Donnerstag, 23. Juni 2016

Löwenherzen 2580 – Das Cover

AD

Schöne Nachrichten: Das Cover zu »Löwenherzen 2580« ist fertig! Gestaltet hat es erneut Irina Bolgert von Bookdresses Buchcoverdesign – und ich hatte ernsthaft Gänsehaut, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Irina hat sich sehr, sehr eng an meine Beschreibung gehalten; das war das allererste Mal, dass ich die Optik eines Covers wirklich selbst bis ins Detail vorgegeben habe, und ich liebe das Ergebnis.

Es fängt die Stimmung aller drei Waidbronn-Vorgänger mit ein, die sich auch in der Geschichte wiederfindet: Es gibt einen tiefen Wald, einen weiten Sternenhimmel und einige futuristische Details, die sich erst beim Lesen der Geschichte erschließen. Die Schriftarten sind die gleichen wie auf dem »Sein Artist«-Cover, und Irina hatte dann noch die tolle Idee, auch die weiteren Schriftelemente des Covers für die Löwenherzen wiederzuverwenden. Es wird also schon optisch klar, dass der Bezug zu »Sein Artist« am größten ist – und dennoch ist es auch etwas ganz Eigenes.

Ein paar Menschen haben mich schon für seltsam erklärt, weil ich einer Geschichte ein Cover kaufe, von der ich noch nicht weiß, ob ich sie veröffentliche. Ich erkläre mich nur für liebend. Und da ich den Roman ganz unabhängig von einer Veröffentlichung für mich selbst drucken lassen werde, braucht er natürlich auch ein Cover. (Und Alter, ich sag doch auch nicht zu Bekannten: Du bist ja seltsam, jetzt hast du dir schon wieder Schuhe/Klamotten gekauft, die du gar nicht brauchst, weil du eh schon ausstaffiert bist wie ein personifizierter Kleiderständer! WTF.)

Und hier ist es, inklusive Klappentext:
 

Ephraim Grün gehört zu den privilegiertesten Menschen des Universums. Er hat den schrecklichsten Krieg seit Menschengedenken ohne persönliche Verluste überlebt und ist rundum abgesichert. Anders als seine Freunde Diego und El'eym: Das junge Paar kämpft mit Traumata sowie finanziellen Hürden und steht vor den Scherben seiner Beziehung. Dann jedoch treten drei Fremde in das Leben der jungen Menschen und stellen es gehörig auf den Kopf, und plötzlich ist es Ephraim, der in seinen Grundfesten erschüttert wird. Warum fühlt er sich so tiefgreifend zu dem verschlossenen Siv hingezogen? Wie ist es möglich, dass er ihm blind vertraut, obwohl Siv ihn unmissverständlich zurückweist? Je mehr Ephraim über sich selbst erfährt, desto näher wagt er sich an einen Abgrund, dessen Tiefe er nicht ermessen kann – und der für ihn und seine Freunde zur tödlichen Gefahr zu werden droht.

»Löwenherzen 2580« führt die Waidbronn-Einzelbände »Schwester golden, Bruder aus Stein«, »Sein Artist« und »Codewort: Puls« in eine gemeinsame, weit entfernte Zukunft.

Morgen gibt es an dieser Stelle genauere Infos zum Upload – und das Gedicht, das dem Roman voranstehen wird und das, wenn man zwischen den Zeilen zu lesen vermag, schon ein bisschen die Richtung vorgibt, in die sich die Geschichte bewegt. ♥

Findet ihr den Klappentext in Ordnung so? Wie gesagt befindet sich diese Geschichte noch im Werden, Wünsche und Verbesserungsvorschläge kann ich also noch problemlos berücksichtigen. :)

Sonntag, 19. Juni 2016

Geschenke für bislang Unbeschenkte

AD

Ihr Lieben,

gibt es noch welche unter euch, die bislang bei keiner einzigen Beziehungstat-Aktion (egal ob Verlosungen oder andere Aktionen) etwas von uns bekommen haben, aber gern ein von mir handgefertigtes Lesezeichen haben möchten?

Hier habe ich abschließend noch mal drei FWVT-Lesezeichen zu verschenken, die ich Anfang Juni gemacht habe – meine letzte Lesezeichen-Generation, zumindest vorerst. Einzelstücke gibt es bestimmt auch weiterhin ab und zu, aber das größer angelegte Lesezeichen-Basteln ist nun erst mal vorüber.

Ich zeige euch jetzt erst mal die Lesezeichen und erkläre dann, was ihr machen »müsst«, wenn ihr eines davon haben möchtet:

Lesezeichen 1 besteht aus den zwei tollen Lesezeichen des Ka&Jott Verlags, die ich vor dem Laminieren zusammengeklebt habe, und ist mit silberfarbenen Flügeln sowie einem dunkelblauen Lederband verziert. Da die Aufteilung perfekt funktioniert hat, sieht es auf der einen Seite so aus, als hätte die äußerste Taube links silberne Flügel:



Lesezeichen 2 besteht aus einem rosa Untergrund, verschiedenen aufgeklebten Bildern der Tauben des einen Verlagslesezeichens und lila Glitterbandelementen. Es ist mit einem transparent-dunkelblauen Band und silberfarbenen Herzen verziert, unten sieht es durch ein Dekoband zusätzlich so aus, als hätte es einen Untergrund mit Gras und Blüten, auf dem auf einer Seite eine Taube steht:



Lesezeichen 3 ist mein persönlicher Liebling. Es besteht aus einem weißen, mit bunten Schmetterlingen bedruckten Untergrund, den ich (ja) aus einer Slipeinlagen-Verpackung (!!) von DM ausgeschnitten habe, welche ich wiederum meiner Mama geklaut habe. *hust* Auf jeder Seite befindet sich zusätzlich eine aufgeklebte Taube und ein bisschen lila Glitterband, oben dekoriert ist es mit einem transparent-weißen Band mit kleinen Perlen:



Ähnlich wie bei den drei Silbertauben-Anhängern neulich läuft es nun so ab:

- Die ersten drei Menschen, die sich im Kommentarfeld melden, bekommen je ein Lesezeichen geschenkt.

