Sonntag, 22. Januar 2017

Gedünsteter Rosenkohl im Weltraum

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Aus irgendeinem Grund (= ich bin so doof und lasse mich mit ganzer Seele darauf ein) scheint es meine Bestimmung zu sein, mich in Fandoms zu verlieben, deren Charaktere im Lauf der Jahre mit Füßen getreten werden, bis sie noch ungefähr so viel mit ihrer ursprünglichen Version zu tun haben wie gedünsteter Rosenkohl mit einer Rocher-Praline.

Mir wurde in letzter Zeit oft von »Star Trek AOS«-Fans gesagt, die »Starfleet Academy«-Romane wären hilfreich, um die in meinen Augen teils extrem unpassende Charakterisierung bekannter »Star Trek«-Figuren in den AOS-Filmen besser zu verstehen. Nun habe ich den ersten Band »Die Delta-Anomalie« beendet und weiß bezüglich mancher Details gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Ein Serienmörder geht um in San Francisco – ein geheimnisvolles Wesen, das »der Doktor« genannt wird und Menschen Organe raubt, ohne sie äußerlich zu verletzen. Die Starfleet-Anwärter Kirk, Uhura und McCoy werden in diesen ungewöhnlichen Fall hineingezogen, müssen nebenbei weiterhin in ihrer Ausbildung ihr Bestes geben und zum Teil das eine oder andere persönliche Abenteuer bestehen.

Das Buch hat – wie die AOS-Filme auch – einige tolle, spannende Ansätze. Hat es wirklich. Aber es mangelt an Kontinuität und Glaubwürdigkeit, an einer inneren Logik der Gesamtgeschichte. Natürlich, auch die ursprüngliche Zeitlinie ist nicht allumfassend in sich stimmig, doch besonders zu TOS-Zeiten war ja noch gar nicht klar, was für ein Riesending mal aus »Star Trek« werden würde. Den Machern der neuen Zeitlinie dürfte aber schon bewusst sein, was für ein Erbe sie da antreten. Und statt die Chance zu ergreifen, sich von alten Widersprüchen zu befreien und neu und frisch zu starten, werden direkt zu Beginn eigene Widersprüche und Unglaubwürdigkeiten geschaffen.

Das fängt mit Kleinigkeiten an, die ich problemlos verzeihen könnte: So haben die Kadetten der Starfleet Academy im ersten AOS-Film kleine Doppelzimmer, hier im ersten Academy-Roman sind es plötzlich Einzelzimmer, mit fortschreitender Ausbildung sogar geräumige Apartments.

Dann geht es weiter mit Widersprüchen auf persönlicher Ebene: Während es im ersten Film so aussieht, als wären sich die meisten Mitglieder der späteren Brücken-Crew anfangs noch fremd, müssen einige von ihnen im ersten Roman bereits eng zusammenarbeiten. Das macht es zum Beispiel komplett unglaubwürdig, dass Jim Kirk bei dem späteren Einsatz auf der Enterprise immer noch nicht weiß, wie Uhura mit Vornamen heißt. Auch Gaila, im Film offenbar ein bloßer One-Night-Stand von Kirk, müsste er laut den Geschehnissen im Roman etwas besser kennen; zumindest dürfte ihm bekannt sein, dass sie Uhuras Zimmergenossin ist. Ach nein, halt, im Roman gibt es ja Einzelzimmer. Uff.

Im weiteren Verlauf des Romans kommen schwerwiegendere Widersprüche bezüglich der Beziehung der Figuren zueinander hinzu. Die Geschehnisse in diesem Roman (die im ersten Ausbildungsjahr stattfinden) müssten es eigentlich unmöglich machen, dass Kirk/Spock und McCoy/Spock einander nicht bewusst kennen, wie es im ersten Film dargestellt wird. Und insbesondere Kirks Entwicklung im Roman macht das »Flegel-Jim manipuliert den Test und Oberlehrer-Spock verurteilt ihn allein deshalb scharf«-Szenario, das den Grundstein für ihr anfänglich so schwieriges Verhältnis legt, unglaubwürdig. Das Gegenteil müsste der Fall sein, wenn es nach dem Roman geht: Kirks ungewöhnliche, durchdachte Herangehensweise bei einer von Spock entwickelten wissenschaftlichen Prüfung findet dessen große, wenn auch nur schriftliche Anerkennung.

