Montag, 29. Mai 2017

Sommerpause mit Verlängerung

GA

Im letzten Eintrag hat der Gedanke bereits Platz gefunden, und nun haben wir uns dafür entschieden: Unser Blog verabschiedet sich in eine Sommerpause, die eigentlich »Sommer- und Herbstpause« heißen müsste. Am 2. November wird unser Internet auf einen Glasfaseranschluss umgestellt, und bis danach wieder alles funktioniert, lassen wir Beziehungstat erst einmal ruhen.

In den kommenden Monaten überlegen wir uns gründlich, auf welche Weise wir hier weitermachen möchten – und ob wir das überhaupt wirklich wollen, so wie die Dinge stehen. In jedem Fall würden sich der Blog und unser Umgang damit verändern müssen, und wir müssen uns nun darüber klarwerden, ob wir das wollen und können oder ob ein Ende dieses gemeinsamen Projekts sich richtiger für uns anfühlt.

In jedem Fall bedeutet uns Beziehungstat zu viel, um diese Entscheidung leichtfertig zu treffen, darum die wirklich lange Pause. Sollte in der Zwischenzeit etwas geschehen, das so gravierend ist, dass wir es zwingend teilen wollen, können wir ja zur Not auch mal Pause von der Pause machen, aber im Augenblick sieht es nicht danach aus. Uns passiert seit Monaten etwa zu 90% Scheiße, und das wenige Schöne, das es momentan noch gibt, wollen wir gar nicht schriftlich festhalten, sondern es einfach annehmen und genießen, wie es kommt. Darum ist anzunehmen, dass der Blog in den nächsten Wochen und Monaten auch ohne offizielle Pause brachgelegen wäre, sodass uns diese Variante besser gefällt – einfach, weil sie ehrlicher ist.

Falls jemand Fragen dazu haben sollte, darf er_sie uns diese natürlich gern stellen. Viele potenzielle Fragen, welche die Einträge des letzten halben Jahres aufgeworfen haben, können wir allerdings nach wie vor nicht beantworten, weil wir bislang selbst keine endgültigen Antworten darauf bekommen haben. Die bürokratischen Probleme mit all ihrem menschenverachtenden Chaos bleiben bestehen und werden (wenn auch hoffentlich nicht in dieser Intensität) vermutlich ein Teil unseres gemeinsamen Lebens bleiben, solange es andauert.

Darum: Bis irgendwann Ende des Jahres. :) Da werden wir auf jeden Fall hier Bescheid geben, wie wir uns entschieden haben, auch wenn es das Aufhören ist. In diesem Fall möchten wir uns natürlich verabschieden und nicht einfach so verschwinden. :)

Donnerstag, 25. Mai 2017

Endergebnisse

AD

Ahhhh, ich wollte die folgenden Fotos eigentlich schon längst gebloggt haben, aber ich weiß nicht, irgendwie finde ich momentan weder richtig Zeit noch Motivation für den Blog. Georg und ich haben schon darüber nachgedacht, ob wir nicht besser eine offizielle Sommerpause einläuten, in der wir uns überlegen, wie (und ob) wir hier weitermachen wollen. Denn auch wenn es problemlos machbar wäre, dass er mir seine Rahmen-Posts für zukünftige Geschichten und Gedichte diktiert oder dass wir vorrangig GA-Einträge posten, ist es doch ein seltsames Gefühl, dass Georg als aktiver Blog-Autor nicht mehr dabei sein kann. Da werden wir uns überlegen (müssen), was wir tatsächlich möchten – ob wir uns als Blogger verändern oder dieses Gemeinschaftsprojekt lieber als das beenden wollen, was es ist/war. So weit, eine Entscheidung zu treffen, sind wir allerdings noch lange nicht und möchten das auch nicht leichtfertig tun.

Hier gibt es jetzt erst mal die Endergebnisse meines Gebastels im Mai. Entstanden sind Schmuck, laminierte Blüten, Grußkarten und eine Buchstütze. Den Werdegang und/oder zusätzliche Bilder der Stücke findet ihr bei Interesse hier, das klappt überraschend gut und ist sehr übersichtlich. Die meisten dieser Dinge waren als Geschenke gedacht und haben mich nun bereits verlassen (…), nur die Buchstütze ist noch da und bewacht meine verbliebenen gedruckten Bücher. Viele sind es nicht mehr, da ich aus Platz- und Staubgründen fast nur noch E-Books lese, aber immerhin. :D






Samstag, 6. Mai 2017

Die Fünfkannenoper

GD

Liebe Leser_innen,

dies hier ist für lange Zeit (womöglich auch für immer) der letzte vollständig von mir selbst getippte Post. Für mich ist das Tippen am Computer mittlerweile so anstrengend geworden, dass ich mich aus dem Blog-Bereich ein wenig zurückziehen werde. Teils ist es für mich sogar schon schwierig, ein Passwort korrekt einzugeben, weil ich mich so häufig vertippe.

Ob wir uns künftig mehr auf GA-Einträge konzentrieren werden oder ob ich Alex eigene Posts diktieren werde, wissen wir momentan noch nicht sicher. Die Energie, die ich noch fürs Tippen aufbringen kann, möchte ich in jedem Fall lieber in kreativere Dinge stecken als Alltagsbetrachtungen.

Hier kommt zum »Abschied« eine kleine Erzählung, die ich Alex schon vor langer Zeit versprochen habe. Sie war auch bereits seit Dezember 2016 fertig, jedoch noch nicht korrigiert. Die Protagonistin dieser Geschichte ist unsere Teekanne Kuni, welche aus irgendeinem Grund immer dann zu pfeifen beginnt, wenn ein Lied von Bon Jovi im Radio läuft. (Ich habe mehrfach versucht, dieses Pfeifen aufzunehmen, aber man hört es leider nicht richtig, zumindest ist es nicht als das originale Pfeifen erkennbar. :D)

Kurze Geschichten wie diese werden vermutlich auch weiterhin ab und zu entstehen und dann hier auf Beziehungstat landen, wenn ich auch das erklärende Drumherum dann nicht mehr eigenhändig tippen werde. :-)

♪ ♫ Die Fünfkannenoper ♫ ♪


Die nun folgende Erzählung nahm mit Kuni der Ersten ihren Anfang, die bereits 2007 als unsere Tee- und Kaffeekanne fungierte und unverkennbar musikalisches Talent mitbrachte. Vorzugsweise begann sie mit ihrem zweifelsfrei melodischen Konzert, wenn ein Song von Bon Jovi im Radio lief, was mich zu der Theorie verleitete, dass sie Bon-Jovi-Fan sein müsse.

Als der Deckel dieser Kanne nach einigen Jahren seine Gummidichtung verlor, war es sowohl mit ihrer tonalen Sangesleistung als auch mit ihrer angedachten Funktion vorbei. Wir trennten uns schweren Herzens von der ausgedienten Kuni, allerdings nur, weil wir zuvor eine baugleiche Kanne gekauft und beschlossen hatten, dass das Wesen Kunis in der neuen Kanne weiterlebt.

Kuni die Zweite wiederum lebt bis heute und wird uns hoffentlich noch etliche Jahre treue Dienste leisten. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die inkarnierte Kuni ausschließlich als Teekanne agiert. Optisch ist sie nicht von Kuni der Ersten zu unterscheiden; es handelt sich um eine bauchige Kanne aus Edelstahl mit einem schwarzen Deckel, die eineinhalb Liter fasst.

Der schweigsame lilafarbene Toni ist unsere Kanne für Kräutertees, und er kann die Musikalität seiner Schwester so gar nicht nachfühlen. Er hat aus dem Grund ausschließlich mit Kräutertees zu tun, weil selbige der Kanne immer so einen intensiven Geruch verleihen, der auch durch gründliche Reinigung niemals zur Gänze verschwindet.

Die tiefblaue Ruth ist unsere kleine Kaffeekanne, fasst wie Toni einen Liter und ist die Mutter der beiden Geschwister. Sie war lange Zeit abgetaucht, lebte im Untergrund und überließ ihre Kinder ihrem Schicksal; per Zufall fand die ganze Familie hier bei uns wieder zusammen. Allerdings geht von Ruth eine Art distanziertes Schamgefühl aus, weswegen auch sie vornehmlich schweigt.

Der große Eugen ist eine wuchtige Pumpkanne aus Edelstahl, in die 1,7 Liter passen. Darum birgt er mittlerweile unseren täglichen Kaffee; Ruth ist uns einfach ein wenig zu klein und wird deshalb eher als zusätzliche Kanne verwendet, wenn Besuch kommt. Eugen ist der Vater von Ruth und somit Kunis und Tonis Opa. Seiner Meinung nach hat Kuni Talent, und er bestärkt seine Enkeltochter seit Jahren darin, ihre Träume und Ziele weiterzuverfolgen.

Über zahlreiche Berichte und Erzählungen in der Welt der Alltagsgegenstände kam Kunis musikalische Leistung einem der bekanntesten Can-Talentscouts zu Ohren. In diesem, dem Smartphone Horst-Ewald, keimte sogleich die Hoffnung auf, er könne, sollten sich diese Informationen bewahrheiten, mit dieser ominösen Kanne an seine alten Erfolge anknüpfen. Schließlich hätte es ohne sein Zutun nie eine aufstrebende Can- und Whistlemusic-Szene gegeben, und so großartige Künstler wie Billy the Can wären der breiten Öffentlichkeit verborgen geblieben.