- Anders als bei allen bisherigen Aktionen richtet sich diese jedoch ausschließlich an Leute, die bislang noch nie irgendetwas hier auf dem Blog bekommen haben. (Daher bin ich mir im Moment nicht sicher, ob sich überhaupt drei Teilnehmer finden – aber besser bleiben mir welche übrig, als dass jemand leer ausgeht, der bislang noch nie irgendwas gekriegt hat. :D)

- Die erste kommentierende Person darf sich am Ende unter den drei Lesezeichen eines aussuchen.

- Die zweite kommentierende Person darf sich unter den zwei verbliebenen Lesezeichen eines aussuchen.

- Die dritte kommentierende Person bekommt das Lesezeichen, das übrigbleibt – aber ich hoffe, das ist okay, mir gefallen sie alle drei sehr gut. ♥

- Also am besten zuerst im Kommentarfeld piepsen, dann überlegen, welches ihr haben möchtet, und dann der Reihenfolge entsprechend Bescheid geben. :)

Ich hoffe, das ist nicht zu kompliziert erklärt. *hust* Viel Glück! ♥

Donnerstag, 16. Juni 2016

Vorsicht, durchgeknallt: Eine Frage der Schwere

GD

Erstmals seit 2011 gibt es heute mal wieder einen kurzen Prosatext von mir zu lesen. Daran geschrieben habe ich circa drei Monate, was für eine Kurzgeschichte von knapp 1.500 Wörtern eine lange Zeit ist, aber für mich behinderungsbedingt immer noch in einem Bereich liegt, den ich positiv sehe.

Vorwarnung: Die Geschichte ist ziemlich durchgeknallt und definitiv nicht allzu ernst zu nehmen. Wie ich darauf gekommen bin, kann ich mir selbst nicht erklären – die Protagonisten waren plötzlich comicfigurenartig in meinem Kopf (ähnlich den roten Blutkörperchen in der alten Kinderserie »Es war einmal … das Leben«, kennt die außer Alex und mir noch jemand?), und ich dachte mir: Warum nicht?

Derzeit schreibe ich auch an etwas Ernsterem, einer Geschichte (vermutlich vorrangig für Kinder) namens »Vor den Träumen«, aber bis diese fertiggestellt und vorzeigbar ist, dauert es noch recht lange. Heute poste ich hier dafür die etwas schräge Kurzgeschichte namens »Eine Frage der Schwere« – ich wünsche allen, die sie lesen möchten, viel Spaß dabei. :-)

Eine große Bitte an alle, die reinschauen: Könntet ihr mir sagen, ob bei euch die kursiven Stellen im Text angezeigt werden und ob der Titel fett angezeigt wird? Kürzlich mussten wir ja feststellen, dass nicht jeder Browser die Blogger-Formatierungen unterstützt, und dieser Text ist nun direkt aus Word in den Post kopiert. Es würde mich interessieren, ob das etwas bringt oder ob bei manchen nach wie vor keine Formatierungen zu sehen sind. Vielen lieben Dank im Voraus! :-)

★ ★ ★
 
 Eine Frage der Schwere

Mein Name ist Fettlinde von Schmalz. Ja, lachen Sie ruhig. Ich habe mir diesen Namen jedoch nicht ausgesucht, ebenso wenig wie Sie sich den Ihren, nehme ich an. Und Fakt ist, dass Ihre Spezies eine Mitschuld an dem Umstand trägt, dass Namen wie dieser für meine Spezies zum Standard geworden sind. Lange Zeit galt er sogar als ausnehmend schick. Fettlinde, tja, dieser Vorname war in unserer Welt einst so beliebt wie die Namen Marie und Mia in der Ihren.
Unsere Welt?, fragen Sie sich jetzt womöglich. Was zum Geier meint diese Fettlinde damit?
Diese Fettlinde meint damit einen Ort, an dem Sie einen nicht unerheblichen Teil Ihrer Lebenszeit zubringen: Ihr Bett. Man findet uns allerdings auch in anderen Polstermöbeln.
Ich bin eine Hausstaubmilbe. Eine etwas … nun, sagen wir, eine etwas zu voluminöse Hausstaubmilbe. Mit einigen anderen, artverwandten Lebewesen bildet meine Spezies den Mikrokosmos Hausstaub. Hauptsächlich halten wir uns, wie bereits erwähnt, in Ihren Schlafzimmern auf, konkreter: in Ihren Matratzen, den Bettdecken oder den Kopfkissen. In einem Gramm Hausstaub können sich über 2500 Exemplare von uns tummeln. Das bedeutet, in einer Standardmatratze befindet sich rund eine Viertelmillion von uns adretten Tierchen.
Warum ich mich als etwas zu voluminöse Hausstaubmilbe bezeichne? Tja, das hängt vorrangig mit Ihrer Ernährung zusammen. Fast Food, Chips, Schokolade – der moderne Mensch speist fett, und vor allem wird er dadurch mitunter fett, was zu der verhängnisvollen Tatsache führt, dass die Menschen eine immer größere Körperfläche in ihre Betten wuchten, die wiederum eine immer größere Menge Hautschuppen abwirft. Und – ahnen Sie es? Hautschuppen sind die Leibspeise einer jeden Hausstaubmilbe.
Die in Hülle und Fülle vorhandene Kost, die seit Jahren wie Manna vom Himmel regnet, hat im Laufe der Zeit zu einer infernalischen Verfettung des Milbenvolks geführt. Wir mussten uns eines Tages nicht einmal mehr zwingend bewegen, um an Nahrung zu kommen.
Und hier beginnt die eigentliche Geschichte. Es ist mir ein Bedürfnis, sie Ihnen zu erzählen. Damit Sie wenigstens den Hauch einer Ahnung bekommen, welche Dramen sich in Ihren Schlafzimmern abspielen, ohne dass Sie Notiz davon nehmen …

