Sonntag, 26. Februar 2017

Experiment »Selfpublishing« endet

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Wie der Titel schon sagt: Dieser Post dient der Ankündigung, dass mein Selfpublishing-Experiment sich (allerdings in gemächlichen Schritten) dem Ende zuneigt. Bereits Ende 2016 habe ich die E-Book-Version von »Codewort: Puls«, die via Neobooks vertrieben wurde, aus dem Verkauf genommen, und Mitte Februar 2017 habe ich auch alle meine Verträge mit BoD (Books on Demand) gekündigt.

Das betrifft:
- die Printversion von »Sein Artist«.
- die Printversion von »Codewort: Puls«.
- die Printversion (Hardcover und Paperback) sowie die E-Book-Version des Gedichtbands »Beziehungstat: Gedichte aus zehn gemeinsamen Jahren«, den Georg und ich im Herbst 2016 herausgebracht haben.

NICHT betroffen sind:
- »Schwester golden, Bruder aus Stein« in sämtlichen verfügbaren Versionen. (iFuB-Verlag)
- die drei Einhorn-Büchlein plus die zugehörige CD mit allen drei Einhorn-Geschichten. (iFuB-Verlag)
- die E-Book-Version von »Sein Artist«. (Ka & Jott Verlag)
- »Frei wie verkrüppelte Tauben« in sämtlichen verfügbaren Versionen. (Ka & Jott Verlag)

Insbesondere der Gedichtband »Beziehungstat« war nie »für die Ewigkeit« gedacht, sondern eine besondere Aktion zu unserem doppelten Jubiläum im letzten Herbst – der Band wird nun noch bis Ende September 2017 erhältlich sein. :)

Die Printversionen von »Sein Artist« und »Codewort: Puls« werden beide noch bis Anfang März 2018, ab jetzt also noch ein gutes Jahr lang, via BoD erhältlich sein; danach werden sie ebenfalls aus dem Verkauf genommen.

Zu den Gründen: Nach teils über einem Jahr im Verkauf werfen die selbstverlegten Titel nur noch so geringe Einkünfte ab, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr aufgeht. Das verhält sich mit meinen Verlagsbüchern zwar ähnlich, doch ein Verlagsvertrag ist verbindlich, während ich als Selbstverlegerin eben selbst entscheiden kann, wann Schluss ist. Nämlich dann, wenn sich der Verkauf an sich nicht mehr lohnt und mir vorrangig Arbeit in Form von Buchhaltung bereitet.

Falls sich jemand tiefergreifend für das Thema »Verkaufskurve im Bereich Selfpublishing« interessiert: Der Post »Die Kurve nimmt keine Rücksicht auf dich« von Katharina v. Haderer erläutert das Thema umfassend und unterhaltsam. Besser könnte ich all das im Leben nicht erklären, weshalb ich auf eine eigene Darstellung verzichte und lieber auf diesen tollen Post verweise.

Ja. Das also zur Information. :)

Ganz oft werde ich gefragt, ob sich das Veröffentlichen für mich gelohnt hat – insgesamt betrachtet, jedoch besonders auf das Selfpublishing bezogen. Leider muss ich sagen: Nein. Nein, für mich hat sich das Veröffentlichen nicht gelohnt, weder im Verlagsbereich noch im Bereich des Selbstverlegens. Finanziell hat mir zwar das selbstverlegte »Codewort: Puls« von allen Büchern mit Abstand am meisten eingebracht, doch unterm Strich waren auch diese Beträge nicht der Rede wert. Um in diesem Bereich dauerhaft Geld zu verdienen, müsste ich schreiben wie am Fließband und nebenbei ein bombastisches Marketing aus dem Ärmel schütteln – das kann ich nicht leisten. Und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Das können die allermeisten Menschen nicht leisten, die auch noch einen Alltag abseits des Schreibens zu bewältigen haben.