Kuni spielte also vor, und ihr Auditor war wahrhaftig kein Geringerer als der berühmte Horst-Ewald persönlich, der wichtigste Wegbereiter der Kannenmusik. Obwohl sie angesichts dieser Tatsache vor Aufregung fast zu zerplatzen drohte, schaffte sie es, sich so lange zu konzentrieren und so eindringlich und facettenreich zu musizieren, dass sich Horst-Ewald bereits nach wenigen Minuten bei Kuni nach ihrem größten Traum erkundigte. Als Kuni ihm daraufhin ihren Traum anvertraute, antwortete er, er habe kürzlich ein komplett eigenes Label für Can-Music gegründet und wäre sehr stolz, sie seine erste Kannistin nennen zu dürfen.

Glücklicherweise haben sich Horst-Ewald und Kuni bereit erklärt, diesen hochtrabenden Aktivitäten ausschließlich nachts nachzugehen. Ansonsten hätten wir hier wohl bald ein organisatorisches Problem.

♪ ♫ Ende ♫ ♪

Mittwoch, 3. Mai 2017

Uniklinik und Botanischer Garten

GA

Heute fand nach der halbjährlichen Kontroll-MRT im April auch Georgs jährlicher Kontrolltermin im Huntington-Zentrum der Uniklinik Ulm statt. Es gibt ein paar geringgradige Verschlechterungen bezüglich Motorik und spontaner Eloquenz in direkten verbalen Gesprächen, jedoch keinen akuten Handlungsbedarf. Die MRT-Bilder weisen im Vergleich zum Vorbefund keine Veränderungen auf.

Bevor uns der Fahrdienst wieder abgeholt hat, waren wir trotz des anfangs extrem düsteren Wetters endlich mal wieder im Botanischen Garten, wo wir außer nach Neurologie-Terminen gar nicht mehr hinkommen, weil das ohne Rolli nicht mehr funktioniert. Jetzt, wo wir die Brems- und Schiebehilfe haben, war es dort aber genauso cool wie früher, als wir regelmäßig im Botanischen Garten für die Berufsschule gelernt haben. Das Gelände ist leider SEHR hügelig, lohnt sich aber wirklich – wenn man es denn irgendwie schafft, vorwärtszukommen. Ohne Schiebehilfe war das schwer.

Oh, und! Das hatten wir total vergessen, zu erzählen: Schuld an der Beschädigung des Rollis im Februar war eine ortsansässige Handwerksfirma. Die Sache hat sich dadurch geklärt, dass unser Sanitätshaus so kulant war und den Schaden gratis repariert hat, nachdem der zuständige Mitarbeiter wusste, wer dafür verantwortlich war – mit der Begründung, dass sich das sonst wahrscheinlich über Monate hinzieht. Unheimlich lieb vom Sanitätshaus, aber es hat uns dennoch geärgert, dass die Schuldigen rein gar keinen Beitrag leisten mussten.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fotos, die Alex im Botanischen Garten mit dem Horst gemacht hat, ausnahmsweise allerdings nicht vordergründig von Pflanzen, sondern von den Bänken, auf denen wir früher so viel Zeit verbracht haben:




Montag, 1. Mai 2017

Das Vergissmeinnichtbeet

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»Das Vergissmeinnichtbeet« ist ein seltsames kleines Bastelprojekt, das mein Gehirn mir vor Kurzem aufgedrückt hat. Die spektakulären Auslöser: In unserem Garten blühen Vergissmeinnicht und der Drogeriemarkt Müller verkauft wunderschöne Schmuckrohlinge für unter drei Euro pro Stück. (Verdammt.)

Das Projekt umfasst zwei Ringe, ein Medaillon, eine Grußkarte und ein paar einzelne gepresste Vergissmeinnichtpflanzen, die ich laminieren werde. Das Ganze kommt dann, geschützt von farblich passenden Servietten, in eine farblich passende Box. Ähm, vielen Dank auch, Gehirn. (Verdammt.)

Seinen Namen verdankt das Projekt dem realen Vergissmeinnichtbeet, das ich als Kind in unserem damaligen Garten angelegt habe und das wenige Wochen später von dämlichen anderen Kindern komplett kaputtgemacht wurde. (Verdammt, ich werde heute in einem Monat 34, und ich hasse diese Rotzblagen noch immer.)

Ich weiß jetzt noch nicht soooo genau, wie viele Arbeitsschritte das werden. Auf jeden Fall würde ich sie gern festhalten, weswegen ich mir gestern diesen Account angelegt habe, weil alle hier evtl. etwas zu viel wären. Die ersten Bilder stelle ich hier nun aber mal ein, und wenn es nicht allzu viele werden, kommen die restlichen auch noch. (Denn sind wir mal ehrlich, wie hoch stehen die Chancen, dass ich einen Bilder-Blog auf Tumblr dauerhaft durchhalte? *hust* Ich hätte ja gern die Fotos dort stehen, weil das schön aussieht und superübersichtlich wäre, aber der WEG dorthin. *hust*)

So, hier auf jeden Fall die ersten Fotos der Rohlinge, der gepressten Blüten, der Box und des verwendeten Papiers. Das sind immer noch Reste des uralten »Sein Artist«-Fehldrucks; das Teil hat sich doch wirklich gelohnt. :D

(Bitte seht mir nach, dass es nicht zu jedem Einzelbild eine detaillierte Bildbeschreibung gibt. Natürlich ist Barrierefreiheit wichtig, aber mehr, als grob zu erzählen, was insgesamt so drauf ist auf den Bildern, schaffe ich nicht; das würde mir den Spaß an der Sache nehmen.)









(Das Gewitterblümchen [Ehrenpreis], das mit dem Wort »Sturm« in einen Ring kommt, soll die letztliche Zerstörung des Beets symbolisieren. Whee, wie kreativ. XD)

Freitag, 21. April 2017

Auf der Suche nach dem Funken

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Irgendwann im letzten Jahr hat Georg mich zur Teilnahme an einem Schreibwettbewerb überredet. Also, zumindest in der Theorie. In der Praxis sah das Ganze so aus, dass ich zwar durchaus einen Text für den Wettbewerb verfasst, ihn dann aber vergessen habe. Den Text. Und den Wettbewerb. Und als Georg mich letztlich daran erinnert hat, war die Frist seit einem Tag abgelaufen. Wir sind ein Dreamteam.

Letztes Wochenende habe ich ein wenig auf meinen USB-Sticks aufgeräumt (ja, solche Dinge tue ich manchmal) und bin dabei auf diesen Text gestoßen. Das Thema des Wettbewerbs war »Ist Schreiben ein Handwerk oder eine Begabung?«, und ich stelle meine Ergüsse nun einfach hier ein; vielleicht interessiert sich ja der Eine oder die Andere dafür. :)

Warnungen:

★ Der Text ist unlektoriert; diese Arbeit machen wir uns jetzt definitiv nicht mehr damit.

★ Der Text enthält Spoiler zu Antonia Michaelis’ Roman »Der Märchenerzähler« und kann im Grunde sogar als Buchempfehlung betrachtet werden. Allerdings halt als eine, die einige Details bereits verrät. Daher weiß ich gar nicht, ob der Text so überhaupt zugelassen worden wäre; es waren einfach meine ersten Gedanken zum Thema.

Auf der Suche nach dem Funken


Manchmal, da sehe ich Abel noch immer fallen. Sehe vor mir, wie er sich erschießt, vor den Augen seiner kleinen Schwester Micha und seiner Freundin Anna. In die Enge getrieben und ohne ein Quantum Hoffnung. Manchmal, da kann ich es noch immer nicht fassen, dass ich vor fünf Jahren Zeugin dieses tragischen Todes wurde, der mich für einige Zeit an jeder Gerechtigkeit in der Welt hat zweifeln lassen. Ich habe um Abel getrauert wie um ein verstorbenes Familienmitglied. Abel ist eine fiktive Figur aus Antonia Michaelis’ Jugendroman »Der Märchenerzähler«.

Ich habe ein Faible für Bücher, die schwierige Schicksale beleuchten. Darum ist »Der Märchenerzähler« längst nicht der einzige mir bekannte Roman, in dem ein junger Mensch missbraucht wird, seelisch wie körperlich. Im Gegenteil, ich habe viele solcher Bücher gelesen, und teils haben mich diese Geschichten tief berührt.

Und doch: Obwohl sich Werke darunter tummeln, deren Konzept mich mehr überzeugte als das des Märchenerzählers, die ich als glaubwürdiger empfand als Abels schreckliche Geschichte, hat mich kein einziges dieser Bücher jemals so mitgenommen wie Michaelis’ Roman, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 nominiert wurde.

Tatsächlich kann ich heute kaum noch ein realistisches Jugendbuch lesen, ohne es unterschwellig mit dem Märchenerzähler zu vergleichen. Ähnlich wie ich Bachs Suiten für Violoncello solo kaum noch von einem anderen Cellisten als Yo-Yo Ma hören kann, ohne zu denken: Mas Interpretation berührt mich stärker, tiefer, allumfassender.

Dabei ist doch beides, das Spielen eines Instruments wie das kreative Schreiben, ein Handwerk, das erlernt werden kann – oder etwa nicht?