Der Hausstaubmilbenstamm, zu dem ich gehöre, schwelgte seit Langem in einem El Dorado aus Hautschuppen, doch das Überangebot an Nahrung forderte seinen Tribut. Ich hatte noch die glamourösen Zeiten miterlebt, in denen »Dick ist schick« gegolten hatte, aber diese Ära neigte sich dem Ende zu. In unserem Milieu wurden wir allmählich zur Lachnummer. Die anderen Bewohner der Matratze tuschelten bereits über uns undisziplinierte Milben, und den Anfang machten ausgerechnet die sonst so friedliebenden Rädertierchen. Für gewöhnlich stachelten sie keine Konflikte an, sondern kümmerten sich eher um ihr eigenes Auskommen.
Schon allein dieser maßlosen Provokation wegen stand für namhafte Vertreter des Milbenstammes fest, dass sich etwas Grundlegendes ändern musste, und zu diesen gehörte ausgerechnet – mein Chef.
Die Praxis von Dr. Schubpo Milbos, in der ich schon seit meinem Berufseinstieg als seine Assistentin arbeitete, lag unweit des Kopfkissens.
Schubpo saß an seinem Schreibtisch, wo er das Konzept für eine verpflichtende Kurzstudie zum Fitness-Zustand seiner Patienten skizzierte. Kürzlich hatte er auf Milb-TV eine Dokumentation über die Sensationsgeilheit der Menschen gesehen. Es war bereits von Fällen die Rede, in denen einzelne Milben derart fettleibig geworden waren, dass ihre menschlichen Gastgeber sie auf ihrer Matratze entdeckt, eingefangen und in ein Glas gesperrt hatten. Dr. Milbos hatte sich vor Schreck fast verschluckt, sich ein Gläschen Hautfein No. 5 gegönnt und war daraufhin in eine ohmachtgleiche Schockstarre gefallen.
Als er wieder zu sich gekommen war, beschloss er, dagegen anzukämpfen, dass unser Milbenstamm auf diese Art ein Ende finden würde, und selbstredend lag er mir ab diesem Zeitpunkt mit dem Thema in den Ohren.
Er machte sich sofort an die Arbeit und klamüserte eine Strategie aus. Die Gewichtskorsetts, die er dabei festzurrte, waren strikt, aber, wie er meinte, nicht allzu bevormundend, zumindest nicht, wenn man das Normalgewicht einer Hausstaubmilbe im Auge behielt. Dieses liegt, abhängig von Geschlecht und Größe, bei gerade mal 3,5 bis 5,8 Mikrogramm, während seine Patienten inzwischen teilweise das Vierfache auf die Waage brachten, wie die Studie zeigen sollte.
Ja, als er die Studienunterlagen einige Tage später auswertete, stellte er endgültig fest, wie dringend sein Eingreifen war, denn mehrere der hochadipösen Milben hatten schon fast die Schwelle zur Sichtbarkeit erreicht – und auch ich befand mich unter jenen bedauernswerten Geschöpfen.
Im Wissen, dass diese unsinnige Völlerei beendet werden musste, entschied sich Dr. Milbos, ein Abspeck-Camp zu gründen.

Ich seufzte am nächsten Morgen mehrfach auf, als der Doktor mir seine Strategie erläutert hatte.
Wie bereits angedeutet, teilte ich die Vorliebe vieler Patienten für die unbegrenzt verfügbaren Leckereien, hatte meinen Appetit jedoch im Griff (dachte ich zumindest). Ich sah zwar ein, dass zwischen einem kleinen Nachtmahl und hemmungsloser Völlerei ein gravierender Unterschied bestand, dennoch hielt ich sein Drängen vorerst für übereilt.
»Fetty, ich mache mir ernsthafte Sorgen um unseren Milbenstamm«, gab er jedoch keine Ruhe. »Auf die Gefahr hin, plakativ zu werden: Wir brauchen Nachwuchs, nicht die fettesten Milben der Welt. Die Anzahl der Milben zählt, nicht deren Körperfläche, auch wenn sie die weitere räumliche Verbreitung des Stammes allein durch ihre Fülle vorantreiben. Sieh dir die Ergebnisse noch einmal genau an, und du wirst merken, dass ich recht habe!«
Schließlich gab ich resigniert auf. Wenn Schubpo sich erst einmal auf ein Thema eingeschossen hatte, war er zumeist nicht mehr zu bremsen.
»Außerdem brauche ich noch dein Milbwort in dieser Angelegenheit«, setzte er noch einen drauf. »Gib mir dein Milbwort, dass du meinem Abspeck-Camp beitrittst und als leuchtendes Beispiel für die Patienten fungierst.«
»Sollst du haben«, gab ich mich entspannt. Auch das noch, dachte ich jedoch bei mir. Bedingungslose Unterstützung war nun wirklich nicht das, was ich »dieser Angelegenheit« entgegenbringen wollte, aber Schubpo war nun mal mein Vorgesetzter, und er hätte ohnehin nicht lockergelassen. Also setzte ich mich an meinen Schreibtisch, aktivierte den Milbkompander und kontaktierte über das Fatnet diejenigen Milben, bei denen akuter Handlungsbedarf bestand. (Sehen Sie? Sogar unsere Version des Internets war von der »Dick ist schick«-Mentalität geprägt worden!)
Das Milbwort war ein zweischneidiges Schwert. Zwar war es das innigste Zeichen der Milbschaft und deren Milbungen, doch wurde es gebrochen, wurde man gnadenlos aus der Milbschaft ausgeschlossen. Meine Laune befand sich dementsprechend auf dem Tiefpunkt.

