charmanter, wenn du Romy zitierst«, behauptet Tick, holt sich nun aber resigniert einen Stuhl und lässt sich ächzend darauf fallen.

Jetzt ist Material-Aussuchen angesagt. Ich habe einiges für ihn vorbereitet, was zu FWVT passen würde, und seine Auswahl überrascht mich ein wenig:

Als Hintergründe für die beiden Seiten schnappt Tick sich zwei Zeichnungen von mir, die beide eine auffliegende Taube mit dem Ulmer Münster im Hintergrund zeigen und nahezu identisch sind. Nur die Farben unterscheiden sich: eine Zeichnung ist in Lila und Orange gehalten (also Romys und Ticks typische Farben), die andere in Blau, Grün, Gelb und Rot. Mit dem erbarmungswürdigsten Gesicht, das ich mir vorstellen kann, sucht er dazu passendes Buntpapier zusammen. Als Deko zupft er sich vier Papiervögel heraus, wie ich sie schon für mehrere Lesezeichen verwendet habe, einen in Lila, einen in Rot und zwei in Schwarz. Die schwarzen, mutmaße ich, will er oben als Deko anbringen, weshalb er zwei davon braucht, für jede Seite einen. Das ist ihm aber offenbar noch nicht genug: Er sammelt zusätzlich einen Kronkorken, ein Glöckchen und ein rosa Schaumstoffherz ein und legt alles auf einen kleinen Haufen.

Ich muss grinsen.

»Was?«, empört er sich sofort.

»Na ja, die Sachen. Wofür stehen die?«

»Hallo? Hast du die scheiß Geschichte aufgeschrieben oder ich? Bier für mich und auch für Romy, obwohl es kacke ist, dass du keinen Paulaner-Kronkorken hast. Aber okay, zur Not sauf ich auch Discounter-Brühe.«

»Siehst du. Und ich trink halt meistens kein Paulaner, sondern, wenn es nicht gerade Discounter-Brühe wird, Köstritzer oder Franziskaner. Und jetzt hören wir besser auf, über Bier zu reden, bevor uns noch jemand schief anschaut, weil du als waschechter Ulmer kein Gold Ochsen trinkst.«

»Tss, Paulaner war halt mein allererstes Bier. Das bleibt hängen. Gold Ochsen ist aber auch gut.«

»Das beruhigt mich. Georg und ich haben im ersten Ausbildungsjahr nämlich sogar mal die Brauerei Gold Ochsen in Ulm besichtigt, und da war es echt cool.«

»Hast du nicht gesagt, wir sollen nicht mehr über Bier reden?«, fragt Tick.

»Stimmt. Warum das andere Zeug?«

»Na, das Glockenteil da für Silas. Weil er genauso nerven kann wie so ein ständiges Gebimmel. Manchmal zumindest.«

»Wow. Charmant.«

»So bin ich halt.«

»Und das Herz?«

»Ist rosa. Romy mag die Farbe. Zwar nicht so sehr wie Lila, aber eins in Lila hast du ja nicht.«

»Da hast du recht. Für das ganze Zeug brauchst du jetzt aber noch ein Bändchen; alles aufzukleben funktioniert nicht, und wenn, würde es nicht lange halten.«

»Dann das rote da. Mit den ganzen blauen Bändern hast du schon so viele Lesezeichen gemacht, ist ja voll öde langsam.«

»Okaaaay. Soll ich dir erklären, wie es jetzt weitergeht?«

»Alter, seh ich so vertrottelt aus? Ausschneiden, Zeug draufkleben, laminieren, Loch rein, restliches Zeug festbinden, fertig.«

Ich nicke ergeben. He, ich meine, ich wollte doch, dass es mal was ganz anderes wird. Rauer. Vielleicht ein bisschen punkig. Mal schauen, was das gibt.

Tick legt also los. Er nimmt ein fertiges Lesezeichen von mir als Vorlage, schneidet sich die Zeichnungen zurecht und klebt sie auf ein ebenfalls zugeschnittenes Stück Pappe, dann schnippelt er diverse Buntpapier-Eckchen zusammen und beklebt die Seiten damit. Sieht schon mal nicht übel aus.

Dann aber. Dann.

Dieser Typ ist der Meister der Ungeduld. Die Vögel klebt er (bis auf den schwarzen Deko-Vogel auf beiden Seiten, den er dafür mit Klebestift einsaut) kopfüber auf, »mein Leben steht ja schließlich auch Kopf«, und irgendwie verfällt er dann auf einen Gedanken, den ich ihm nicht zugetraut hätte: Er verziert das Ganze mit lila und rotem Glitter-Kleber. Dabei hantiert er aber recht ungeschickt und verwischt die Hälfte, und anstatt das Ganze erst mal trocknen zu lassen, schneidet er die verschmierten Ränder außen einfach ab, verkleinert das Lesezeichen und will es –

»Stopp.« Das kann ich jetzt ECHT nicht mehr mit ansehen. »Du kannst das jetzt nicht gleich laminieren, das muss erst trocknen.«

»Hallo? Ich will duschen. Gib mir mal ’nen Föhn.«

Okay. Okay, ich wollte was ganz anderes, beschwöre ich mich wieder. Ich reiche ihm das Gewünschte und Tick föhnt den Glitter-Kleber trocken. Leider nur nicht trocken genug. Schon als er das Lesezeichen in die Laminiertasche steckt, verschmiert der Kleber an einigen Stellen erneut. Ein Effekt, der sich noch verstärkt, als Tick das Ganze mehrfach durch mein Laminiergerät zieht.