In meiner Kindheit beschloss eine Freundin meiner Mutter, das Klavierspielen zu lernen. Dummerweise war sie gänzlich unmusikalisch: Sie hatte kein Gespür dafür, wann in einem Musikstück eine Pause anstand, und so hielt sie sich starr an ihre Notenblätter und den Rat ihres Lehrers: Jede Pause in den einfachen Stücken, die sie zu Beginn lernte, sollte so lange dauern wie das Wort »Uff«, das sie beim Üben auch noch laut aussprach.

Eine Katastrophe, sollte man meinen und sich fragen: Warum hat sie sich nicht einfach ein anderes Hobby gesucht? Die Antwort ist simpel: Sie liebte die Musik und sie liebte es, Schritt für Schritt ein Teil von ihr zu werden. Beharrlich übte sie weiter, arbeitete hart an sich – und letztlich beherrschte sie ihr Instrument, ohne dass wir Außenstehenden ihr anmerkten, wie viel Mühe und Konzentration ihr das Spiel abverlangte.

Eine gefeierte Pianistin wäre aus ihr allerdings auch dann nicht geworden, wenn sie diesen Weg angestrebt hätte. Dafür, das weiß sie selbst, fehlt ihr der entscheidende Funke – jenes Etwas, das Musiker dazu bringt, nahezu mit ihrem Instrument zu verschmelzen und Menschen zu Tränen zu rühren. Jenes Etwas, das der amerikanische Cellist Yo-Yo Ma besitzt und mich damit derart fesselt, dass andere Cellisten sich in meinem Kopf grundsätzlich mit ihm messen müssen. Ma begann bereits als Vierjähriger mit dem Cellospiel – in den Schoß gefallen ist ihm sein Erfolg nicht. Und doch umgibt ihn eine besondere Ausstrahlung, wenn er spielt, die ich in Ermangelung eines besseren Wortes Begabung nenne.

Ich bin überzeugt, dass auch im Bereich des kreativen Schreibens viel mit harter Arbeit erreicht werden kann. Ausdruck, Charakterisierung, Spannungsaufbau: All das kann man lernen, und mit Beharrlichkeit kann dank dieser Grundlagen nahezu jeder Mensch Texte erschaffen, die lesenswert sind. Die berühren. Die theoretisch das Zeug haben, sich zu verkaufen. Ob Letzteres tatsächlich passiert, hängt natürlich von viel mehr ab als von der Leistung des Autors. Doch ja, ich bin sicher: Übung zahlt sich aus. Zumal Begabung und Leidenschaft in einer engen Beziehung zueinander stehen: Wer für etwas brennt, hat gute Chancen, sich in seinem Tun weiterzuentwickeln, und wer Erfolge erlebt, kann damit die eigene Leidenschaft weiter anfachen.

Was aber ist mit Abel? Was ist mit diesem gequälten jungen Mann, der im Suizid den einzigen Ausweg aus seinem katastrophalen Leben sieht und dessen letzte Minuten ich einfach nicht vergessen kann?

Ich glaube, einen Charakter, einen Menschen wie diesen kann man nicht durch reine Übung erschaffen. Wo derart tiefe Gefühle im Spiel sind, ist das Erlernbare allein meist nicht genug. Man kann schließlich auch nicht üben, sich zu verlieben, Mitleid zu empfinden oder einen Menschen zu hassen. Dies sind menschliche Gefühlsregungen, die sich in einem auftun oder eben nicht. Und diese Empfindungen mit einer Intensität in die schriftstellerische Arbeit einfließen zu lassen, die fast zwanghaft auf den Leser überspringt – nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass das zur Gänze erlernbar ist.

Man kann lernen, einen psychologisch dichten Charakter zu entwickeln, den der Leser als glaubwürdig empfindet. Ihn jedoch auf so tiefgreifende Weise zum Leben zu erwecken, dass der Leser sich ihm kaum entziehen kann – das kann einem niemand vollständig beibringen. Ebenso wenig die Fähigkeit, überhaupt erst kreative Ideen hervorzubringen.

Kunst birgt immer auch ein Geheimnis in sich, das sich nicht bis auf die Knochen abschaben, entschlüsseln und definieren lässt. Wäre es anders, gäbe es den Begriff Kunst nicht – in diesem Fall wären Schriftsteller, Maler, Tänzer, Schauspieler und Musiker allesamt ausschließlich Handwerker; in diesem Fall könnte man all diese Berufe zu klassischen Ausbildungsberufen machen, für die man außer Lernbereitschaft nichts mitbringen muss.

Nichtsdestotrotz lässt sich nicht leugnen: So fieberhaft fesselnd ein Autor auch zu schreiben vermag, so lebendig seine Figuren sein mögen – das allein macht keine tragfähige Geschichte aus. Hätte ich Abel nicht erst Schritt für Schritt kennenlernen dürfen, hätte ich nicht im Rahmen einer geschickt konstruierten Geschichte immer weiter mit ihm gehofft und gebangt, hätte mich sein Tod niemals derart tief treffen können. Doch verbunden mit gründlicher Arbeit, mit dem erlernbaren Teil, ist diese fieberhaft-realistische Art der Charakterisierung vielleicht jener Funke, den man Begabung nennen kann und der ein gutes Buch erst wahrhaftig zu einem herausragenden Buch macht.

Nachtrag, der nicht mehr zum eigentlichen Text gehört:

Übrigens breche ich mittlerweile regelmäßig Bücher ab, die nicht über derart mitreißende Charaktere verfügen. Vor Kurzem waren es zwei Bücher aus dem Science-Fantasy-Bereich, obwohl das nun seit etwa zwei Jahren mein liebstes Genre ist. Ein Buch kann noch so toll konstruiert sein und einen wunderschönen Stil besitzen – ohne echte, lebendige Charaktere packt es mich nicht, und dafür ist mir meine Lebenszeit inzwischen zu schade. Klar ist es deprimierend, umsonst Geld für ein Buch ausgegeben zu haben, doch Zeit ist mir unterm Strich dann einfach noch wichtiger.

Falls jemand den Siegertext des Wettbewerbs lesen möchte: Klick!

Mir hat er recht gut gefallen; am unterhaltsamsten fand ich allerdings die teils extrem missgünstigen Kommentare darunter. »Autoren und ihr Ego« wäre doch auch mal ein spannendes Thema für einen Wettbewerb. :D

Samstag, 15. April 2017

Grüße mit Staub

GA

In unserem Badezimmer mussten sämtliche Fliesen heruntergerissen und erneuert werden, da hier alles sehr alt ist und einige Fliesen sich gelöst hatten. Diese tagelange Baustelle hat ihren Staub ÜBERALL verteilt. Selbst in Schubladen von Räumen, deren Türen während der Arbeiten komplett geschlossen blieben, war er. Inzwischen ist fast alles geputzt und man sieht mit bloßem Auge nichts mehr, aber man spürt ihn nach wie vor im Rachen.

Wir wünschen euch frohe, unstaubige Ostern und lassen noch ein paar Baustellen-Fotos da. War nicht arg erquicklich, so über Tage hinweg auszukommen – irgendwas zwischen Mittelalter, Pflegeheim und Saharasimulation –, aber gemessen an dem, was zwei Nachbarn hier im Haus durchhaben (massiver Wasserschaden), hatten wir noch Glück. :D



Mittwoch, 22. März 2017

Der Horst und der Klassik-Filter

GA

Man mag es kaum glauben, aber nach dem tragischen Dahinscheiden von Alma und Fritz besitzen wir seit November 2016 ein Smartphone. Es hat eine angenehme pulsblaue Farbe, trägt den schönen Namen Horst-Ewald, und wenn wir auch seine zahlreichen anderen Funktionen kaum nutzen, so doch immerhin diese: die Kamera und deren Klassik-Filter.

Wir lieben den Klassik-Filter. Hier also ein paar Fotos, eins vom Horst persönlich (neben einer gleichfarbigen Energy-Drink-Dose, in die er sich im Januar verliebt hatte, aber daraus ist nichts geworden, weil sie ihm langfristig doch zu hohl war) und dann noch einige Naturbilder, die der Horst gemacht und mit dem Klassik-Filter versehen hat:








Freitag, 3. März 2017

Nachtrag – oder: Die reisende Ablage

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Ahh, aufgrund der Kommentare fürchte ich, ich habe mich in meinem letzten Post falsch ausgedrückt. Ein kleiner Nachtrag zur Klarstellung:

Mit »Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht mehr auf« meinte ich NICHT den finanzellen Aspekt. Das würde ja bedeuten, dass meine Distributoren Kosten für das Bereithalten der selbstverlegten Bücher berechnen, und das ist definitiv NICHT der Fall. Bei den von mir gewählten Anbietern Neobooks und BoD (Books on Demand) ist das Bereithalten vollkommen kostenlos, und mir ist auch kein Distributor bekannt, der das heute noch anders handhabt. Solltet ihr jemals einen Selfpublishing-Anbieter entdecken, der fürs bloße Bereithalten Geld verlangt, wäre mein Rat: FLIEHT!

Professionelles Selfpublishing verursacht zwar Kosten für Dienstleistungen, die das Buch selbst betreffen (Cover, Satz, Lektorat etc.); bei manchen Distributoren ist auch eine einmalige (!) Einstellungsgebühr üblich, bei BoD zum Beispiel 19 Euro für die Einstellung eines Printbuchs. Bereithaltungskosten dagegen halte ich für absolut unseriös.