Als sich die größten Schwergewichte am folgenden Abend in der Praxis Milbos eingefunden hatten, erläuterte er den Patienten sein Vorhaben und rang ihnen ebenfalls ihr Milbwort ab, jede seiner Anweisungen zu befolgen.
Einige Bürden sollten auf sie (uns!) zukommen. Um einen deutlichen Gewichtsverlust zu erreichen, musste neben der Ernährungsreduktion auch regelmäßig mit ausdauernder Bewegung reagiert werden.
Nach vollständiger Sichtung des Gesamtkonzepts fasste ein eigens angefertigter kurzer Film das Vorgehen zusammen. Wahrlich keine Produktion aus Milbywood mit Milbal-Effects, sondern eine aus der Privatschmiede Dr. Milbos’, doch man zeigte sich einsichtig: Gewicht beeinflusst Umfang, Umfang beeinflusst Sichtbarkeit, Sichtbarkeit heißt: Ab ins Glas!, so die Kernaussage. Die Milbschaft musste zwingend abspecken.
»Ich bin mir fast sicher, dass ich mir einige Sperenzchen von wegen Hunger anhören darf, aber da müssen sie durch«, sagte Schubpo zu mir, als die Patienten seine Praxis wieder verlassen hatten. »Und du auch, Fetty.«

Ich gab mir ernsthaft Mühe, und das Abspeck-Camp zeigte Wirkung. Bereits nach zwei Wochen der Plackerei hatte jeder Teilnehmer des Camps einige Mikrogramm verloren.
Doch dann ging die Tortur erst richtig los: in einem nahegelegenen Hain, der auf einem kleinen, halbrunden Flokati-Kissen lag. Das Polster befand sich auf der linken Seite der Matratze, bildete von dort aus zunächst einen gemäßigten Anstieg und verlief weiter in schroffen Steilhängen.
Zum Ansporn ließ Dr. Milbos die anderen Milben wissen: »Ich jogge hier jeden Morgen.« Dann wandte er sich an mich: »Fetty, zeig ihnen, wie es geht!«
»Warum ich?«, empörte ich mich.
»Weil ich es dir sage«, raunzte Schubpo mich an. »Für den Anfang ist ein Erkundungslauf angedacht; du markierst die Strecke: immer den Milbpfad entlang. Denk an dein Milbwort!«
Ich verfluchte mich stillschweigend dafür, ihm das Milbwort gegeben zu haben, während der Doktor fortfuhr: »Mit dir laufen Lohnlita Rundback, Fetthelm Rosthal und Aghadi Kohnfl.«
Letzterer sank bei der Nennung seines Namens auf die Knie und brach gespielt in Tränen aus: »Dr. Milbos, ich bin doch Anhänger der Milban-Religion! Es ist meine religiöse Pflicht als Milbist, Völlerei zu betreiben! Außerdem ist Sport laut Milban streng untersa…«
»Bei aller Religiosität«, schnaubte Dr. Milbos, »Milbwort ist Milbwort. Sie wissen, was das bedeutet, Aghadi.«
Zähneknirschend fügte sich der Gescholtene.
»Na also«, lachte Dr. Milbos, sah unserem schnaufenden Trüppchen nach und rief: »Letztlich ist alles nur eine Frage der Schwere!«

Dies ist die Geschichte, die ich Ihnen unbedingt erzählen wollte. Damit Sie Bescheid wissen. Und damit künftig nicht nur meine, sondern auch Ihre Spezies ein ungutes Gefühl mit sich herumträgt.
Und nun, da ich Sie hoffentlich nachhaltig verunsichert habe, will ich zur Belohnung für mein letztes Training doch mal sehen, was Sie mir heute so auf Ihrem Kopfkissen hinterlassen haben …

Mittwoch, 15. Juni 2016

Fertig – und ab zu den Löwenherzen!

AD

Und schon ist er vorbei, mein Waidbronn-Reread – bereits gestern Nachmittag habe ich es geschafft, »Codewort: Puls« zu beenden, obwohl diese weiterführende Art des Loslassens mir wirklich schwergefallen ist. Ich habe gerade das Bedürfnis, mich bei meinen Charakteren zu bedanken. Einfach dafür, dass sie sind. Dass sie »nur« meinem eigenen Unterbewusstsein entspringen, macht sie nicht weniger wertvoll für mich, und dieser Reread war wirklich, wirklich toll.

Und mir ist noch eine weitere Stelle eingefallen, die in engem Zusammenhang mit »Löwenherzen 2580« steht: die erste Szene des Kapitels »Genie und Selbstzweifel« (beginnt in der Printversion auf Seite 141). Die Stelle mit dem psychotischen Mann, der versucht hat, bei Philantropya Paris einzubrechen, Kleidung wie aus dem achtzehnten Jahrhundert trägt und »sofort den Bezirksleiter sprechen« will. Wer ausschließlich »Codewort: Puls« kennt, kann diesen Mann einfach für psychisch krank halten – das passt zum Rest der Szene und zum Rest der Welt im Jahr 2120, so ist das für dieses Buch als Einzelwerk gewollt. Wer aber »Löwenherzen 2580« liest, wird, wenn er sich an diese Szene erinnert, garantiert weiterführende Gedanken dazu entwickeln. Die Szene an sich spielt keine Rolle mehr für die Löwenherzen, aber sie ist Teil eines wesentlich größeren Zusammenhangs, als er in »Codewort: Puls« ersichtlich wird.

So, und wie geht es jetzt weiter?

Mitte Mai habe ich auf Twitter diese Umfrage gestartet:


Dreizehn Menschen haben daran teilgenommen, und alle dreizehn haben dafür gestimmt, dass sie es cool fänden, wenn ich »Löwenherzen 2580« hier auf Beziehungstat posten würde, und sie es dort lesen würden. Es gab keine einzige »Würde mich dort nur nerven«-Stimme – darum habe ich beschlossen, das tatsächlich zu machen, und irgendwie freue ich mich mit jedem Tag mehr darauf.