»Egal«, meint er, als er meinen unglücklichen Blick bemerkt. »Das ist cool, ein bisschen wie ein Graffito. Und glotz jetzt nicht so, das ist die richtige Einzahl, echt.«

»Weiß ich. Ich hätte bloß nicht gedacht, dass du es weißt. Und Graffiti geht inzwischen auch als Singular, eingedeutscht halt.«

»Alter. Arschlecken.« Damit fährt er fort, schneidet das laminierte Lesezeichen aus und ist dabei alles andere als zimperlich. Besonders die Schnippelei um den schwarzen Vogel herum sieht aus wie – okay, ruhig. Ich wollte was ganz anderes. Dann stanzt er ein Loch in die gegenüberliegende Ecke und denkt sogar daran, das Ganze noch mal durchs Laminiergerät zu ziehen, »dann hält bestimmt alles besser.« Ja, da hat er recht.

Mit dem Rest ist er überraschend flink, und schon hat er den Kronkorken auf der blau-grün-gelb-roten und die restliche Deko auf der orange-lila Seite festgezurrt. »Jetzt noch das Band in den durchsichtigen Lack da tunken, damit sich das nicht auftrennt, das sieht sonst scheiße aus«, belehrt er mich. Gesagt, getan.

Und wisst ihr was? Das Ding gefällt mir. Nicht ganz sauber gearbeitet, und dem roten Vogel fehlt jetzt der Hinterkopf; dafür sieht er durch den verschmierten roten Kleber aus, als würde er aus dieser Stelle bluten – aber das ist cool. Ich mag es.

»Da hast du’s«, sagt Tick und wirft mir das fertige Lesezeichen mit bimmelndem Glöckchen zu. Ich habe Mühe, es so aufzufangen, dass der Lack nicht auch noch verschmiert. »Kann ich jetzt duschen gehen, verdammte Scheiße?«

»Klar.« Ich grinse ihn an. »War jetzt gar nicht so schlimm, wie du dachtest, oder?«

»Schlimm genug. Ich stinke wie so ein vergammeltes Stück Fleisch, ernsthaft jetzt. Und der, der das Teil dann zum Schluss kriegt, tut mir jetzt schon leid. Oder die.«

»Wieso?«

Tick zuckt die Schultern. GANZ überzeugt ist er von seinem Werk wohl doch nicht, und er schickt sich an, zu verschwinden.

»Du?«

»Was?«, murrt er.

»Mach Romy doch auch mal so eins. Die freut sich den Arsch ab.«

»Mit Arsch lebt sich’s aber leichter«, sagt Tick mit düsterem Blick. Trotzdem packt er betont gleichgültig ein paar Bastelsachen zusammen, ehe er mich für heute endgültig verlässt.

Tja. Nun sitze ich hier mit Ticks exklusivem FWVT-Lesezeichen-Unikat, das eine_r von euch bald gewinnen kann – wie gesagt ist es Teil des Pakets, das Georg und ich noch in dieser Woche verlosen werden, und somit mitschuldig, dass unsere arme Brieftaube kräftig keuchen wird. Wir freuen uns, wenn ihr weiterhin auf dem Blog vorbeischaut – und heute gibt es schon mal Fotos von Ticks Werk:


Da flattert was!

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Heute gibt es gleich zwei Einblicke in unser »Frei wie verkrüppelte Tauben«-Päckchen – einen jetzt und einen im Laufe des Nachmittags.

Wie ihr ja wisst, bastle ich hin und wieder gerne mal etwas. Am liebsten habe ich es, wenn man die Dinge, die dabei entstehen, dann auch tatsächlich für irgendetwas verwenden kann bzw. sie zumindest nicht einfach nur herumliegen.

Im Stadthaus Ulm gibt es wie in jeder größeren Stadt allerlei Souvenirs zu kaufen, darunter zahlreiche Schlüsselanhänger, die zum Beispiel das Münster oder den Ulmer Spatz zeigen. Eine Ulmer Taube sucht man auf ihnen dagegen vergeblich – kein Wunder, denn wer »Frei wie verkrüppelte Tauben« gelesen hat, weiß, dass die Ulmer Tauben kein besonders leichtes Leben haben.

Weil Georg und ich für das FWVT-Päckchen aber unbedingt einen Schlüsselanhänger mit Taube haben wollten, habe ich einfach selbst einen gebastelt – klein, schlicht und silbern:

Die Silbertaube über dem Ulmer Metzgerturm.

Die Silbertaube in Nahaufnahme.

In diesem Stoffsäckchen versenden wir die Silbertaube, damit ihr nichts passiert.

Hat jemand schon eine Idee, worauf wir den Schlüsselanhänger da platziert haben? Auch das wird nämlich ein Teil des Pakets. Ein kleiner Tipp: Es ist weder eine Karte noch im eigentlichen Sinne ein Bild.

In jedem Fall muss unsere schnaufende Brieftaube unter anderem eine silberne Artgenossin transportieren, die mit Sicherheit auch noch ein bisschen flattern und das Päckchen zum Schwanken bringen wird. Das Leben ist nicht fair.
 
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