Mir ist bewusst, dass viele Selfpublisher ein anderes Bild von sich verbreiten. Tatsächlich weiß ich aber von einigen anderen Selfpublishern, dass auch sie finanziell nicht viel von dem ganzen Spaß haben. Meine persönliche Einschätzung ist daher die, dass es sich mit dem Marketing bei Selfpublishern ähnlich verhält wie mit der durchschnittlichen Selbstdarstellung in den sozialen Medien: mehr Schein als Sein. Ohne einen Brotberuf oder Unterstützung durch den Partner oder die Eltern läuft da für die meisten Autoren nicht sooo viel, wage ich zu vermuten. Jene Autoren, ob Selfpublisher oder (Klein-)Verlagsautoren, die mir bislang erzählten, »vom Schreiben leben« zu können, haben entweder einen gut verdienenden Partner oder wohnen gar noch mietfrei bei ihren Eltern. Ich nehme an, bei den meisten Menschen läuft das etwas anders.

Daher: Ich persönlich kann das Selfpublishing allen Schreibern guten Gewissens empfehlen, denen es vorrangig darum geht, sich mal auszuprobieren, neue Erfahrungen zu sammeln oder eben einfach das eigene Buch gedruckt in der Hand zu halten. Wer dagegen vor allem finanzielle Interessen verfolgt, sollte sich darauf einstellen, SEHR viel Arbeit in das Veröffentlichen zu investieren – und möglichst schon ein paar Titel auf Vorrat geschrieben haben. Der Buchmarkt ist unfassbar schnelllebig geworden; mit »Ich mache das alles aus Liebe« kommt man da leider nicht weit.

Es tut mir leid, dass ich kein ermutigenderes Statement abgeben kann. Aber vielleicht helfen meine Erfahrungen ja dennoch jemandem weiter, und sei es nur, um zu dem Schluss zu kommen: »Ich bleibe lieber beim Aus-Liebe-Schreiben und spare mir den restlichen Zirkus.«

So viel zu meinem Selfpublishing-Experiment. Es hat teils großen Spaß gemacht, ich freue mich über die gedruckten Bücher, Georg und ich LIEBEN den Beziehungstat-Gedichtband – aber langfristig lohnt sich das Ganze nicht, wenn man nicht permanent weitere Titel nachliefern kann. Meiner Buchhaltung und meinen Nerven zuliebe beende ich das Experiment also und freue mich, wenn ich ab dem Frühjahr 2018 »nur« noch die Verlagstitel im Auge behalten muss. :)

Ansonsten alles wie gehabt: Sollte ich jemals eine Möglichkeit sehen, mit dem Schreiben ernsthaft Geld zu verdienen, ohne Georgs Pflege vernachlässigen zu müssen, werde ich sie wahrnehmen. Ich fürchte aber, das wird auch weiterhin utopisch bleiben.

Ich hoffe, in diesem Post tummeln sich jetzt nicht drölfzig Fehler – wir haben heute Georgs Geburtstag nachgefeiert. :D Für Hinweise auf Vertipper etc. bin ich immer dankbar. :)

Und was mir ganz wichtig ist: Das hier sind meine persönlichen Erfahrungen, Vermutungen und Ansichten, keine allgemeingültigen Informationen. Ein offizieller Schreibratgeber bin ich definitiv nicht. :D

Dienstag, 21. Februar 2017

Angewidert

GA

Heute Morgen wurden wir noch vor dem Weckerklingeln von extremem Krach in unserem Wohnhaus geweckt. Wir hörten in erster Linie etwas, das wie ein Bohrer klang, nur in viel massiverer Lautstärke als bei einem durchschnittlichen Gerät, sodass uns klar war, dass irgendetwas im Haus ausgebaut werden musste. Wenig später gab es noch ein heftiges Rumpeln im Treppenhaus, dann war erst mal Ruhe, und wir dachten uns nichts weiter dabei.

Als wir circa eineinhalb Stunden später das Haus verließen, fanden wir im Treppenhaus dort, wo sonst unser Rolli steht (wir sagen tatsächlich »unserer«, wir nutzen ihn ja beide auf verschiedene Weise :D), eine ausgebaute Badewanne vor. Den Rollstuhl selbst hatten die Leute, die da am Werk waren, von seinem Platz gezerrt – mit Schloss und angezogenen Bremsen –, anstatt bei uns zu klingeln und zu fragen, ob wir ihn wegschieben könnten.