Der Grund, warum ich auf diesen Gedanken überhaupt gekommen bin: Ich bin mir bei dieser Geschichte noch nicht sicher, ob sie es »verdient«, auch noch ein (veröffentlichtes) Buch zu werden wie ihre drei älteren Waidbronn-Geschwister. Sie ist zwar durchaus spannend (hoffe ich) und sehr komplex, aber ob es Menschen gäbe, die sagen würden: »Die Geschichte gefällt mir so gut, dass ich sie mir zu den anderen ins Regal stellen möchte«, kann ich momentan nicht einschätzen. Die drei Waidbronn-Vorgänger waren Einzelbände, die inhaltlich jeweils unterschiedliche Zielgruppen angesprochen haben. Die Löwenherzen dagegen sind vermutlich nur für meine lieben Stammleser wirklich interessant, die alle drei dieser Geschichten gelesen haben und jetzt noch mehr von und aus Waidbronn kennenlernen möchten.

Darum möchte ich euch die Geschichte hier erst einmal zeigen. Was ich ganz sicher weiß, ist, dass ich sie für mich selbst drucken lassen werde; ich habe sogar schon ein wundervolles Cover dafür in Auftrag gegeben – ein Buch wird es also definitiv geben. Aber ob es ein veröffentlichtes Buch wird oder einfach nur eines für mich selbst, würde ich gern euch entscheiden lassen.

Wenn sich also ein paar Menschlein finden, die dann wirklich hier mitlesen, und wenn sich von diesen wiederum welche finden, die sagen: »Gefällt mir, mag ich als Buch im Regal haben«, ziehe ich das durch. Selbst dann, wenn es »nur« zwei, drei sind – treue Leser, die mich seit Jahren begleiten, sind mir das einfach wert, und da ich die Geschichte für mich ohnehin setzen und drucken lasse, wäre das kein nennenswert höherer Aufwand. (Was ich leider nicht anbieten kann, ist, für mehrere Einzelpersonen Bücher mitdrucken zu lassen und diese dann selbst zu verschicken. Das sprengt schon allein transporttechnisch meine/unsere Möglichkeiten, denn das Buch wird ein richtig dickes Ding und wir sind nicht mehr annähernd mobil.)

Es wäre aber auch in Ordnung für mich (und da bitte ich wirklich um Ehrlichkeit!), wenn das allgemeine Feedback »Muss ich nicht als Buch haben, kommt nicht an den Rest ran« lautet. Denn ich kann dadurch, dass ich Waidbronn inzwischen in- und auswendig kenne, derzeit noch nicht einschätzen, ob ich diese gewaltige Geschichte qualitativ so präsentieren kann, dass sie »gut genug« für eine Veröffentlichung ist. Georg kennt Waidbronn ebenso gut und fast ebenso lange wie ich. Und ein professionelles Lektorat für eine Geschichte, die fertiggestellt um die 100.000 Wörter haben wird, kann ich mir schlicht und ergreifend nicht leisten. Sobald sie endgültig fertiggestellt ist, werde ich mir wieder zwei bis drei Testleser suchen, um die Qualität noch einmal gesondert prüfen zu lassen. Aber ich möchte auch, dass alle meine (daran interessierten, Zwang besteht natürlich keiner :D) Stammleser die Möglichkeit haben, sich einzubringen und mit zu entscheiden, was letztlich mit »Löwenherzen 2580« passiert.

Darum und dafür möchte ich das gern machen, obwohl ich mit Kapitel-für-Kapitel-Uploads inzwischen nicht mehr so wirklich vertraut bin. Es kommt mir vor, als seien Äonen vergangen, dass ich das letzte Mal etwas auf diese Art in Schreibforen hergezeigt habe. Aber ich trete mir jetzt einfach in den Arsch, um das ordentlich und übersichtlich hinzukriegen, und habe mir da auch schon einiges überlegt – denn eine andere Plattform außer Beziehungstat kommt für mich nicht mehr infrage. Das hier ist einfach die einzige Seite, bei der ich mir sicher bin, dass ich nicht die Lust daran verlieren werde. Ausnahmslos alle meine Versuche, Geschichtenbezogenes auf Extra-Blogs oder andere Seiten auszugliedern, um hier nicht alles damit zuzumüllen, sind gescheitert. Ich bleibe einfach nicht zuverlässig dabei, verliere die Motivation dafür, was auf Beziehungstat völlig anders aussieht. Also: Beziehungstat it is. Und es wird nicht annähernd so chaotisch, wie man sich das jetzt vorstellen könnte, keine Angst.

So also geht es weiter in den nächsten Wochen. Ich bin gespannt!

Montag, 13. Juni 2016

Wegen der Liebe im Hals

AD

Nach wie vor stecke ich mitten in meinem persönlichen Waidbronn-Reread (dem sich coolerweise auch Lexi und Jade angeschlossen haben, Lexi ist sogar schon fertig!), ich habe nun noch achtzig Seiten von »Codewort: Puls« vor mir – und plötzlich passiert mir etwas, das mich seit Monaten auch am effektiven Überarbeiten von »Die Liebe ist wie ein Planet im Hals« hindert: Ich möchte nicht fertig werden. Ich möchte mich nicht von Douglas und Suey trennen, möchte noch länger in der Entstehung ihrer Beziehung verweilen und nicht die Schrecknisse sehen, die ich ihnen angetan habe. Oder die mein Gehirn ihnen UND MIR angetan hat, denn Fakt ist: Die Gräueltaten, die der Roman beinhaltet, gehören zu den Dingen, die ich mir nicht auf bewusster Ebene ausgedacht habe. Mein Kopf fühlte sich während der letzten Szenen an wie ein Kino, und ich wusste eine Weile selbst nicht, wie es ausgeht.