Spocks Charakterisierung ist ein Fall für sich, hier im Roman wie auch in AOS allgemein. Anders, als es bei Kirk der Fall ist, wurde Spocks Kindheit und Jugend durch Neros Angriff, der die neue Zeitlinie ermöglicht hat, nicht angetastet. Demnach empfinde ich es als unverständlich, dass Spock als junger Mann, dem das gesamte Ausmaß des Dilemmas »menschliche Emotion vs. vulkanische Logik« noch bevorsteht, als Ausbilder (!) eine Liebesbeziehung zu einer Studentin eingeht.

Ich bin kein Alt-Trekkie, tatsächlich habe ich AOS lange vor TOS gesehen und fand die Beziehung zwischen Spock und Uhura anfangs ganz niedlich. Jetzt, wo ich mehr aus dem ursprünglichen Universum kenne, verstehe ich diese Liebelei allerdings nicht mal mehr im Ansatz. Es passt nicht, zumal die Uhura aus der ersten Zeitlinie romantische Gefühle für Scotty hatte, welche zugunsten der Spock/Uhura-Sache ignoriert wurden. Die Macher hätten eine glaubwürdige Romanze UND einen glaubwürdigen Spock haben können. Stattdessen hat Autor Rick Barba in »Die Delta-Anomalie« eine aufkeimende Beziehung erschaffen, die an die unbeholfenen romantischen Versuche der Nerds aus »The Big Bang Theory« erinnert. Soll vermutlich süß wirken, und das wäre es auch, wenn dadurch Spocks Charakterisierung nicht so den Bach runterginge. Denn wie gesagt, im Gegensatz zu Kirks Start ins Leben scheint Spocks Kindheit und Jugend durch Neros Eingreifen nicht beeinflusst worden zu sein, sodass nicht verständlich ist, warum er sich in jungen Jahren SO gravierend vom ursprünglichen Spock unterscheiden soll. Dessen erste echte Bezugsperson neben seiner Mutter war Jim Kirk, später dann auch Leonard McCoy, und dass das alles zugunsten einer flachen Lehrer-Schüler-Romanze in AOS komplett aufgehoben wird, macht mich fassungslos.

Also: Nein, dieser erste »Starfleet Academy«-Roman konnte mir diese Beziehung NICHT erklären, eher im Gegenteil. Dass Spock mit so vielen Leuten auf der Academy gut klarzukommen scheint, sich ausgiebig mit ihnen unterhält und sich über Uhuras Gespräche mit ihrer Konsole a-m-ü-s-i-e-r-t, ist so weit weg vom ursprünglichen Charakter des Spock, dass ich manchmal kurz davor stand, loszuheulen. Uh, Emotion. Der alte Spock hätte das als junger Mann höchst unlogisch gefunden, ich weiß.

Fehlt noch was? Ach ja, Hannah. Während Jim Kirk in den AOS-Filmen anfangs als schlichter, wenig geschmackvoller Aufreißer dargestellt wird – wir erinnern uns an seine plumpe Anmache gegenüber Uhura, den wenig ambitionierten One-Night-Stand mit Gaila oder seinen Dreier mit den beiden langschwänzigen Alien-Schönheiten –, wird in »Die Delta-Anomalie« eher versucht, Jim auf den Pfaden seines älteren TOS-Ichs wandeln zu lassen, das in seinen zahlreichen Affären immer auch echte, romantische Gefühle gesucht hat. Jim verliebt sich bis über beide Ohren in die flippige, selbstbewusste Hannah, die mir eigentlich ganz sympathisch war. Blöd nur, dass im ersten AOS-Film ja bereits klar ist, dass sie später keine Rolle mehr spielen wird, was die Zeit, die der Roman dieser Romanze widmet, für mich sehr anstrengend gemacht hat. Ich möchte nicht mit Infos über eine Person oder Beziehung zugeballert werden, wenn bekannt ist, dass weder die Person noch die Beziehung von dauerhafter Wichtigkeit ist.