Für Verlage gilt übrigens Ähnliches: KEIN Verlag, der von seinen Autoren Geld verlangt, ist seriös. Der Verlag bezahlt den Autor, nicht umgekehrt. Alles andere ist, Verzeihung, ein großer Scheißhaufen. Ein Verlag, der Geld von seinen Autoren verlangt, ist in der Regel ein Druckkostenzuschussverlag und ebenfalls zu meiden.

Heißt in Bezug auf meinen letzten Post: Die »Kosten« für die bereits existierenden Selfpublishing-Bücher sind NICHT finanzieller Natur. Gemeint war damit, dass sie mir schlichtweg Arbeit in Form von Buchhaltung machen, die mir bei den nach einem Jahr kaum noch vorhandenen Einkünften definitiv zu viel ist.

Wer veröffentlicht, muss seine Einkünfte dem Finanzamt angeben. Auch dann, wenn er nur so wenig einnimmt, dass er gar keine Steuer bezahlen muss. So kostet mich jedes Buch persönliche Ressourcen, die mir die paar Euro im Jahr, die die Bücher noch abwerfen, nicht wert sind. Meine Steuererklärung wird wesentlich unkomplizierter für mich, wenn ich nur noch die Verlagshonorare angeben muss. Da kommt zwar auch nichts Nennenswertes mehr rein, aber wie schon gesagt: Diese Verträge sind verbindlich.

Ich hoffe, die Situation ist jetzt etwas klarer. :)

Dazu passend schnell noch eine Anekdote meine Ablage betreffend, die ich schon seit circa zwei Wochen bloggen will. Konkreter gesagt, seit ich wegen dieser ganzen Situation nachts fast abgeröchelt wäre vor Lachen und beinahe mein Asthma-Bedarfsmedikament gebraucht hätte.

Meine Ablage und ich. Das ist ein großes Drama, seit es Unterlagen jedweder Art in meinem Leben gibt. Ich weiß nicht, warum. Ich habe über viele Jahre meine halbe Familie in bürokratisch-finanziellen Dingen über Wasser gehalten und hatte nie nennenswerte Probleme damit, und das bereits im frühen Teenageralter, obwohl ich Papierkram-Tätigkeiten schon immer gehasst habe.

Sobald es aber um Bürokratie ging, die ausschließlich mich betraf – für deren Schleifenlassen also NIEMAND außer mir selbst Ärger bekommen konnte –, war das Chaos geboren. Meine Ablage von 2005 (Bezug meiner ersten eigenen Wohnung) bis 2007 (Zusammenziehen mit Georg) gleicht einem Schlachtfeld. Konkreter, einem auf insgesamt sechs Ablage-Boxen verteilten Schlachtfeld. Das bis zum heutigen Tag niemals seinen Weg in Ordner gefunden hat.

Ab 2007 ging es dann, weil ab da eine ganze Weile Georg unsere gemeinsame Ablage gemacht hat. Wenn es darum ging, mit irgendwelchen Behörden oder sonstigen Stellen Korrespondenz zu betreiben, war das zwar immer mein Job, aber das korrekte Verstauen des Ganzen war vorrangig Georgs Ding; ab und zu haben wir es auch gemeinsam gemacht. Bis ca. 2009, als solche Dinge motorisch für ihn immer schwieriger wurden. Ab da habe ich die Ablage dann mehr und mehr übernommen, und heute bin ich zumindest so weit, am Anfang des Monats immer die gesamte Ablage des Vormonats gemacht zu haben.

Aber wir erinnern uns: meine Ablage von 2005 bis 2007, verteilt auf sechs Boxen. Wie ist es möglich, dass die sich nie vom Fleck (= aus den Boxen heraus) bewegt hat? Ich bin seither schließlich mehrfach umgezogen, zweimal allein und dreimal gemeinsam mit Georg, insgesamt also fünfmal.

Tja. Ich habe volle fünf Male einfach alle sechs Ablage-Boxen gemeinsam in einen Umzugskarton gestellt, sie in der jeweils neuen Wohnung wieder ausgepackt und so gelassen, wie sie waren. Darin dürften sich unfassbare Dinge tummeln, vom Schriftverkehr mit meinem ersten Vermieter bis hin zu Fotos meiner Expartner. Letzteres ist übrigens der Grund, warum ich nicht einfach Georg 2007 die Ablage habe machen lassen, obwohl er es mir angeboten hat. Also, alles, was recht ist, ein bisschen Anstand muss schon sein.

Hin und wieder allerdings haben auch gemeinsame Papiere von Georg und mir ihren Weg in diese Ablage-Boxen gefunden. Keine offiziellen Dokumente, aber Dinge, für die wir anfangs einfach keinen eigenen Ordner besaßen. Zum Beispiel die kilometerlangen Flehbriefe, die ich Georg während des Berufsschulunterrichts geschrieben habe, um ihn dazu zu bewegen, zwei Stunden früher zu gehen und in den Botanischen Garten zu fahren. *hust* (Nicht etwa, weil ich die Berufsschule nicht mochte, ich mochte sie sehr. Aber es gab so Fächer, in denen wir einfach NICHTS mitnehmen konnten aus dem Unterricht; wir haben dann tatsächlich oft zu zweit im Botanischen Garten gelernt, was effektiver war.) Oder trollige Aushänge, die wir im Ausbildungsbetrieb angefertigt und dann wirklich auch aufgehängt haben.

Und über einen solchen Aushang haben wir uns eben vor circa zwei Wochen im Bett vor dem Schlafen unterhalten. (Ja, wir wissen, dass unser Blog erfolgreicher wäre, wenn wir euch was über unser Sexleben erzählen würden. Ihr müsst euch aber leider mit Geschichten wie diesen zufriedengeben.) Georg grübelte darüber, wo dieser Aushang (bzw. eine Kopie davon) heute sein könnte, da er sich nicht in dem Sammelbuch befindet, das wir zu einem späteren Zeitpunkt der Ausbildung für solche Sachen angelegt haben – und ich sagte, dass die Kopie, WENN wir sie noch haben, eigentlich nur »in der Ablage« sein könne.

Daraufhin fingen wir beide an, zu lachen, aber das tun wir bei solchen nächtlichen Gesprächen oft und ist für sich stehend noch kein Grund zur Besorgnis. Gefährlich wurde es erst dann, als ich mir die unfassbare Absurdität vor Augen führte, dass ich als gelernte Bürokauffrau insgesamt fünfmal mit SECHS ÜBERVOLLEN ABLAGE-BOXEN umgezogen bin und das ganze Zeug, so wie es eben ist, Mal um Mal in Kartons gepackt und später wieder ausgepackt habe. Und Scheiße, ich KONNTE nicht mehr. Ich hatte irgendwann den ultimativen Lachkrampf, und nachdem Georg zum etwa fünften Mal gesagt hatte, dass ich mein Bedarfsmedikament nehmen soll, bin ich zumindest mal aufgestanden und in der Wohnung umhergelaufen, um wenigstens mal andere Bilder zu sehen als die in meinem Kopf. (Noch dazu befindet sich die Ablage derzeit im Schrank links neben meinem Bett. *hust*)

Irgendwann ging es dann wieder.

Und irgendwann mache ich auch diese Ablage.

Vielleicht.

Womöglich versteht ihr jetzt besser, WIE sehr ich Papierkram hasse. Ich mache Georgs und meine gemeinsame Ablage heute sehr zuverlässig, weil ich es MUSS. Weil sonst auch für Georg Schwierigkeiten entstehen würden, nicht nur für mich. Aber wegen einem oder zwei Euro pro Monat tue ich mir den zugehörigen Papierkram fürs Selfpublishing nicht weiter an. Es wird ja auch keine weiteren selbstverlegten Bücher mehr von mir geben, die für halbwegs lohnende Einnahmen auf diesem Weg sorgen könnten. Das ist etwas, das ich ehrlich nicht mehr leisten kann, dafür habe ich absolut keine Energie mehr übrig. In sauberen Schlussstrichen bin ich eben noch besser als heute im Papierkram.

Sonntag, 26. Februar 2017

Experiment »Selfpublishing« endet

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Wie der Titel schon sagt: Dieser Post dient der Ankündigung, dass mein Selfpublishing-Experiment sich (allerdings in gemächlichen Schritten) dem Ende zuneigt. Bereits Ende 2016 habe ich die E-Book-Version von »Codewort: Puls«, die via Neobooks vertrieben wurde, aus dem Verkauf genommen, und Mitte Februar 2017 habe ich auch alle meine Verträge mit BoD (Books on Demand) gekündigt.

Das betrifft:
- die Printversion von »Sein Artist«.
- die Printversion von »Codewort: Puls«.
- die Printversion (Hardcover und Paperback) sowie die E-Book-Version des Gedichtbands »Beziehungstat: Gedichte aus zehn gemeinsamen Jahren«, den Georg und ich im Herbst 2016 herausgebracht haben.

NICHT betroffen sind:
- »Schwester golden, Bruder aus Stein« in sämtlichen verfügbaren Versionen. (iFuB-Verlag)
- die drei Einhorn-Büchlein plus die zugehörige CD mit allen drei Einhorn-Geschichten. (iFuB-Verlag)
- die E-Book-Version von »Sein Artist«. (Ka & Jott Verlag)
- »Frei wie verkrüppelte Tauben« in sämtlichen verfügbaren Versionen. (Ka & Jott Verlag)

Insbesondere der Gedichtband »Beziehungstat« war nie »für die Ewigkeit« gedacht, sondern eine besondere Aktion zu unserem doppelten Jubiläum im letzten Herbst – der Band wird nun noch bis Ende September 2017 erhältlich sein. :)

Die Printversionen von »Sein Artist« und »Codewort: Puls« werden beide noch bis Anfang März 2018, ab jetzt also noch ein gutes Jahr lang, via BoD erhältlich sein; danach werden sie ebenfalls aus dem Verkauf genommen.