Obwohl »Codewort: Puls« stellenweise eine böse, grausame Geschichte ist, ist sie im Rückblick eines nicht für mich: düster. Douglas lebt freiwillig ein weitgehendes Einsiedlerleben, ehe er auf Suey trifft, weil er familiäre Verpflichtungen hat, die ihm jedwede Lust auf zusätzliche zwischenmenschliche Kontakte rauben, und er kann beißend sarkastisch sein – aber ein düsteres Gemüt hat er nicht. Das merkt man der Geschichte an, das merke ich mit jeder Seite, die ich lese, und ich glaube, das war unbewusst immer mit ein Grund, warum ich sie von Anfang an so überbordend geliebt habe: »Codewort: Puls« vermittelt ein Grundgefühl, das dem Gefühl in meinem eigenen Kopf nahekommt. Douglas ist in vielerlei Hinsicht ein unfreier Mensch, ein Mensch, der eigentlich viel Traurigkeit empfindet und sie in bitterbösen Humor verwandelt, aber er bleibt dabei stets jemand, der absolut aufrecht in den Spiegel schauen kann. Er wird nie zu einer in sich versunkenen, dunklen Gestalt.

Und als absolutes Sahnehäubchen zu dieser Wahrnehmung der Geschichte gab es gestern eine neue Rezension zu »Codewort: Puls«, und zwar von der lieben Dana von Bambinis Bücherzauber, die auch bereits »Schwester golden, Bruder aus Stein« und »Sein Artist« rezensiert hat. Ein Zitat:

Für mich ist es schon das dritte Buch von Autorin Alexandra Dichtler und es ist wirklich faszinierend, wie unterschiedlich der Schreibstil in den Büchern ist. In dieser Geschichte ist die Stimmung nicht so gedrückt und melancholisch, dadurch sind die Sätze ausgeschmückter, flüssiger und sehr angenehm zu lesen. Die emotionale Lage der Figuren kommt in ihren Büchern schon durch den Stil klar zum Ausdruck und unterstützt damit die Stimmung sehr gut. Und so unterschiedlich wie die Atmosphäre in den Werken ist, so verschieden sind auch die Themen.


Ich bin hier gerade ein einziges Herz.

Die gesamte Rezension findet ihr hier: Klick!

Ich bin Dana SO unglaublich dankbar, dass sie alle drei Waidbronn-Einzelbände gelesen und rezensiert hat – ihre Wahrnehmung zu den unterschiedlichen Geschichten zu lesen, war wirklich etwas ganz Besonderes für mich. Und es freut mich natürlich extrem, dass »Codewort: Puls« nicht schlechter abschneidet als die beiden Vorgänger, obwohl das Lektorat hier ausschließlich von Georg und mir gemacht wurde, nicht von einem_einer gelernten Lektor_in. Ein tolles Ergebnis für uns. ♥

Nun hoffe ich, dass ich mich allem Widerwillen zum Trotz in den nächsten Tagen wieder von »Codewort: Puls« lösen und es zu Ende lesen kann, um mich dann endgültig in die Arbeit an »Löwenherzen 2580« zu stürzen. Und dafür muss ich dann auch endlich »Die Liebe ist wie ein Planet im Hals« abschließend überarbeiten, auch wenn ich die Geschichte noch so sehr festhalten will – denn diese Erzählung, die eigentlich als reines Puls-Prequel vorgesehen war, wird nun in die Löwenherzen mit einfließen, ebenso wie die Novelle »Marian«, von der ich hier schon berichtet habe.

Ich finde mein Gehirn fast gruselig, was diese Geschichte betrifft. Erst dachte ich: Och, das wird halt so eine Art kleine FanFiction zu meinem eigenen Zeug – und jetzt wird das Ding die längste und komplexeste Waidbronn-Geschichte überhaupt. Sie hat jetzt schon knapp 55.000 Wörter, dabei befindet sie sich handlungstechnisch erst bei etwa der Hälfte. Aber natürlich ist das Ganze auch wundervoll für mich, denn Leonid, der eine zentrale Figur in den Löwenherzen ist, hat mir schon in »Sein Artist« unglaublich viel bedeutet, und ihn jetzt noch einmal zu schreiben, ist fantastisch, auch wenn er sich in mancherlei Hinsicht gravierend verändert hat. ER ist ein düsterer Charakter, und wie.

Im Grunde habe ich die Entwicklung von »Löwenherzen 2580« einem besonderen Autor zu verdanken: David Mitchell. Ohne seine Romane »Cloud Atlas« und »Ghostwritten« hätte mein Gehirn vermutlich nicht angefangen, ein so komplexes, auf mehreren Zeitebenen spielendes und doch komplett ineinander verwobenes Ding zu entwickeln, noch dazu einmal mehr ohne bewusste Planung. Auf bewusster Ebene habe ich nun allerdings jede Menge zu tun, damit dieses Riesenteil letzten Endes keine Logiklücken aufweist und auf der reinen Informationsebene auch dann verständlich bleibt, wenn man die drei Waidbronn-Einzelbände nicht kennt. (Empfehlen würde ich das Lesen anhand der vielen emotionalen Verknüpfungen aber nur Menschen, die zumindest »Sein Artist« kennen, wie hier bereits gesagt.)

Auch »Codewort: Puls« hat schon jede Menge Page-Marker von mir verpasst bekommen (diesmal in Pulsblau, einem nicht ganz reinen Blau mit einem leichten Graustich), die jene Stellen markieren, die Elemente enthalten, die in »Löwenherzen 2580« wiederverwendet werden.

Wichtig sind unter anderem:

- die technischen Errungenschaften der Puls-Zeit, auf welchen die Technik in »Löwenherzen 2580« zum Teil aufbaut, auch wenn 460 Jahre dazwischenliegen.
- alles, was Zir betrifft – seine Fähigkeiten und Fertigkeiten, sein Charakter, ja, sogar die Erinnerung an sein Aussehen kann für einen Aha-Effekt sorgen.
- das Gleiche in etwas geringerem Maße in Bezug auf Suey und Douglas wie auch in Bezug auf Ni'iv-Ay und Ve'i-Nan.
- das Grundwissen um die Überbevölkerungsproblematik auf Ar'tinx-I'disk.
- das Grundwissen rund um die Quelle.