Schade, dass die Macher Spocks Charakter so gravierend verändert haben, Jim aber wieder in das TOS-typische »Jede Woche eine Neue«-Ding gepresst wird. Dabei hat sich SEIN Leben durch Neros Machenschaften wirklich in eine anfangs ganz andere Richtung entwickelt als das des ursprünglichen Captains, während es für Spocks Veränderung keine ansatzweise logische Erklärung gibt.

Was mich zudem arg genervt hat, war, dass ständig hervorgehoben wird, wie perfekt doch alle handelnden Figuren sind. Kirk verprügelt in Rekordzeit allein drei riesenhafte Gang-Mitglieder? Klar. Uhura entwickelt im ersten Academy-Jahr im Alleingang innerhalb von zwei Stunden ein wichtiges Programm, was älteren und erfahreneren Xenolinguisten offenbar nicht gelungen ist? Klar. Spock als frischgebackener Absolvent hat überall seine Finger im Spiel und wird von Kollegen bewundert und respektiert? Aber ja.

Der Einzige, dessen Fähigkeiten nicht ganz so übertrieben dargestellt werden, ist Dr. McCoy, denn dieser war ja bereits vor seinem Eintritt in die Academy fertiger Arzt. Trotzdem erscheint es mehr als merkwürdig, dass Starfleet sowie die Polizei es vorrangig Kirk, McCoy und Uhura überlassen, einen unberechenbaren Serienkiller zu jagen; drei Anwärtern im ersten Jahr.

Die Grundgeschichte dieses ersten »Starfleet Academy«-Romans ist durchaus spannend, und es gibt ein paar tolle, lustige Momente zwischen Kirk und McCoy – ich hätte liebend gern mehr Informationen über diese tiefe Freundschaft bekommen, die in AOS bereits während der Academy-Zeit entstanden ist. Aber nein, da zeigt der Roman dem Leser die lange Nase. Dafür darf Bones/Pille Jim gegenüber noch mal explizit erwähnen, wie besonders Hannah ist. Hannah? Ach ja: Jims Flamme, die später nie wieder auftaucht.

Ich glaube, ich brauche ein Bier, Schokolade oder ein paar gute FanFictions, um über die teils haarsträubenden Ungereimtheiten des Großen Ganzen hinwegzukommen. Und meiner Meinung nach braucht absolut niemand diesen Roman, um die Charakterisierung der AOS-Figuren besser zu verstehen. Unterm Strich bewegt sich das Buch aus meiner Sicht auf mittlerem FanFiction-Niveau, und es ist ihm anzumerken, dass der Merchandise-Gedanke wesentlich größer war als der Wunsch, den Fans eine gute Geschichte zu erzählen. Der Stil ist recht plump und enthält so viele Wortwiederholungen, dass er auf FanFiction-Plattformen vermutlich Aufforderungen zur Suche nach einem guten Betaleser zur Folge hätte.

Aber hey, ich bin Masochistin. Ich habe mir den zweiten Band schon gekauft (die E-Books sind zum Glück nicht teuer) – in der Hoffnung, dass es, wenn schon nicht besser, zumindest auch nicht mehr schlimmer werden kann. (Okay, wem versuche ich hier eigentlich was vorzumachen? Ich war in meiner Jugend Anne-Rice-Fan. Ich bin auf ALLES gefasst.)