Zu den Gründen: Nach teils über einem Jahr im Verkauf werfen die selbstverlegten Titel nur noch so geringe Einkünfte ab, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr aufgeht. Das verhält sich mit meinen Verlagsbüchern zwar ähnlich, doch ein Verlagsvertrag ist verbindlich, während ich als Selbstverlegerin eben selbst entscheiden kann, wann Schluss ist. Nämlich dann, wenn sich der Verkauf an sich nicht mehr lohnt und mir vorrangig Arbeit in Form von Buchhaltung bereitet.

Falls sich jemand tiefergreifend für das Thema »Verkaufskurve im Bereich Selfpublishing« interessiert: Der Post »Die Kurve nimmt keine Rücksicht auf dich« von Katharina v. Haderer erläutert das Thema umfassend und unterhaltsam. Besser könnte ich all das im Leben nicht erklären, weshalb ich auf eine eigene Darstellung verzichte und lieber auf diesen tollen Post verweise.

Ja. Das also zur Information. :)

Ganz oft werde ich gefragt, ob sich das Veröffentlichen für mich gelohnt hat – insgesamt betrachtet, jedoch besonders auf das Selfpublishing bezogen. Leider muss ich sagen: Nein. Nein, für mich hat sich das Veröffentlichen nicht gelohnt, weder im Verlagsbereich noch im Bereich des Selbstverlegens. Finanziell hat mir zwar das selbstverlegte »Codewort: Puls« von allen Büchern mit Abstand am meisten eingebracht, doch unterm Strich waren auch diese Beträge nicht der Rede wert. Um in diesem Bereich dauerhaft Geld zu verdienen, müsste ich schreiben wie am Fließband und nebenbei ein bombastisches Marketing aus dem Ärmel schütteln – das kann ich nicht leisten. Und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Das können die allermeisten Menschen nicht leisten, die auch noch einen Alltag abseits des Schreibens zu bewältigen haben.

Mir ist bewusst, dass viele Selfpublisher ein anderes Bild von sich verbreiten. Tatsächlich weiß ich aber von einigen anderen Selfpublishern, dass auch sie finanziell nicht viel von dem ganzen Spaß haben. Meine persönliche Einschätzung ist daher die, dass es sich mit dem Marketing bei Selfpublishern ähnlich verhält wie mit der durchschnittlichen Selbstdarstellung in den sozialen Medien: mehr Schein als Sein. Ohne einen Brotberuf oder Unterstützung durch den Partner oder die Eltern läuft da für die meisten Autoren nicht sooo viel, wage ich zu vermuten. Jene Autoren, ob Selfpublisher oder (Klein-)Verlagsautoren, die mir bislang erzählten, »vom Schreiben leben« zu können, haben entweder einen gut verdienenden Partner oder wohnen gar noch mietfrei bei ihren Eltern. Ich nehme an, bei den meisten Menschen läuft das etwas anders.

Daher: Ich persönlich kann das Selfpublishing allen Schreibern guten Gewissens empfehlen, denen es vorrangig darum geht, sich mal auszuprobieren, neue Erfahrungen zu sammeln oder eben einfach das eigene Buch gedruckt in der Hand zu halten. Wer dagegen vor allem finanzielle Interessen verfolgt, sollte sich darauf einstellen, SEHR viel Arbeit in das Veröffentlichen zu investieren – und möglichst schon ein paar Titel auf Vorrat geschrieben haben. Der Buchmarkt ist unfassbar schnelllebig geworden; mit »Ich mache das alles aus Liebe« kommt man da leider nicht weit.

Es tut mir leid, dass ich kein ermutigenderes Statement abgeben kann. Aber vielleicht helfen meine Erfahrungen ja dennoch jemandem weiter, und sei es nur, um zu dem Schluss zu kommen: »Ich bleibe lieber beim Aus-Liebe-Schreiben und spare mir den restlichen Zirkus.«

So viel zu meinem Selfpublishing-Experiment. Es hat teils großen Spaß gemacht, ich freue mich über die gedruckten Bücher, Georg und ich LIEBEN den Beziehungstat-Gedichtband – aber langfristig lohnt sich das Ganze nicht, wenn man nicht permanent weitere Titel nachliefern kann. Meiner Buchhaltung und meinen Nerven zuliebe beende ich das Experiment also und freue mich, wenn ich ab dem Frühjahr 2018 »nur« noch die Verlagstitel im Auge behalten muss. :)

Ansonsten alles wie gehabt: Sollte ich jemals eine Möglichkeit sehen, mit dem Schreiben ernsthaft Geld zu verdienen, ohne Georgs Pflege vernachlässigen zu müssen, werde ich sie wahrnehmen. Ich fürchte aber, das wird auch weiterhin utopisch bleiben.

Ich hoffe, in diesem Post tummeln sich jetzt nicht drölfzig Fehler – wir haben heute Georgs Geburtstag nachgefeiert. :D Für Hinweise auf Vertipper etc. bin ich immer dankbar. :)

Und was mir ganz wichtig ist: Das hier sind meine persönlichen Erfahrungen, Vermutungen und Ansichten, keine allgemeingültigen Informationen. Ein offizieller Schreibratgeber bin ich definitiv nicht. :D

Dienstag, 21. Februar 2017

Angewidert

GA

Heute Morgen wurden wir noch vor dem Weckerklingeln von extremem Krach in unserem Wohnhaus geweckt. Wir hörten in erster Linie etwas, das wie ein Bohrer klang, nur in viel massiverer Lautstärke als bei einem durchschnittlichen Gerät, sodass uns klar war, dass irgendetwas im Haus ausgebaut werden musste. Wenig später gab es noch ein heftiges Rumpeln im Treppenhaus, dann war erst mal Ruhe, und wir dachten uns nichts weiter dabei.

Als wir circa eineinhalb Stunden später das Haus verließen, fanden wir im Treppenhaus dort, wo sonst unser Rolli steht (wir sagen tatsächlich »unserer«, wir nutzen ihn ja beide auf verschiedene Weise :D), eine ausgebaute Badewanne vor. Den Rollstuhl selbst hatten die Leute, die da am Werk waren, von seinem Platz gezerrt – mit Schloss und angezogenen Bremsen –, anstatt bei uns zu klingeln und zu fragen, ob wir ihn wegschieben könnten.

Beide Griffe des Rollstuhls sind nun locker, am rechten Griff befindet sich die Steuerung für die Brems- und Schiebehilfe. Deren Batterie haben wir natürlich immer in der Wohnung, aber das gesamte Gerät jedes Mal abzubauen, wäre ausgemachter Blödsinn. Daher steht der Rolli auch in einer Nische im Treppenhaus; in der Wohnung nutzen wir derzeit nur noch den alten Rollstuhl.

Ergebnis des Telefongesprächs mit dem Sanitätshaus: Der einzige noch freie Reparaturtermin ist am Donnerstag, an Georgs Geburtstag. Dem Sanitätshaus nehmen wir das natürlich nicht übel; wir sind froh, dass diese Woche überhaupt noch was zu machen ist. Aber jetzt dürfen wir erst mal rausfinden, wer die Beschädigung verursacht hat – und dann wahrscheinlich unserem Geld hinterherlaufen. Dafür ist selbstverständlich nicht die Krankenkasse zuständig, sondern die Verursacher des Schadens, und dieser Rollstuhl ist noch keinen vollen Monat alt.

Wir sind angewidert. Ehrlich. Angewidert von derart viel Ignoranz und Gleichgültigkeit. Egal, ob es Nachbarn oder Handwerker waren – sie hätten …

a) uns bitten können, den Rollstuhl selbst wegzuschieben.
b) vorsichtiger mit ihm umgehen können; man kann ihn auf den kleinen vorderen Rädchen durchaus auch in abgeschlossenem Zustand fortbewegen.
c) uns wenigstens nach der Beschädigung einen Zettel in den Briefkasten werfen können.

Aber wir vermuten, sie haben nicht mal bemerkt, dass durch ihre Schuld was kaputt ist. Weil es den meisten Menschen einfach nur egal ist, wie es anderen geht.

Jetzt steht der Rolli erst mal in unserer Garage, die leider nur dann problemlos erreichbar ist, wenn Georg NICHT im Stuhl sitzt, weil dorthin nur ein Weg führt, der zur einen Hälfte aus grobem Kies und zur anderen aus Erde besteht. Diesen Weg mit Georg IM Rollstuhl zu fahren, ist nahezu unmöglich, weil wir dort trotz Motor nicht wirklich vorwärtskommen. Zu Fuß ist der Weg für Georg natürlich auch nicht geeignet. Die einzige Möglichkeit wäre, dass Georg im Haus wartet, während Alex den Rollstuhl holt und zurückbringt, was völliger Quatsch ist, wenn es im Treppenhaus eine geeignete Nische gibt. Dennoch werden wir es künftig vermutlich so lösen, so unpraktisch es auch ist. Aber bis Donnerstag können wir den Rollstuhl nun ohnehin nicht mehr nutzen. So viel, wie wir beide gerade kotzen wollen, könnten wir nicht mal gemeinsam essen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Letzten ihrer Art

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Mimimi! Die letzten meiner Medaillons sind gebastelt. Nun habe ich keine Rohlinge mehr und kaufe auch keine weiteren, da ich schlichtweg alle mir näher bekannten Menschen, von denen ich wusste, dass sie sich darüber freuen würden, bereits mit Ketten beschenkt habe.