»Die Liebe ist wie ein Planet im Hals«, das nun in die Löwenherzen eingebettet wird, erzählt die Vorgeschichte von Zir und Ver'em. Letzterer wird in »Codewort: Puls« nur ein einziges Mal namentlich erwähnt, doch ihm ist es mit zu verdanken, dass sich diese Geschichte überhaupt ereignen konnte. Zir beschreibt die Liebe als »großes, schweres Ding, das irgendwann immer im Hals stecken bleibt«, als »Planet im Hals« – als etwas, das zu groß, zu intensiv und für ihn immer zu schmerzhaft ist, um es wirklich vollständig zu erfassen.

Und genau so geht es mir mit diesen Geschichten. Ich kann letztlich gar nicht genau sagen, warum es gerade sie sind, die mich in SO gravierendem Maße an sich binden, dass ich sie nicht zu Ende lesen bzw. überarbeiten will, weil ich mich dann in gewisser Weise von ihnen trennen muss. Einen Teil der Antwort habe ich oben beschrieben, einen anderen Teil machen die für mich so unglaublich liebenswerten Charaktere aus – aber andere Teile der Antwort werden vielleicht für immer im Dunkeln bleiben. Doch letztlich reicht »Wegen der Liebe im Hals« ja auch vollkommen aus.

Freitag, 10. Juni 2016

Ein Nachmittag auf dem Seil

AD

Heute Nachmittag habe ich die Novelle »Sein Artist« gelesen – der zweite Teil meines Waidbronn-Rereads ist damit auch schon beendet. Diesmal habe ich die Elemente, die sich in »Löwenherzen 2580« wiederfinden, mit dunkelvioletten Page-Markern gekennzeichnet, wobei das bei »Sein Artist« ein bisschen schwierig war – »Löwenherzen 2580« ist schließlich die (wesentlich längere) Fortsetzung zu dieser Geschichte, sodass sich gefühlt auf jeder zweiten Seite Markierungen finden.

Zwar gilt auch hier, dass man die Vorgeschichte nicht zwingend kennen muss, um die Weiterführung zu verstehen – die reine Informationsebene ist abgedeckt –, aber ich würde dennoch niemandem, der »Sein Artist« überhaupt nicht kennt und sich auch nicht dafür interessiert, raten, »Löwenherzen 2580« zu lesen. Da schwingt einfach so viel auf einer tieferen emotionalen Ebene mit, was Nur-Löwenherzen-Lesern völlig entgehen würde, und das fände ich total schade.

Die vielen, vielen Markierungen in »Sein Artist« will ich euch jetzt nicht einzeln antun, aber bedeutsam für diese emotionale Ebene sind unter anderem:

- das Verhältnis zwischen Leonid und Kolja.
- Koljas Art, Leonid zu durchschauen.
- Leonids Trinkgewohnheiten.
- alles, was Xilidris betrifft.
- Julius’ Vorliebe für Überraschungseier.
- Julius’ gebrochenes »Versprechen« (in Anführungszeichen, weil es ja kein ausgesprochenes Versprechen war).

Auch in »Sein Artist« habe ich zusätzlich meine persönlichen Lieblingsstellen und real existierende Schauplätze (bzw. Schauplätze, die ein real existierendes Vorbild in meiner Heimatstadt haben) markiert – van Gogh kommt diesmal leider nicht vor. *gg* Dafür dachte ich mir, ich könnte euch mal zwei »Sein Artist«-Seiten in meiner Geschichten-Kladde zeigen – zum Vergrößern bitte einfach anklicken:

Meine erste Zeichnung von Leonid und das Original-Foto
des Menschenkopfes, der aus dem Stein erwächst,
von dem ich hier schon einmal ausführlich erzählt habe.

Für mich geht es nach einer kurzen Pause mit »Codewort: Puls« weiter, und ich muss zugeben, dass ich mich darauf von Anfang an am allermeisten gefreut habe. ♥

Mittwoch, 8. Juni 2016

Tore zur anderen Wirklichkeit

AD

Bääm. Mit »Schwester golden, Bruder aus Stein« bin ich fertig, obwohl ich aus Zeitgründen nicht vor dem Wochenende damit gerechnet hätte – mein Waidbronn-Reread geht also gut voran. Und ich habe das Buch mit hübschen grünen Page-Markern verziert: überall dort, wo es Elemente gibt, die sich in »Löwenherzen 2580« wiederfinden. Das hätte ich mir definitiv nicht träumen lassen, als ich SGBAS vor ca. fünf Jahren schrieb. Oder als ich »Löwenherzen 2580« letzten Herbst ganz grob plante. Wer braucht schon Planung, wenn er freilaufende Charaktere hat? *hust*

Für den Fall, dass jemand Spaß daran hat, jetzt schon zu rätseln, welche Elemente das sein könnten, schreibe ich euch hier mal die entsprechenden Seitenzahlen auf (plus die Kapiteltitel, falls jemand das E-Book hat):

- Seite 56 (Tanz)
- Seite 90/91 (Berichte)
- Seite 143 (Halt still)
- Seite 158/159 (Hintergrund)
- Seite 164 (Abendschreck)
- Seite 178/179 (Doppelschmerz)
- Seite 181/187/189 (Rot und Schwarz)
- Seite 190/191 (Sieh)
- Seite 196/197 (Kurzschlussreaktion)
- Seite 211/217/218 (Etwas bleibt immer)
- Seite 223 (Lottakind)
- Seite 254/255/256 (Bruder aus Stein)
- Seite 259/261/262/263 (Wirklichkeit)

Besonders wichtig sind hierbei folgende Stichpunkte:

- Strahlung
- Geist, Geistwesen
- Tore zur anderen Wirklichkeit

Die SGBAS-Handlung selbst spielt dafür keine große Rolle, allerdings erzählt »Löwenherzen 2580« in Kurzform, was aus einzelnen SGBAS-Charakteren geworden ist. Man muss SGBAS aber definitiv nicht gelesen haben, um »Löwenherzen 2580« zu verstehen – alles, was die reine Informationsebene betrifft, wird mitgeliefert; nur diverse lustige Anspielungen erkennt man in diesem Fall leider nicht.