Freitag, 20. Januar 2017

Passagiere und zerbrochene Sterne

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Letzte Woche waren Georg und ich erstmals seit über einem Jahr wieder im Kino. (Tipp: Wer als Rolli-Schiebeperson in einem Kino ein Bier trinken will, in dem sich der Kiosk nicht auf demselben Stockwerk befindet, in dem der gewählte Film gezeigt wird, nimmt sich am besten einen eigenen Flaschenöffner mit. Die Alternative ist große Verzweiflung, wenn sie auch nicht annähernd an die Verzweiflung über das mit Gerümpel zugestellte Rolli-Klo heranreicht.) Angeschaut haben wir uns »Passengers« mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt.

Schon im Vorfeld hatten wir mehrfach gelesen, der Film sei bloß eine Art »Titanic«-Abklatsch im Weltall. Eine seichte Weltraumromanze mit Katastrophen-Elementen. Da uns der Trailer aber gefallen hat (und wir »Arrival« bereits verpasst hatten, den wir noch lieber gesehen hätten), haben wir uns fürs Anschauen entschieden.

Wir haben es nicht bereut. Ehrlich nicht.

Auf dem Raumschiff Avalon, das sich auf dem Weg zur Kolonie Homestead II auf einem weit entfernten Planeten befindet, kommt es während der 120 Jahre dauernden Reise zu einer folgenschweren Störung. Der Passagier Jim Preston wird 90 Jahre zu früh aus dem Hyperschlaf geweckt und muss fortan ein Leben in Einsamkeit auf dem Schiff bestreiten – mit der Aussicht, dort zu sterben und niemals das neue Leben zu erreichen, für das er sich entschieden hatte. Über ein Jahr harrt Jim vollkommen allein aus (abgesehen von der emotional wenig befriedigenden Anwesenheit des Barkeeper-Androiden Arthur), und ich finde, Chris Pratt hat diese Einsamkeit und Verzweiflung großartig rübergebracht. (Darüber, ob man einen jungen, blonden, attraktiven Kerl auf einem Raumschiff, das nicht die Enterprise ist, unbedingt Jim nennen sollte, kann man natürlich streiten.) Der Beginn des Films hat mich eher an »Verschollen« mit Tom Hanks erinnert; mit »Titanic« hat die Story anfangs nichts zu tun.

Bis Jim eine moralisch fragwürdige Entscheidung trifft: Er hat sich das Vorstellungsvideo der Passagierin Aurora Lane angesehen und sich in sie verliebt, und gegen seine eigene moralische Überzeugung manipuliert der gelernte Mechaniker auch ihre Hyperschlafkapsel, um Aurora aufzuwecken und zu seiner Gefährtin zu machen. Von seinem Handeln verrät er ihr anfangs natürlich nichts, und tatsächlich lernen die beiden sich immer besser kennen und Aurora empfindet trotz ihrer verzweifelten Lage beinahe Dankbarkeit für die Umstände, denn auf Homestead II hätte sie als Bessergestellte den schlichten Mechaniker Jim vermutlich niemals kennengelernt.

Der Film behandelt lange eher Jims moralisches Dilemma als die eigentliche Liebesgeschichte, und es sieht eine ganze Weile danach aus, als könnte Aurora ihm nicht verzeihen, nachdem sie die Wahrheit herausgefunden hat. Der Film wartet auch zu keinem Zeitpunkt mit einer Absolution für Jim auf, obwohl ich persönlich zugeben muss, dass ich ihn verstanden habe.

Im weiteren Verlauf wird der Film (leider) sehr viel actionlastiger und flacher: Mit Gus Mancuso wacht ein weiterer Mensch viel zu früh aus dem Hyperschlaf auf, und mit seiner Hilfe finden Aurora und Jim heraus, dass das Schiff schwerwiegende Schäden bei einem Meteoriteneinschlag davongetragen hat. Nun ist es an ihnen, die Schäden zu beheben, um nicht nur sich selbst, sondern auch die über 5.000 noch schlafenden anderen Menschen an Bord zu retten.