Hier kommen zum Abschluss noch Fotos meiner letzten Machwerke, allesamt mit Naturmaterialien (gepresste Blütenblätter, Moos, kleine Zweige etc.) und zum Teil auch mit Glitzersteinchen befüllt – whoa, ich werde das Medaillon-Basteln echt vermissen in der nächsten Zeit:






Mittwoch, 1. Februar 2017

This is fucking awesome

GA

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben – das tun wir selber noch nicht so richtig –, aber heute haben wir endlich unsere Schiebehilfe inklusive nagelneuem Rollstuhl bekommen. Lacht uns nicht wegen der quietschgrünen Farbe aus, die passt zu uns, okay?

(Leider haben wir gerade keinen Alkohol, um das zu feiern. Aber nein, das soll jetzt kein subtiler Hinweis an irgendjemanden sein, und schon gar nicht denken wir dabei an das kommende Wochenende …)


Sonntag, 22. Januar 2017

Gedünsteter Rosenkohl im Weltraum

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Aus irgendeinem Grund (= ich bin so doof und lasse mich mit ganzer Seele darauf ein) scheint es meine Bestimmung zu sein, mich in Fandoms zu verlieben, deren Charaktere im Lauf der Jahre mit Füßen getreten werden, bis sie noch ungefähr so viel mit ihrer ursprünglichen Version zu tun haben wie gedünsteter Rosenkohl mit einer Rocher-Praline.

Mir wurde in letzter Zeit oft von »Star Trek AOS«-Fans gesagt, die »Starfleet Academy«-Romane wären hilfreich, um die in meinen Augen teils extrem unpassende Charakterisierung bekannter »Star Trek«-Figuren in den AOS-Filmen besser zu verstehen. Nun habe ich den ersten Band »Die Delta-Anomalie« beendet und weiß bezüglich mancher Details gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Ein Serienmörder geht um in San Francisco – ein geheimnisvolles Wesen, das »der Doktor« genannt wird und Menschen Organe raubt, ohne sie äußerlich zu verletzen. Die Starfleet-Anwärter Kirk, Uhura und McCoy werden in diesen ungewöhnlichen Fall hineingezogen, müssen nebenbei weiterhin in ihrer Ausbildung ihr Bestes geben und zum Teil das eine oder andere persönliche Abenteuer bestehen.

Das Buch hat – wie die AOS-Filme auch – einige tolle, spannende Ansätze. Hat es wirklich. Aber es mangelt an Kontinuität und Glaubwürdigkeit, an einer inneren Logik der Gesamtgeschichte. Natürlich, auch die ursprüngliche Zeitlinie ist nicht allumfassend in sich stimmig, doch besonders zu TOS-Zeiten war ja noch gar nicht klar, was für ein Riesending mal aus »Star Trek« werden würde. Den Machern der neuen Zeitlinie dürfte aber schon bewusst sein, was für ein Erbe sie da antreten. Und statt die Chance zu ergreifen, sich von alten Widersprüchen zu befreien und neu und frisch zu starten, werden direkt zu Beginn eigene Widersprüche und Unglaubwürdigkeiten geschaffen.

Das fängt mit Kleinigkeiten an, die ich problemlos verzeihen könnte: So haben die Kadetten der Starfleet Academy im ersten AOS-Film kleine Doppelzimmer, hier im ersten Academy-Roman sind es plötzlich Einzelzimmer, mit fortschreitender Ausbildung sogar geräumige Apartments.

Dann geht es weiter mit Widersprüchen auf persönlicher Ebene: Während es im ersten Film so aussieht, als wären sich die meisten Mitglieder der späteren Brücken-Crew anfangs noch fremd, müssen einige von ihnen im ersten Roman bereits eng zusammenarbeiten. Das macht es zum Beispiel komplett unglaubwürdig, dass Jim Kirk bei dem späteren Einsatz auf der Enterprise immer noch nicht weiß, wie Uhura mit Vornamen heißt. Auch Gaila, im Film offenbar ein bloßer One-Night-Stand von Kirk, müsste er laut den Geschehnissen im Roman etwas besser kennen; zumindest dürfte ihm bekannt sein, dass sie Uhuras Zimmergenossin ist. Ach nein, halt, im Roman gibt es ja Einzelzimmer. Uff.

Im weiteren Verlauf des Romans kommen schwerwiegendere Widersprüche bezüglich der Beziehung der Figuren zueinander hinzu. Die Geschehnisse in diesem Roman (die im ersten Ausbildungsjahr stattfinden) müssten es eigentlich unmöglich machen, dass Kirk/Spock und McCoy/Spock einander nicht bewusst kennen, wie es im ersten Film dargestellt wird. Und insbesondere Kirks Entwicklung im Roman macht das »Flegel-Jim manipuliert den Test und Oberlehrer-Spock verurteilt ihn allein deshalb scharf«-Szenario, das den Grundstein für ihr anfänglich so schwieriges Verhältnis legt, unglaubwürdig. Das Gegenteil müsste der Fall sein, wenn es nach dem Roman geht: Kirks ungewöhnliche, durchdachte Herangehensweise bei einer von Spock entwickelten wissenschaftlichen Prüfung findet dessen große, wenn auch nur schriftliche Anerkennung.

Spocks Charakterisierung ist ein Fall für sich, hier im Roman wie auch in AOS allgemein. Anders, als es bei Kirk der Fall ist, wurde Spocks Kindheit und Jugend durch Neros Angriff, der die neue Zeitlinie ermöglicht hat, nicht angetastet. Demnach empfinde ich es als unverständlich, dass Spock als junger Mann, dem das gesamte Ausmaß des Dilemmas »menschliche Emotion vs. vulkanische Logik« noch bevorsteht, als Ausbilder (!) eine Liebesbeziehung zu einer Studentin eingeht.

Ich bin kein Alt-Trekkie, tatsächlich habe ich AOS lange vor TOS gesehen und fand die Beziehung zwischen Spock und Uhura anfangs ganz niedlich. Jetzt, wo ich mehr aus dem ursprünglichen Universum kenne, verstehe ich diese Liebelei allerdings nicht mal mehr im Ansatz. Es passt nicht, zumal die Uhura aus der ersten Zeitlinie romantische Gefühle für Scotty hatte, welche zugunsten der Spock/Uhura-Sache ignoriert wurden. Die Macher hätten eine glaubwürdige Romanze UND einen glaubwürdigen Spock haben können. Stattdessen hat Autor Rick Barba in »Die Delta-Anomalie« eine aufkeimende Beziehung erschaffen, die an die unbeholfenen romantischen Versuche der Nerds aus »The Big Bang Theory« erinnert. Soll vermutlich süß wirken, und das wäre es auch, wenn dadurch Spocks Charakterisierung nicht so den Bach runterginge. Denn wie gesagt, im Gegensatz zu Kirks Start ins Leben scheint Spocks Kindheit und Jugend durch Neros Eingreifen nicht beeinflusst worden zu sein, sodass nicht verständlich ist, warum er sich in jungen Jahren SO gravierend vom ursprünglichen Spock unterscheiden soll. Dessen erste echte Bezugsperson neben seiner Mutter war Jim Kirk, später dann auch Leonard McCoy, und dass das alles zugunsten einer flachen Lehrer-Schüler-Romanze in AOS komplett aufgehoben wird, macht mich fassungslos.

Also: Nein, dieser erste »Starfleet Academy«-Roman konnte mir diese Beziehung NICHT erklären, eher im Gegenteil. Dass Spock mit so vielen Leuten auf der Academy gut klarzukommen scheint, sich ausgiebig mit ihnen unterhält und sich über Uhuras Gespräche mit ihrer Konsole a-m-ü-s-i-e-r-t, ist so weit weg vom ursprünglichen Charakter des Spock, dass ich manchmal kurz davor stand, loszuheulen. Uh, Emotion. Der alte Spock hätte das als junger Mann höchst unlogisch gefunden, ich weiß.

Fehlt noch was? Ach ja, Hannah. Während Jim Kirk in den AOS-Filmen anfangs als schlichter, wenig geschmackvoller Aufreißer dargestellt wird – wir erinnern uns an seine plumpe Anmache gegenüber Uhura, den wenig ambitionierten One-Night-Stand mit Gaila oder seinen Dreier mit den beiden langschwänzigen Alien-Schönheiten –, wird in »Die Delta-Anomalie« eher versucht, Jim auf den Pfaden seines älteren TOS-Ichs wandeln zu lassen, das in seinen zahlreichen Affären immer auch echte, romantische Gefühle gesucht hat. Jim verliebt sich bis über beide Ohren in die flippige, selbstbewusste Hannah, die mir eigentlich ganz sympathisch war. Blöd nur, dass im ersten AOS-Film ja bereits klar ist, dass sie später keine Rolle mehr spielen wird, was die Zeit, die der Roman dieser Romanze widmet, für mich sehr anstrengend gemacht hat. Ich möchte nicht mit Infos über eine Person oder Beziehung zugeballert werden, wenn bekannt ist, dass weder die Person noch die Beziehung von dauerhafter Wichtigkeit ist.