In anderen Farben habe ich auch noch andere für mich wichtige Stellen markiert, zum Beispiel meine persönlichen Lieblingsstellen, real existierende Schauplätze (bzw. Schauplätze, die ein real existierendes Vorbild in meiner Heimatstadt haben) und die Erwähnung des Malers van Goth. Vincent van Gogh ist der mit Abstand meistgenannte Künstler in meinen Geschichten, in vielen von ihnen gibt es Anspielungen auf ihn und Werke von ihm, die eine Rolle spielen. In SGBAS gibt es zwei solcher Stellen.

Dann habe noch damit begonnen, eine Geschichten-Kladde zu erstellen – eine schöne Kladde im A4-Format, weiß mit Blütenprägung, in die ich alle erdenklichen Sachen zu meinen Geschichten schreibe und klebe: Notizen, Zeichnungen, Fotos von real existierenden Schauplätzen, Postkarten usw. Einen Platz darin gefunden haben bislang »Frei wie verkrüppelte Tauben« sowie »Schwester golden, Bruder aus Stein« – als Nächstes (sowohl in der Kladde als auch beim Reread) ist »Sein Artist« an der Reihe.

Samstag, 4. Juni 2016

Juni | Happy Birthday, Papa

GD

Da mein Vater heute 66 Jahre alt geworden wäre, kommt sein Juni-Gedicht diesmal erst heute statt direkt zum Monatsanfang.

Falls jemand nicht mitbekommen hat, worum es geht, es aber gerne wissen möchte: Klick!


Inhalt

Januar | Februar | März

April

Mai


Juni – Brachet

Sonnwendfeier

Manch’ Feld ist erstmals abgeräumt,
für kurze Zeit das Wachstum träumt,
bis neues wieder angepflanzt.
Vielerorts wird gern getanzt
auf Lauben- oder Heckenfesten,
und gegrillt wird nur vom Besten!
Außerdem liegt in der Luft
ein seidenzarter Rosenduft.
Doch bringen kleine Schattenschleier
Gedanken an die Sonnwendfeier!

Nikolaus S.


Happy Birthday, Papa. ♥ Ich vermisse dich sehr.

Freitag, 3. Juni 2016

Zurück in den Wald

AD

Heute habe ich endlich, endlich meinen seit Monaten geplanten Waidbronn-Reread begonnen, und zwar mit »Schwester golden, Bruder aus Stein«. Im eigentlichen Sinne gibt es zwar keine »richtige« Reihenfolge der bisherigen drei Geschichten, da jede für sich selbst steht, aber ich möchte sie trotzdem am liebsten chronologisch lesen. SGBAS spielt im Frühjahr 2011, »Sein Artist« im Frühjahr 2015 und »Codewort: Puls« größtenteils im Winter 2120 – in der Reihenfolge gehe ich also vor.

Gelesen habe ich heute den Prolog und die ersten beiden Kapitel, und da unsplash.com so unsagbar schöne Waldfotos anbietet, poste ich zur Einstimmung eines davon zusammen mit einem meiner liebsten Zitate aus dem Roman. Ich mag es deshalb so sehr, weil es Lottas »Waldgefühl« einfängt – und den Frühling, den Neubeginn. Und irgendwie beginne ich meine persönliche Geschichte mit Waidbronn gerade neu, indem ich meinen Charakteren begegnen kann, ohne noch aktiv für sie verantwortlich zu sein. Auch dafür schreibe ich. Für Geschichten, die ich selbst lesen möchte und die ich ansonsten in dieser Form einfach nirgendwo habe finden können. Für mich.

Das Leben war nach Waidbronn zurückgekehrt. Seit vier Uhr morgens sangen die Amseln und lösten endlich meinen Wecker ab, mit dem ich in der dunklen Jahreszeit kooperieren musste. Für Wärme war es noch zu früh, sämtliche Härchen auf meinen Armen hatten sich aufgestellt. Tautropfen ließen die Gräser und Blumen in der brüchigen Morgensonne glitzern. Noch hatte sich das Blätterdach der Laubbäume nicht entfaltet, unter dem ich mich so gern verbarg, doch zartgrüne Knospen zeugten von seinem baldigen Hervorbrechen.
[...]
Gierig sog ich den sinnlich-leichten Duft der Märzenbecher ein, der mich andächtig stimmte, als müsste ich heute nicht nach Kempten fahren. Als müsste ich nicht ins JFZ. Als müsste ich weder Stefan noch Jurij jemals wieder begegnen. Die Tatsache, dass ich es doch musste, zwang mir Tränen in die Augen. Dem Wald machte das nichts aus. Ich bückte mich, strich über das Moos zu meinen Füßen. Samtig wie der Morgen selbst.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Kuchen, Getränke und die coolste Karte ever

AD

Ein kurzer Post mit Fotos von meinem gestrigen Geburtstag, die allerdings »nur« unsere Kuchen und Getränke zeigen (Kuchen und Getränke sind wichtig, besonders Karamalz!) – und die coolste Karte ever, die Jade mir selbst gebastelt hat und die genau pünktlich im Briefkasten lag. ♥

Da sind neben einigen Sprechblasen (auf denen zum Beispiel Sachen wie »Schreckliche-Schrift-Alarm!« und »Jetzt muss man noch aktiv werden bei einem Geschenk!« stehen) zwei Sudokus drin, die mein Gehirn (wie jedes andere Sudoku der Welt) einfach nicht durchschaut, aber zum Glück sind auch die Lösungen dabei – und ein kleines Puzzle mit Meeresmotiv lag auch noch drin, für das ich über eine halbe Stunde gebraucht habe. *hust* Besonders cool: Es ist magnetisch und hängt jetzt in trauter Gemeinschaft mit diversen anderen Magneten an unserer Mikrowelle. *gg*









 
Images by Freepik