Ich bin ehrlich: Die Katastrophenszenen zum Ende hin hätte ich nicht gebraucht. Der Film war auf der Charakterebene unterhaltsam genug für mich, und eine tiefere Aufarbeitung dieses Dilemmas hätte mir persönlich besser gefallen. Da fällt mir ein Satz ein, den Lexi über »Star Trek AOS« gesagt hat, also die neuen »Star Trek«-Filme seit 2009: »Star Wars« gibt’s doch schon. Und ja, ich finde, Filme mit überzeugenden Charakteren brauchen dieses opulente Krach-Bumm-Szenario nicht, das gilt für »Star Trek« wie auch für »Passengers« – Jennifer Lawrence und Chris Pratt haben mich nämlich wirklich überzeugt. Ihre Figuren hätten mehr verdient gehabt als das. Trotzdem mochte ich den Film sehr. Die Action kommt erst zum Schluss dazu, und bis dahin hat er mich wirklich, wirklich gut unterhalten.

Was ich mich allerdings beim Ansehen die ganze Zeit gefragt habe, ist, ob dieses Weltraumromanzen-Ding uns einen neuen, bis zum Erbrechen ausgeschlachteten Trend bescheren könnte. Erst das grausige »Normalo-Mädchen liebt übernatürlichen Bad-Boy«-Szenario im Stil von »Twilight«, dann Teenie-Dystopien nach dem Vorbild von »Die Tribute von Panem«, und jetzt das? Das fände ich unglaublich schade. Seit etwa zwei Jahren bin ich extrem spacig unterwegs in meiner Buch- und Filmauswahl, und ein solcher Hype, der mit jeder neuen Version immer noch inhaltsloseren Müll hervorbrächte, täte dem ohnehin schon von vielen nicht ernst genommenen Genre nicht gut. Dazu kommt, dass gute Science-Fantasy bzw. Science-Fiction für mich immer auch ein gewisses Maß an Irrsinn, Schrägheit und Humor braucht, und das ist vermutlich nicht dauerhaft kompatibel mit dem Romanzen-Mainstream.

Die Frage kam bei mir auf, weil ich im Sommer 2016 eine Romanze im Weltall in Buchform entdeckt habe, die ich extrem gern mochte. Eigentlich hatte ich mir »These Broken Stars: Lilac und Tarver« von Amie Kaufman und Meagan Spooner nur als Nebenbei-Buch gekauft. Eine unterhaltsame Liebesgeschichte, tatsächlich etwas im »Titanic«-Stil gehalten, aber in einem aufregend spacigen Gewand – das war es, was ich erwartet hatte, und da die Leseprobe mich angesprochen hatte, wäre ich damit auch zufrieden gewesen.

Die ersten Kapitel deuteten auch auf genau so etwas hin – doch dann hat dieses Buch mich gepackt, in sich hineingesaugt und mich zwei Tage später völlig durchgerüttelt wieder ausgespuckt. Ein Jahreshighlight, ganz eindeutig. Obwohl die Liebesgeschichte zum Ende hin noch klischeehafter wurde als erwartet und mir das ansonsten gigantische Finale fast ein wenig verdorben hat.

In einer weit entfernten Zukunft: Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. Die beiden überleben den verheerenden Absturz des als absolut sicher geltenden Raumschiffs Icarus, welches von Lilacs Vater entworfen wurde, und müssen sich zu zweit auf einem fremdartigen Planeten durchschlagen. Dieser wirkt auf den ersten Blick terraformiert, ist jedoch völlig menschenleer. Als wären ehemalige Eroberungsversuche des Planeten gescheitert, als hätte irgendetwas die Menschen von dort vertrieben, die zweifellos einmal anwesend waren. Was den beiden auf diesem Planeten alles widerfährt, wohin diese Erlebnisse sie führen – das wären gewaltige Spoiler. Aber obwohl die Autorinnen keine gänzlich neuen Elemente verwenden (wer tut und kann das schon?), sind diese Ereignisse so nervenaufreibend, faszinierend und teils ernsthaft gruselig, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte, bis ich Antworten hatte.