Schade, dass die Macher Spocks Charakter so gravierend verändert haben, Jim aber wieder in das TOS-typische »Jede Woche eine Neue«-Ding gepresst wird. Dabei hat sich SEIN Leben durch Neros Machenschaften wirklich in eine anfangs ganz andere Richtung entwickelt als das des ursprünglichen Captains, während es für Spocks Veränderung keine ansatzweise logische Erklärung gibt.

Was mich zudem arg genervt hat, war, dass ständig hervorgehoben wird, wie perfekt doch alle handelnden Figuren sind. Kirk verprügelt in Rekordzeit allein drei riesenhafte Gang-Mitglieder? Klar. Uhura entwickelt im ersten Academy-Jahr im Alleingang innerhalb von zwei Stunden ein wichtiges Programm, was älteren und erfahreneren Xenolinguisten offenbar nicht gelungen ist? Klar. Spock als frischgebackener Absolvent hat überall seine Finger im Spiel und wird von Kollegen bewundert und respektiert? Aber ja.

Der Einzige, dessen Fähigkeiten nicht ganz so übertrieben dargestellt werden, ist Dr. McCoy, denn dieser war ja bereits vor seinem Eintritt in die Academy fertiger Arzt. Trotzdem erscheint es mehr als merkwürdig, dass Starfleet sowie die Polizei es vorrangig Kirk, McCoy und Uhura überlassen, einen unberechenbaren Serienkiller zu jagen; drei Anwärtern im ersten Jahr.

Die Grundgeschichte dieses ersten »Starfleet Academy«-Romans ist durchaus spannend, und es gibt ein paar tolle, lustige Momente zwischen Kirk und McCoy – ich hätte liebend gern mehr Informationen über diese tiefe Freundschaft bekommen, die in AOS bereits während der Academy-Zeit entstanden ist. Aber nein, da zeigt der Roman dem Leser die lange Nase. Dafür darf Bones/Pille Jim gegenüber noch mal explizit erwähnen, wie besonders Hannah ist. Hannah? Ach ja: Jims Flamme, die später nie wieder auftaucht.

Ich glaube, ich brauche ein Bier, Schokolade oder ein paar gute FanFictions, um über die teils haarsträubenden Ungereimtheiten des Großen Ganzen hinwegzukommen. Und meiner Meinung nach braucht absolut niemand diesen Roman, um die Charakterisierung der AOS-Figuren besser zu verstehen. Unterm Strich bewegt sich das Buch aus meiner Sicht auf mittlerem FanFiction-Niveau, und es ist ihm anzumerken, dass der Merchandise-Gedanke wesentlich größer war als der Wunsch, den Fans eine gute Geschichte zu erzählen. Der Stil ist recht plump und enthält so viele Wortwiederholungen, dass er auf FanFiction-Plattformen vermutlich Aufforderungen zur Suche nach einem guten Betaleser zur Folge hätte.

Aber hey, ich bin Masochistin. Ich habe mir den zweiten Band schon gekauft (die E-Books sind zum Glück nicht teuer) – in der Hoffnung, dass es, wenn schon nicht besser, zumindest auch nicht mehr schlimmer werden kann. (Okay, wem versuche ich hier eigentlich was vorzumachen? Ich war in meiner Jugend Anne-Rice-Fan. Ich bin auf ALLES gefasst.)

Freitag, 20. Januar 2017

Passagiere und zerbrochene Sterne

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Letzte Woche waren Georg und ich erstmals seit über einem Jahr wieder im Kino. (Tipp: Wer als Rolli-Schiebeperson in einem Kino ein Bier trinken will, in dem sich der Kiosk nicht auf demselben Stockwerk befindet, in dem der gewählte Film gezeigt wird, nimmt sich am besten einen eigenen Flaschenöffner mit. Die Alternative ist große Verzweiflung, wenn sie auch nicht annähernd an die Verzweiflung über das mit Gerümpel zugestellte Rolli-Klo heranreicht.) Angeschaut haben wir uns »Passengers« mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt.

Schon im Vorfeld hatten wir mehrfach gelesen, der Film sei bloß eine Art »Titanic«-Abklatsch im Weltall. Eine seichte Weltraumromanze mit Katastrophen-Elementen. Da uns der Trailer aber gefallen hat (und wir »Arrival« bereits verpasst hatten, den wir noch lieber gesehen hätten), haben wir uns fürs Anschauen entschieden.

Wir haben es nicht bereut. Ehrlich nicht.

Auf dem Raumschiff Avalon, das sich auf dem Weg zur Kolonie Homestead II auf einem weit entfernten Planeten befindet, kommt es während der 120 Jahre dauernden Reise zu einer folgenschweren Störung. Der Passagier Jim Preston wird 90 Jahre zu früh aus dem Hyperschlaf geweckt und muss fortan ein Leben in Einsamkeit auf dem Schiff bestreiten – mit der Aussicht, dort zu sterben und niemals das neue Leben zu erreichen, für das er sich entschieden hatte. Über ein Jahr harrt Jim vollkommen allein aus (abgesehen von der emotional wenig befriedigenden Anwesenheit des Barkeeper-Androiden Arthur), und ich finde, Chris Pratt hat diese Einsamkeit und Verzweiflung großartig rübergebracht. (Darüber, ob man einen jungen, blonden, attraktiven Kerl auf einem Raumschiff, das nicht die Enterprise ist, unbedingt Jim nennen sollte, kann man natürlich streiten.) Der Beginn des Films hat mich eher an »Verschollen« mit Tom Hanks erinnert; mit »Titanic« hat die Story anfangs nichts zu tun.

Bis Jim eine moralisch fragwürdige Entscheidung trifft: Er hat sich das Vorstellungsvideo der Passagierin Aurora Lane angesehen und sich in sie verliebt, und gegen seine eigene moralische Überzeugung manipuliert der gelernte Mechaniker auch ihre Hyperschlafkapsel, um Aurora aufzuwecken und zu seiner Gefährtin zu machen. Von seinem Handeln verrät er ihr anfangs natürlich nichts, und tatsächlich lernen die beiden sich immer besser kennen und Aurora empfindet trotz ihrer verzweifelten Lage beinahe Dankbarkeit für die Umstände, denn auf Homestead II hätte sie als Bessergestellte den schlichten Mechaniker Jim vermutlich niemals kennengelernt.

Der Film behandelt lange eher Jims moralisches Dilemma als die eigentliche Liebesgeschichte, und es sieht eine ganze Weile danach aus, als könnte Aurora ihm nicht verzeihen, nachdem sie die Wahrheit herausgefunden hat. Der Film wartet auch zu keinem Zeitpunkt mit einer Absolution für Jim auf, obwohl ich persönlich zugeben muss, dass ich ihn verstanden habe.

Im weiteren Verlauf wird der Film (leider) sehr viel actionlastiger und flacher: Mit Gus Mancuso wacht ein weiterer Mensch viel zu früh aus dem Hyperschlaf auf, und mit seiner Hilfe finden Aurora und Jim heraus, dass das Schiff schwerwiegende Schäden bei einem Meteoriteneinschlag davongetragen hat. Nun ist es an ihnen, die Schäden zu beheben, um nicht nur sich selbst, sondern auch die über 5.000 noch schlafenden anderen Menschen an Bord zu retten.

Ich bin ehrlich: Die Katastrophenszenen zum Ende hin hätte ich nicht gebraucht. Der Film war auf der Charakterebene unterhaltsam genug für mich, und eine tiefere Aufarbeitung dieses Dilemmas hätte mir persönlich besser gefallen. Da fällt mir ein Satz ein, den Lexi über »Star Trek AOS« gesagt hat, also die neuen »Star Trek«-Filme seit 2009: »Star Wars« gibt’s doch schon. Und ja, ich finde, Filme mit überzeugenden Charakteren brauchen dieses opulente Krach-Bumm-Szenario nicht, das gilt für »Star Trek« wie auch für »Passengers« – Jennifer Lawrence und Chris Pratt haben mich nämlich wirklich überzeugt. Ihre Figuren hätten mehr verdient gehabt als das. Trotzdem mochte ich den Film sehr. Die Action kommt erst zum Schluss dazu, und bis dahin hat er mich wirklich, wirklich gut unterhalten.

Was ich mich allerdings beim Ansehen die ganze Zeit gefragt habe, ist, ob dieses Weltraumromanzen-Ding uns einen neuen, bis zum Erbrechen ausgeschlachteten Trend bescheren könnte. Erst das grausige »Normalo-Mädchen liebt übernatürlichen Bad-Boy«-Szenario im Stil von »Twilight«, dann Teenie-Dystopien nach dem Vorbild von »Die Tribute von Panem«, und jetzt das? Das fände ich unglaublich schade. Seit etwa zwei Jahren bin ich extrem spacig unterwegs in meiner Buch- und Filmauswahl, und ein solcher Hype, der mit jeder neuen Version immer noch inhaltsloseren Müll hervorbrächte, täte dem ohnehin schon von vielen nicht ernst genommenen Genre nicht gut. Dazu kommt, dass gute Science-Fantasy bzw. Science-Fiction für mich immer auch ein gewisses Maß an Irrsinn, Schrägheit und Humor braucht, und das ist vermutlich nicht dauerhaft kompatibel mit dem Romanzen-Mainstream.