Beide Griffe des Rollstuhls sind nun locker, am rechten Griff befindet sich die Steuerung für die Brems- und Schiebehilfe. Deren Batterie haben wir natürlich immer in der Wohnung, aber das gesamte Gerät jedes Mal abzubauen, wäre ausgemachter Blödsinn. Daher steht der Rolli auch in einer Nische im Treppenhaus; in der Wohnung nutzen wir derzeit nur noch den alten Rollstuhl.

Ergebnis des Telefongesprächs mit dem Sanitätshaus: Der einzige noch freie Reparaturtermin ist am Donnerstag, an Georgs Geburtstag. Dem Sanitätshaus nehmen wir das natürlich nicht übel; wir sind froh, dass diese Woche überhaupt noch was zu machen ist. Aber jetzt dürfen wir erst mal rausfinden, wer die Beschädigung verursacht hat – und dann wahrscheinlich unserem Geld hinterherlaufen. Dafür ist selbstverständlich nicht die Krankenkasse zuständig, sondern die Verursacher des Schadens, und dieser Rollstuhl ist noch keinen vollen Monat alt.

Wir sind angewidert. Ehrlich. Angewidert von derart viel Ignoranz und Gleichgültigkeit. Egal, ob es Nachbarn oder Handwerker waren – sie hätten …

a) uns bitten können, den Rollstuhl selbst wegzuschieben.
b) vorsichtiger mit ihm umgehen können; man kann ihn auf den kleinen vorderen Rädchen durchaus auch in abgeschlossenem Zustand fortbewegen.
c) uns wenigstens nach der Beschädigung einen Zettel in den Briefkasten werfen können.

Aber wir vermuten, sie haben nicht mal bemerkt, dass durch ihre Schuld was kaputt ist. Weil es den meisten Menschen einfach nur egal ist, wie es anderen geht.

Jetzt steht der Rolli erst mal in unserer Garage, die leider nur dann problemlos erreichbar ist, wenn Georg NICHT im Stuhl sitzt, weil dorthin nur ein Weg führt, der zur einen Hälfte aus grobem Kies und zur anderen aus Erde besteht. Diesen Weg mit Georg IM Rollstuhl zu fahren, ist nahezu unmöglich, weil wir dort trotz Motor nicht wirklich vorwärtskommen. Zu Fuß ist der Weg für Georg natürlich auch nicht geeignet. Die einzige Möglichkeit wäre, dass Georg im Haus wartet, während Alex den Rollstuhl holt und zurückbringt, was völliger Quatsch ist, wenn es im Treppenhaus eine geeignete Nische gibt. Dennoch werden wir es künftig vermutlich so lösen, so unpraktisch es auch ist. Aber bis Donnerstag können wir den Rollstuhl nun ohnehin nicht mehr nutzen. So viel, wie wir beide gerade kotzen wollen, könnten wir nicht mal gemeinsam essen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Letzten ihrer Art

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Mimimi! Die letzten meiner Medaillons sind gebastelt. Nun habe ich keine Rohlinge mehr und kaufe auch keine weiteren, da ich schlichtweg alle mir näher bekannten Menschen, von denen ich wusste, dass sie sich darüber freuen würden, bereits mit Ketten beschenkt habe.

Hier kommen zum Abschluss noch Fotos meiner letzten Machwerke, allesamt mit Naturmaterialien (gepresste Blütenblätter, Moos, kleine Zweige etc.) und zum Teil auch mit Glitzersteinchen befüllt – whoa, ich werde das Medaillon-Basteln echt vermissen in der nächsten Zeit:






Mittwoch, 1. Februar 2017

This is fucking awesome

GA

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben – das tun wir selber noch nicht so richtig –, aber heute haben wir endlich unsere Schiebehilfe inklusive nagelneuem Rollstuhl bekommen. Lacht uns nicht wegen der quietschgrünen Farbe aus, die passt zu uns, okay?

(Leider haben wir gerade keinen Alkohol, um das zu feiern. Aber nein, das soll jetzt kein subtiler Hinweis an irgendjemanden sein, und schon gar nicht denken wir dabei an das kommende Wochenende …)