Der Stil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen, jedoch niemals plump; nur manchmal holpert die Übersetzung ein wenig. Dennoch war ich positiv überrascht; viele Übersetzungen »klingen« im Gegensatz zu dieser insgesamt einfach oft unbeholfen.

Die einzige Enttäuschung war für mich die Entwicklung der Liebesgeschichte, wie gesagt. Obwohl ich keinen besonderen Tiefgang erwartet hatte, empfand ich diese Beziehung gemessen am grandiosen Rest des Romans als zu flach. Da wäre weitaus mehr drin gewesen; die Autorinnen haben mit dem Gesamtwerk bewiesen, dass sie das Zeug dazu hätten.

Uneingeschränkt empfehlen kann ich das Buch nicht, auf der zwischenmenschlichen Ebene bleibt es dafür zu seicht und das Ende ist mir in Bezug auf die Beziehung zwischen Lilac und Tarver zu simpel gestrickt. Dennoch hat es mich begeistert, und ich möchte in jedem Fall auch die weiteren Bände der »These Broken Stars«-Trilogie lesen. (Falls ich jemals wieder damit aufhören kann, nichts anderes als »Star Trek«-FanFiction zu lesen, wie ich es seit dem letzten Herbst tue. *hust*)

Was ich im Sommer aber noch als Einzelgeschichte (bzw. eben einzelne Trilogie) wahrgenommen habe, bekommt durch den Film »Passangers« für mich ein etwas anderes Gewicht. Zwei komplett voneinander unabhängige Geschichten, einmal eine Roman-Trilogie und einmal ein Hollywood-Film, die zuallererst den Eindruck machen, einfach bloß die »Titanic«-Romanze in den Weltraum zu verfrachten? Ich hoffe, hoffe, hoffe, dass es keinen Hype geben wird, denn er würde ein Genre, das ich für mich entdeckt habe, über kurz oder lang mit Schrott fluten. Bitte nicht. (Gerade fallen mir die »Obsidian«-Geschichten von Jennifer L. Armentrout ein, von denen ich mich bislang tunlichst ferngehalten habe. »Twilight mit Aliens«, heißt es darüber oft. Angst. Hat der Hype schon begonnen, ohne dass ich es bemerkt habe?)

»Passengers« und »These Broken Stars« sind jedenfalls für sich stehende Geschichten, die ich (mit den beschriebenen Einschränkungen) empfehlen kann und die man aufgrund des Schlagwortes »Romanze« nicht vorverurteilen sollte. Wenn ihr spacige Szenarios mögt, schaut euch diese Sachen ruhig mal näher an – zumindest diejenigen von euch, die meine »Codewort: Puls«-Handlung mochten (und das Ding nicht nur deshalb gelesen haben, weil darin zwei Kerle im Bett landen *hust*), werden wahrscheinlich auch hier auf ihre Kosten kommen. :)

Donnerstag, 12. Januar 2017

Die Zehn, das Spitzohr und das Nichts

GD

Da ich über Silvester und Neujahr ja krank war, sind wir gar nicht dazu gekommen, irgendetwas über unseren 10. Jahrestag am 1. Januar zu bloggen. Ich möchte ihn aber zumindest kurz erwähnen, denn so lange halten es ja nun doch nicht übermäßig viele Paare miteinander aus. :-)