Die Frage kam bei mir auf, weil ich im Sommer 2016 eine Romanze im Weltall in Buchform entdeckt habe, die ich extrem gern mochte. Eigentlich hatte ich mir »These Broken Stars: Lilac und Tarver« von Amie Kaufman und Meagan Spooner nur als Nebenbei-Buch gekauft. Eine unterhaltsame Liebesgeschichte, tatsächlich etwas im »Titanic«-Stil gehalten, aber in einem aufregend spacigen Gewand – das war es, was ich erwartet hatte, und da die Leseprobe mich angesprochen hatte, wäre ich damit auch zufrieden gewesen.

Die ersten Kapitel deuteten auch auf genau so etwas hin – doch dann hat dieses Buch mich gepackt, in sich hineingesaugt und mich zwei Tage später völlig durchgerüttelt wieder ausgespuckt. Ein Jahreshighlight, ganz eindeutig. Obwohl die Liebesgeschichte zum Ende hin noch klischeehafter wurde als erwartet und mir das ansonsten gigantische Finale fast ein wenig verdorben hat.

In einer weit entfernten Zukunft: Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Die beiden überleben den verheerenden Absturz des als absolut sicher geltenden Raumschiffs Icarus, welches von Lilacs Vater entworfen wurde, und müssen sich zu zweit auf einem fremdartigen Planeten durchschlagen. Dieser wirkt auf den ersten Blick terraformiert, ist jedoch völlig menschenleer. Als wären ehemalige Eroberungsversuche des Planeten gescheitert, als hätte irgendetwas die Menschen von dort vertrieben, die zweifellos einmal anwesend waren. Was den beiden auf diesem Planeten alles widerfährt, wohin diese Erlebnisse sie führen – das wären gewaltige Spoiler. Aber obwohl die Autorinnen keine gänzlich neuen Elemente verwenden (wer tut und kann das schon?), sind diese Ereignisse so nervenaufreibend, faszinierend und teils ernsthaft gruselig, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte, bis ich Antworten hatte.

Der Stil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen, jedoch niemals plump; nur manchmal holpert die Übersetzung ein wenig. Dennoch war ich positiv überrascht; viele Übersetzungen »klingen« im Gegensatz zu dieser insgesamt einfach oft unbeholfen.

Die einzige Enttäuschung war für mich die Entwicklung der Liebesgeschichte, wie gesagt. Obwohl ich keinen besonderen Tiefgang erwartet hatte, empfand ich diese Beziehung gemessen am grandiosen Rest des Romans als zu flach. Da wäre weitaus mehr drin gewesen; die Autorinnen haben mit dem Gesamtwerk bewiesen, dass sie das Zeug dazu hätten.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich das Buch nicht, auf der zwischenmenschlichen Ebene bleibt es dafür zu seicht und das Ende ist mir in Bezug auf die Beziehung zwischen Lilac und Tarver zu simpel gestrickt. Dennoch hat es mich begeistert, und ich möchte in jedem Fall auch die weiteren Bände der »These Broken Stars«-Trilogie lesen. (Falls ich jemals wieder damit aufhören kann, nichts anderes als »Star Trek«-FanFiction zu lesen, wie ich es seit dem letzten Herbst tue. *hust*)

Was ich im Sommer aber noch als Einzelgeschichte (bzw. eben einzelne Trilogie) wahrgenommen habe, bekommt durch den Film »Passangers« für mich ein etwas anderes Gewicht. Zwei komplett voneinander unabhängige Geschichten, einmal eine Roman-Trilogie und einmal ein Hollywood-Film, die zuallererst den Eindruck machen, einfach bloß die »Titanic«-Romanze in den Weltraum zu verfrachten? Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass es keinen Hype geben wird, denn er würde ein Genre, das ich für mich entdeckt habe, über kurz oder lang mit Schrott fluten. Bitte nicht. (Gerade fallen mir die »Obsidian«-Geschichten von Jennifer L. Armentrout ein, von denen ich mich bislang tunlichst ferngehalten habe. »Twilight mit Aliens«, heißt es darüber oft. Angst. Hat der Hype schon begonnen, ohne dass ich es bemerkt habe?)

»Passengers« und »These Broken Stars« sind jedenfalls für sich stehende Geschichten, die ich (mit den beschriebenen Einschränkungen) empfehlen kann und die man aufgrund des Schlagwortes »Romanze« nicht vorverurteilen sollte. Wenn ihr spacige Szenarios mögt, schaut euch diese Sachen ruhig mal näher an – zumindest diejenigen von euch, die meine »Codewort: Puls«-Handlung mochten (und das Ding nicht nur deshalb gelesen haben, weil darin zwei Kerle im Bett landen *hust*), werden wahrscheinlich auch hier auf ihre Kosten kommen. :)

Donnerstag, 12. Januar 2017

Die Zehn, das Spitzohr und das Nichts

GD

Da ich über Silvester und Neujahr ja krank war, sind wir gar nicht dazu gekommen, irgendetwas über unseren 10. Jahrestag am 1. Januar zu bloggen. Ich möchte ihn aber zumindest kurz erwähnen, denn so lange halten es ja nun doch nicht übermäßig viele Paare miteinander aus. :-)

Speziell gefeiert hätten wir den Tag allerdings auch nicht, wenn ich gesund gewesen wäre. Wir hatten uns vorgenommen, den halben Tag damit zu verbringen, »Star Trek TOS« zu schauen und Pizza und verschiedene Salate zu machen, und zumindest der erste Teil hat trotzdem irgendwie geklappt, nur das Essen musste notgedrungen ausfallen. Alex hat dafür als Hauptgang die coolen Süßigkeiten gegessen, welche die liebe Raven uns kurz vorm Jahrestag aus Österreich geschickt hatte, unter anderem edle Pralinen mit Maroni-Creme, um die ich jetzt im Rückblick sehr trauere – mit Magen-Darm-Infekt war ich der Meinung, es wäre besser, wenn Alex sie allein isst, und da Schoko-Maroni Frischware sind, ließ sich das ohnehin nicht vermeiden. (Ihr habt noch nie so ein dreckiges Lachen aus dem Off gehört. :D)

Übrigens, das Thema »Star Trek TOS«: Da Alex ja seit zwei Jahren total interessiert an Science-Fantasy und Science-Fiction ist, habe ich vor einigen Monaten vorgeschlagen, dass sie jetzt endlich auch mal »Star Trek« richtig kennenlernen soll. Bis dahin kannte sie nur vereinzelte Ausschnitte aus den alten Filmen und der ersten Serie sowie die neuen Filme. Wir haben also die ganzen alten Filme zusammen geschaut, und Alex fand sie so gut, dass sie Lexi davon erzählt hat, die sie dann wiederum auch angeschaut hat und danach TOS, also die erste »Star Trek«-Serie um Jim Kirk, Spock, Bones und ihre Crew. Und ich weiß nicht, wie das zugehen konnte, aber inzwischen stehen mir die beiden in ihrer »Star Trek«-Zugewandtheit (das klingt doch gut?) in nichts mehr nach, und sollte es tatsächlich klappen, schauen wir dieses Jahr sogar eine »Star Trek«-Ausstellung zusammen an. Natürlich müssen wir erst prüfen, ob es machbar ist, meinen Rolli mitzunehmen und damit dort auch voranzukommen, aber es geschehen hier echt Dinge, mit denen ich nicht rechnen konnte!

Passend dazu habe ich mal ein Foto von mir mit fünfzehn oder sechzehn Jahren herausgekramt, als ich mich für eine Karnevalsfeier als Spock verkleidet hatte (oder besser: Ich habe es Alex herauskramen lassen, denn in unserer zweiten gemeinsamen Wohnung hatte sie das Bild auf ein Poster von Michael »Bully« Herbigs »(T)Raumschiff Surprise« geklebt und es in der Küche aufgehängt, und das Poster war/ist jetzt wieder mangels Platz in einer Posterrolle auf einem Schrank). Achtung, böser Blick:


Zum Abschluss noch eine kleine Info, falls sich jemand bereits gewundert hat: Auf bürokratischer Ebene gibt es leider nach wie vor keine Neuigkeiten, die uns weiterhelfen würden. Es ist unfassbar für uns, aber eine Tatsache. Sobald sich irgendetwas tut, gibt es wieder einen Post dazu, aber ich habe momentan keine Ahnung, wann das der Fall sein wird.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Neue Medaillons

AD

Hier kommen Fotos von einigen weiteren Medaillons, die ich in letzter Zeit gestaltet habe, gefüllt mit gepressten Blüten und/oder anderen Naturmaterialien. Drei davon sind in der Silvesternacht entstanden, weil ich mich irgendwie wachhalten musste – Georg hatte seit dem Vorabend einen Magen-Darm-Infekt (wie gefährlich das bei ihm ist, wisst ihr ja), sodass essen oder gar feiern natürlich nicht machbar war. Insgesamt war ich über 50 Stunden am Stück wach, und kurz vor dem endgültigen Jahreswechsel habe ich einfach nur noch geheult, was man den Anhängern (Nummer 2, 3 und 4) zum Glück nicht ansieht – wobei »Modell Tränen« doch auch mal eine Überlegung wert wäre. Verschenkt wurden sie im Familienkreis, und das letzte behalte ich selbst, auch wenn ich außer Ohrringen fast nie Schmuck trage, weil es mich total an »Codewort: Puls« erinnert. Muscheln und Moos, das lackiert ein bisschen was von Seetang hat. :D



 





 
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