Speziell gefeiert hätten wir den Tag allerdings auch nicht, wenn ich gesund gewesen wäre. Wir hatten uns vorgenommen, den halben Tag damit zu verbringen, »Star Trek TOS« zu schauen und Pizza und verschiedene Salate zu machen, und zumindest der erste Teil hat trotzdem irgendwie geklappt, nur das Essen musste notgedrungen ausfallen. Alex hat dafür als Hauptgang die coolen Süßigkeiten gegessen, welche die liebe Raven uns kurz vorm Jahrestag aus Österreich geschickt hatte, unter anderem edle Pralinen mit Maroni-Creme, um die ich jetzt im Rückblick sehr trauere – mit Magen-Darm-Infekt war ich der Meinung, es wäre besser, wenn Alex sie allein isst, und da Schoko-Maroni Frischware sind, ließ sich das ohnehin nicht vermeiden. (Ihr habt noch nie so ein dreckiges Lachen aus dem Off gehört. :D)

Übrigens, das Thema »Star Trek TOS«: Da Alex ja seit zwei Jahren total interessiert an Science-Fantasy und Science-Fiction ist, habe ich vor einigen Monaten vorgeschlagen, dass sie jetzt endlich auch mal »Star Trek« richtig kennenlernen soll. Bis dahin kannte sie nur vereinzelte Ausschnitte aus den alten Filmen und der ersten Serie sowie die neuen Filme. Wir haben also die ganzen alten Filme zusammen geschaut, und Alex fand sie so gut, dass sie Lexi davon erzählt hat, die sie dann wiederum auch angeschaut hat und danach TOS, also die erste »Star Trek«-Serie um Jim Kirk, Spock, Bones und ihre Crew. Und ich weiß nicht, wie das zugehen konnte, aber inzwischen stehen mir die beiden in ihrer »Star Trek«-Zugewandtheit (das klingt doch gut?) in nichts mehr nach, und sollte es tatsächlich klappen, schauen wir dieses Jahr sogar eine »Star Trek«-Ausstellung zusammen an. Natürlich müssen wir erst prüfen, ob es machbar ist, meinen Rolli mitzunehmen und damit dort auch voranzukommen, aber es geschehen hier echt Dinge, mit denen ich nicht rechnen konnte!

Passend dazu habe ich mal ein Foto von mir mit fünfzehn oder sechzehn Jahren herausgekramt, als ich mich für eine Karnevalsfeier als Spock verkleidet hatte (oder besser: Ich habe es Alex herauskramen lassen, denn in unserer zweiten gemeinsamen Wohnung hatte sie das Bild auf ein Poster von Michael »Bully« Herbigs »(T)Raumschiff Surprise« geklebt und es in der Küche aufgehängt, und das Poster war/ist jetzt wieder mangels Platz in einer Posterrolle auf einem Schrank). Achtung, böser Blick:


Zum Abschluss noch eine kleine Info, falls sich jemand bereits gewundert hat: Auf bürokratischer Ebene gibt es leider nach wie vor keine Neuigkeiten, die uns weiterhelfen würden. Es ist unfassbar für uns, aber eine Tatsache. Sobald sich irgendetwas tut, gibt es wieder einen Post dazu, aber ich habe momentan keine Ahnung, wann das der Fall sein wird.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Neue Medaillons

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Hier kommen Fotos von einigen weiteren Medaillons, die ich in letzter Zeit gestaltet habe, gefüllt mit gepressten Blüten und/oder anderen Naturmaterialien. Drei davon sind in der Silvesternacht entstanden, weil ich mich irgendwie wachhalten musste – Georg hatte seit dem Vorabend einen Magen-Darm-Infekt (wie gefährlich das bei ihm ist, wisst ihr ja), sodass essen oder gar feiern natürlich nicht machbar war. Insgesamt war ich über 50 Stunden am Stück wach, und kurz vor dem endgültigen Jahreswechsel habe ich einfach nur noch geheult, was man den Anhängern (Nummer 2, 3 und 4) zum Glück nicht ansieht – wobei »Modell Tränen« doch auch mal eine Überlegung wert wäre. Verschenkt wurden sie im Familienkreis, und das letzte behalte ich selbst, auch wenn ich außer Ohrringen fast nie Schmuck trage, weil es mich total an »Codewort: Puls« erinnert. Muscheln und Moos, das lackiert ein bisschen was von Seetang hat. :D



 





 
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